Lehrerkollegium. Todesfälle.
Infolge der Wiedereinrichtung der Selekta(Fortbildungsklasse) sind die schon früher an derselben beschäftigten Lehrkräfte, Herr Dr. Boullenot und Frl. Frances Cahn mit dem Beginn des Schuljahres wieder in das Lehrerkollegium eingetreten; neu hinzugekommen sind die Lehrerin Frl. Isabella Fischer und Herr Sally Fulda. Diese Lehrkräfte haben haben ausschließlich in der neu eingerichteten Fortbildungsklasse unterrichtet.
Mit dem Schluß des Sommersemesters schied der wissenschaftliche Hülfslehrer Heinrich Fladung aus dem Lehrerkollegium, um eine Lehrerstelle an der Mittelschule zu Angermünde zu übernehmen. Wir sprechen Herrn Fladung für die guten Dienste, die er in seiner zwei und einhalbjährigen pflichteifrigen und gewissenhaften unterrichtlichen Thätigkeit unserer Schule erwiesen hat, unsern Dank aus.— Der von Herrn Fladung in der Realschule erteilte Unter- richt in der Naturgeschichte und Chemie wurde dem wissenschaftlichen Hülfslehrer Dr. Levy übertragen; der von Dr. Levy im Sommer in Sexta erteilte Rechenunterricht ging an den wissenschaftlichen Hülfslehrer Dr. Joε1 über.
Der Gesanglehrer Kunkel war auch in diesem Schuljahre durch andauernde Krank- heit verhindert zu unterrichten; er wurde, wie im vorigen Jahre, von den Lehrern Schenkel- berg, Schneider und Georg Müller vertreten.
Frau Stern wurde aus Gesundheitsrücksichten vom 17. Mai bis Ende Juni beurlaubt, Frl. J. Meier mußte wegen Krankheit vom 31. Juli bis 10. September, der Direktor vom 31. Oktober bis 11. November 1894 und vom 3. bis incl. 11. März 1895 vertreten werden.
Der schwankende Gesundheitszustand des Kollegen G. Müller machte wiederholt seine Vertretung erforderlich; zuletzt steigerte sich die körperliche Schwäche bis zur Arbeitsunfähig- keit. Nur dadurch, daß Herr Wilhelm Müller sofort an Stelle seines Vaters den Schreib- und Gesangunterricht übernahm, trat in dem Unterrichtsbetrieb in der Hauptsache keine Störung ein. Der fakultative Schreibunterricht in IIIa und b und in der Mädchenklasse von der dritten Klasse aufwärts mußte schon bald nach Beginn des Wintersemesters wegfallen.
Einen sehr schmerzlichen Verlust haben wir noch gegen Ende des Schuljahres erlitten. Unser Kollege Frank, der schon lange leidend war, der aber für die geringe Stundenzahl, die ihm auf sein Verlangen belassen wurde, sich mannhaft aufrecht erhielt und noch am Montag 25. Februar in unserer Schule unterrichtete, ist wenige Tage darauf, Samstag 2. März sanft verschieden. Am 5. März vormittags wurde er zur ewigen Ruhe geleitet. An seiner Bahre widmeten ihm die Herren Rabbiner Dr. Plaut, Dr. med. Blumenthal(im Namen des Schulrats) und, in Vertretung des Direktors, Kollege Dr. Brüll(namens des Lehrerkollegiums) einen ehrenden Nachruf. Am Nachmittage desselben Tages fand unter Teilnahme der ganzen Schule eine Trauerfeier statt, bei der Herr Oberlehrer Dr. Kracauer die Gedenkrede hielt.— Baruch Frank wurde am 18. Januar 1840 zu Nonnenweier(Baden) geboren, besuchte das Lehrer-Seminar in Karlsruhe und bestand dort 1858 die erste, 1862 in Sigmaringen die zweite Lehrerprüfung. Er war zuerst Religionslehrer in Hoerden-Gernsbach, dann Lehrer an der Elementarschule in Sigmaringen, von wo er im März 1874 an unsere Schule berufen wurde.(Vergleiche unser Programm von 1875. Schulnachrichten S. 2). Hier


