Jahrgang 
1910
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freundliche Beurteilung und die wertvollen Hinweise auf weitere Ausgestaltung dieses für die Jugend so bedeutsamen Faches zu aufrichtigem Danke verpflichtet.

Herr Geh. Regierungs- und vortragender Rat im Unterrichts- ministerium Prof. Dr. Norrenberg beehrte unsere Anstalt am 15. September mit einem Besuche, besichtigte das neue Schulgebäude und wohnte dem Unterricht in einigen Klassen bei.

Die Schlussprüfung für die Schüler der Klasse I des Schuljahrs 1909/10 fand am 7. und 8. März unter dem Vorsitz des Direktors, der zum staatlichen Kommissarius bestimmt war, statt; als Vertreter der Patronatsbehörde wohnte der Vorsitzende, Herr Stadtrat A. Horkheimer, der Prüfung bei. Von 32 Schülern, die sich der Prüfung unterzogen, erhielten 30 die Reife für die Obersekunda der Oberrealschule und damit die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst; 14 Schüler konnten von der mündlichen Prüfung befreit werden.

2. Schulfeste. Beteiligung nach aussen. Ehemalige Schüler.

Am 13. Mai beging die Schule in herkömmlicher Weise ihr Maifest durch Klassenausflüge in den Taunus, Odenwald, das Rheingaugebirge und das Neckar- bergland. Der Ausflug war von herrlichstem Wetter begünstigt. Am 21. und 22. Mai fiel auf Anordnung der vorgesetzten Behörde der Unterricht mit Rücksicht auf den dritten Wettstreit deutscher Männergesangvereine, der um diese Zeit hier statt- fand, aus.

Die Wiederkehr des Sedantages feierte die Schule durch ein Schau- und Wettturnen, an dem sich Schüler und Schülerinnen der oberen und mittleren Klassen der Realschule und höheren Mädchenschule unter Leitung der Herren Turnlehrer Rothschild und Volze, sowie Schülerinnen der ersten Vorschulklasse der höheren Mädchenschule unter Leitung der Turnlehrerin Frl. Horkheimer beteiligten; in der sich anschliessenden Ansprache würdigte der Direktor die Bedeutung des Tages. Der Gesang derWacht am Rhein schloss die wohlgelungene Veranstaltung.

Nach dem Vorgang anderer höherer Schulen unserer Stadt unternahm der Ordinarius der Klasse I, Herr Oberlehrer Dr. Schaumberger, und der Turnlehrer Herr Rothschild in diesem Jahre zum ersten Male mit den Schülern der obersten Klasse der Realschule eine zweitägige Turnfahrt durch den nordöstlichen Taunus; sie sollte einmal, wie der gesamte Turnunterricht, der Kräftigung des Körpers dienen und durch die Gewöhnung an das Ertragen von Strapazen zur Stählung des Willens beitragen; sie schien aber auch geeignet, durch die damit naturgemäss verbundene einfachere Lebensweise den Schülern zu zeigen, dass die Lebensfreude durchaus nicht an das Vorhandensein grosser materieller Genüsse ge- bunden ist, und sie zur Einfachheit in der Lebensführung anzuleiten. Endlich gab die Fahrt erwünschte Gelegenheit, die Zöglinge mit einem grösseren Ausschnitt