Jahrgang 
914
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III. Zur Schulgeschichte. 1. Lehrerkollegium, Zöglinge, Unterricht.

Das Schuljahr 1913/14 nahm am 3. April mit der Einführung des Lehrers Joseph Krischo) und der Lehrerinnen Elise Block ²) und Rosa Haasè) seinen Anfang; zu der gleichen Zeit trat auch Fräulein Margarethe Friedberger, eine frühere Schülerin unserer Anstalt, mit Genehmigung des Königl. Provinzial- Schulkollegiums als Hospitantin in den Lehrkörper der Schule. Herr Dr. Sieg mund Hirsch beendete Oktober 1913 sein Probejahr und blieb auch als anstellungsfähiger Kandidat bei der Anstalt, wo er im Winterhalbjahr den französischen Unterricht in der geteilten Sexta und den deutschen Unterricht in der Tertia übernahm. Während des ganzen Schuljahres war auch der anstellungsfähige Kandidat des höheren Schul- amts, Herr Louis Sternberg, dem Philanthropin überwiesen, aber zur Erteilung des Unterrichts an dem Lyzeum der Frau Dr. Heinemann beurlaubt.

Mit Ablauf des Schuljahres tritt der Oberlehrer am Philanthropin, Herr Prof. Dr. Bernhard Kuttner, in den Ruhestand; eine segensvolle und erfolg- reiche Lehrtätigkeit findet zu dieser Zeit ihren Abschluss! Bernhard Kuttner ist am 23. September 1847 in Wongrowitz(Posen) geboren und auf der jüdischen Lehrer- bildungsanstalt zu Berlin zunächst als Elementarlehrer ausgebildet worden; er be- suchte alsdann das Sophiengymnasium zu Berlin und wandte sich auf den Universi- täten Breslau und Berlin 1872 1877 dem Studium der klassischen Philologie, Germa- nistik und Geschichte zu. Nachdem er die Prüfung für das höhere Lehramt mit Auszeich- nung bestanden und das vorschriftsmässige Probejahr am Friedrichs-Werderschen

2) Joseph Krisch, geb. den 16. November 1891 in Rogowo(Posen), Sohn des verstorbenen Lehrers Nathan Krisch, wurde in der Knabenschule der jüdischen Gemeinde und auf der jüdischen Lehrerbildungsanstalt zu Berlin vorgebildet und bestand am 11. Januar 1912 die Prüfung in den Religionswissenschaften, am 22. Februar desselben Jahres die 1. Prüfung für Volksschullehrer. Im Juni 1912 vertrat er einen beurlaubten Lehrer am Philanthropin, kehrte alsdann nach Berlin zurück und legte am 6. März 1913 vor der Königlichen Prüfungskommission zu Spandau die Prüfung als Turnlehrer für höhere Lehranstalten ab. Ostern 1913 wurde er, zunächst als Hilfslehrer, an das Philanthropin berufen.

²) Elise Block, geb. am 4. April 1892 zu Ratibor(Schlesien), vorgebildet auf der Lehrerinnen- bildungsanstalt ebendaselbst, hat am 21. März 1911 die Lehrerinnenprüfung, im September 1911 zu Berlin die Prüfung als Religionslehrerin bestanden. Nach kurzer Taätigkeit an der Mädchenschule der jüdischen Gemeinde zu Berlin nahm Fräulein Block eine Stellung an einer Schule in Suffolk an und bildete sich alsdann weiter in London aus. Ostern 1913 wurde sie, zunächst als Hilfslehrerin, an das Philan- thropin berufen.

³) Rosa Haas wurde am 30. Oktober 1890 in Frankfurt a. Main geboren, besuchte die Humboldtschule und die städtische höhere Lehrerinnenbildungsanstalt und erhielt von der Königlichen Prüfungskommission am 17. März 1911 die Befähigung als Lehrerin. Oktober bis Dezember 1911 weilte sie zur weiteren Ausbildung in der französischen Sprache in Paris, von Januar 1912 bis März 1913 war sie in Berlin als Lehrerin in einer Familie tätig. Zur Erlangung des Nachweises für das höhere Schulamt trat Frl. Haas Ostern 1913 in das Lehrerkollegium des Philanthropins und wurde im Winter 1913 als Hilfslehrerin beschüäftigt.