Jahrgang 
1910
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ihrer engeren Heimat durch eigene Anschauung bekannt zu machen, und schliesslich sollte sie die Freude an der Natur und am Wandern wecken. Die Kosten der Turn- fahrt betrugen für jeden Teilnehmer 3.50 Mk.; die Anstrengungen gingen nicht über das zulässige Maß hinaus. Der Versuch darf als wohlgelungen bezeichnet werden.

Zu festlicher Feier vereinigten sich Schüler und Schülerinnen am 10. No- vember, dem 150 jährigen Geburtstage Schillers, in der Aula des Schul- gebäudes, nachdem schon vorher eine Deputation der Schule an der städtischen Feier am Denkmale teilgenommen hatte. Die Schulfeier wurde mit dem Chorgesang von SchillersLied an die Freude eröffnet; hierauf folgten Vorträge Schillerscher Gedichte von Schülern und Schülerinnen und die Festrede des Herrn Oberlehrer Prof. Dr. Kracauer, in der den Kindern die Beziehungen des Dichters zu Frankfurt vorgeführt wurden. Nach weiteren Vorträgen fand die Feier mit dem Chorgesang von SchillersHoffnung ihren Abschluss.

Der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs wurde durch eine grössere Schulfeier begangen, in der nach Gesang und Vortrag vaterländischer Dichtungen Herr Oberlehrer Prof. Dr. Kracauer einen Blick auf die Zeit vor 100 Jahren warf und den Zöglingen die durch die Kontinentalsperre namentlich für unser Vaterland hervorgerufene schwere Zeit nahebrachte. Die von Sr. Majestät dem Kaiser und König der Anstalt zu diesem Tage überwiesene Prämie wurde dem Schüler der IV. Klasse Hans Strauss zuerkannt.

Auch in diesem Jahre ist der Philanthropiner-Verein(Verein ehe- maliger Schüler und Schülerinnen des Philanthropins) unter der rührigen Leitung seines Vorsitzenden, des Herrn Jos. Meier, seinem Zweck, die Beziehungen unter seinen Mitgliedern und zur Schule immer enger und fester zu gestalten, in erfreu- licher Weise nachgekommen und hat namentlich eine Reihe belehrender und ge- selliger Abende, die zum grössten Teil in der Aula des Schulgebäudes stattfanden, veranstaltet, die sämtlich gut besucht waren. Neben diesen Zusammenkünften hat der Verein durch den von ihm begründeten Unterstützungs- und Stipendienfond und durch seine Stellenvermittlung in sozialer Hinsicht wohltätig gewirkt und durch die in diesem Jahre begründeten Lehr- und Diskussionsabende namentlich den jüngeren Mitgliedern geistige Anregung und Förderung gewährt. Die Mitglieder- zahl hat im Berichtsjahr die Zahl 300 überschritten.

Mit tiefer Wehmut verzeichnen wir an dieser Stelle den schweren Verlust, den mit so vielen anderen humanitären und sozialen Institutionen unserer Stadt auch unsere Schule durch das Dahinscheiden zweier ehemaliger Zöglinge im Berichts- jahr erlitten hat, des Herrn Stadtverordneten Fritz Auerbach und der Frau Rosalie Teblée. Der Sochn Dr. Jacob Auerbachs und die Gattin Adolf Teblées haben in dem Geist unserer unvergesslichen Kollegen dem Philanthropin treue Anhänglichkeit und tatkräftiges Interesse gewidmet und ihre Teilnahme für unsere Schule namentlich beim Jubelfest in hervorragender Weise betätigt: Ihr An- denken wird in der Geschichte der Anstalt in dankbarer Erinnerung fortleben.