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Gymnasium abgeleistet hatte, wurde er als Hilfslehrer an das Luisenstädtische Gym- nasium zu Berlin berufen und trat Ostern 1882 in den Lehrkörper des Philanthropins. An unserer Anstalt hat er vornehmlich als Religionslehrer und als Lehrer der deutschen und französischen Sprache mehr als drei Jahrzehnte gewirkt, Generationen von Schülern und Schülerinnen sind von ihm erziehlich beeinflusst worden und haben dem bewährten treuen Lehrer und Freund herzliche Dankbarkeit und innige Ver- ehrung weit über die Schuljahre hinaus bewahrt. Neben seiner amtlichen hat Prof. Dr. Kuttner auch eine rege wissenschaftliche Tätigkeit, namentlich auf dem Gebiet der Religionslehre und der Germanistik, entfaltet und die Ergebnisse seines Unterrichts in beiden Fächern in anerkannten Lehrbüchern niedergelegt. Möge dem scheidenden Lehrer als Lohn für sein reiches Wirken im Dienst der Schule ein heiterer Lebensabend im Kreise seiner Familie beschieden bleiben!
Zu dem gleichen Zeitpunkt wird auch Fräulein Frances Cahn, die mit Unterbrechungen von 1869—1887, seit dieser Zeit ständig als Lehrerin der englischen Sprache in der obersten Klasse unseres Lyzeums beschäftigt ist, ihre Tätigkeit auf- geben. In steter Dankbarkeit wird die Schule der Verdienste eingedenk bleiben, die sich Fräulein Cahn in diesem langen Zeitraum durch den Unterricht und die Erziehung unserer Schülerinnen erworben hat; môõgen auch für sie die Jahre der Ruhe glückliche und sorgenfreie sein!
Am 22. August ist die frühere Lehrerin am Philanthropin, Frau Emilie Stern geb. Maas, im 71. Lebensjahr nach kurzem Leiden verschieden. Zu reichem Segen hat Frau Stern von 1864—98 an unserer Anstalt gewirkt und ihr auch nach ihrem Scheiden eine andauernde Teilnahme bewahrt: Ihr Andenken wird in unserer Mitte immer in Ehren gehalten werden!
Der Gesundheitszustand innerhalb des Lehrerkollegiums war im Berichts- jahr nicht immer zufriedenstellend. Für längere Zeit mussten u. a. im Laufe des Schuljahres die Oberlehrerin Fräulein Stern und der Oberlehrer Prof. Dr. Kunz be- urlaubt werden; Fräulein Stern wurde durch die Lehrerinnen Fräulein Haas und Fräulein Friedberger, Prof. Kunz durch Prof. Dr. Cohn und den Kandidaten des höheren Schulamts Dr. Franz Kirchgässner vertreten.
Der Gesundheitszustand der Schüler und Schülerinnen hat sich dagegen recht günstig gestaltet. Auch in diesem Jahre lässt sich der günstige Einfluss, den die Verkürzung der Schulzeit seit Einführung der Kurzstunde und die Freihaltung des Sonntags vom Unterricht in den meisten Klassen auf das körperliche Befinden unserer Zöglinge ausgeübt hat, feststellen. Die schulfreie Zeit wurde zu häufigen Turnspielen auf dem Hofe unter Leitung der Lehrer Rothschild II und Krisch benutzt. Der Tennisplatz der Anstalt bot den Zöglingen im Sommer ôfter Ge- legenheit zu körperlicher Erfrischung, im Winter durften sich Knaben und Mädchen durch mehrere Wochen auf dem zur Eisbahn umgestalteten Platze dem gesunden Schlittschuhsport hingeben. Auch in diesem Jahre wurden mehrere Schüler unserer Anstalt bei den Schüler-Wettkämpfen im Ostpark durch Preise ausgezeichnet.


