Jahrgang 
1895
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hat er hauptsächlich an der Vorschule unterrichtet, daneben aber auch naturgeschichtlichen Unterricht in der Mädchenschule erteilt. Er war ein wohlunterrichteter, geschickter, fleißiger und gewissenhafter Lehrer, dem unsere Schule stets ein dankbares, ehrendes Andenken be- wahren wird.

Im Sommersemester 1894 sind zwei emeritierte Lehrer unserer Schule aus dem Leben geschieden: am 6. Mai starb Herr Adolph Teblée, ihm folgte am 13. Juni Herr Dr. Hermann Zirndorfer; Teblée war von 1847 1887, Dr. Zirndorfer vom Oktober 1839 bis April 1882 Lehrer an unserer Schule. So verschieden geartet diese beiden Männer auch waren, so glichen sie sich doch darin, daß sie in ihren Grundanschauungen sich den Männern anschlossen, die dem Philanthropin in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts die Richtung gegeben haben. Das Philanthropin war von Männern gegründet worden, die den Reformbestrebungen im Judentum huldigten; es hatte langehin einen Kampf gegen die der extremen Orthodoxie zuneigenden Elemente der Gemeinde zu bestehen. Das Philanthropin war aber auch von vornherein eine Pflanzstätte deutscher Bildung, und seine Führer und Lehrer empfanden in dem redlichen Eifer, mit dem sie für Verbreitung deutscher Bildung und dentscher Sitte eintraten, die nach den Freiheitskriegen in den traurigen Zeiten der Demagogenriecherei von einigen chauvinistischen Teutomanen geschürten Judenhetzen als eine unerträgliche Schmach. Heß, Michael Creizenach, J. Weil und Jost führten in Wort und Schrift den Kampf nach beiden Richtungen: gegen die extrem Orthodoxen und gegen die Judenfeinde. Die religiösen und sittlichen Motive, von denen diese Führer im Streit geleitet waren, beseelten auch die meisten übrigen Lehrer des Philanthropins, sie waren es auch, die den idealen Hintergrund bildeten, auf dem sich die Lebensthätigkeit Zirndorfers und Teblées erhob. Im Uebrigen lagen konfessionelle Tendenzen ihnen Beiden ganz fern. Wissenschaftliche Schulung, Vorbildung au wissenschaftlicher Arbeit betrachteten sie nicht als zur Aufgabe unserer Schule gehörig. Diese Aufgabe erkannten sie vielmehr darin, die geistigen und körperlichen Anlagen der Schüler harmonisch zu entwickeln, sie zu arbeitsamen, ordnungliebenden, bescheidenen, sittlich guten Menschen zu erziehen und mit nützlichen, in ihrem praktischen bürgerlichen Berufe ver- wertbaren Kenntnissen auszurüsten. Sie bekannten sich zu dem Grundsatze: der Lehrer soll in erster Linie ein Erzieher sein, er soll sich bemühen, den Schüler in allen seinen Lebens- beziehungen zum Guten zu beeinflussen. Diese erziehliche Aufgabe war beiden Lehrern überdies durch äußere Umstände nahegelegt; sie hatten, wie in früherer Zeit viele Lehrer des Philan- thropins, Pensionate und neben den Pensionären auch sog. Halbpensionäre, Schüler, deren häus- liche Schulaufgaben sie beaufsichtigten. So haben diese Männer, jeder in seiner Weise, in einer ungewöhnlich langen Zeit ernster angestrengter Arbeit ihr ganzes Wesen im Kreise unserer Schule zur Entfaltung gebracht und auf eine Reihe von Schülergenerationen nachhaltig eingewirkt. Ihr Name lebt fort in dem Andenken aller, die an der Arbeit unserer Schule beteiligt sind, im Lehrerkollegium, im Schulrat, vor Allem aber bei Hunderten unserer ehemaligen Zöglinge, sie haben ihren Anteil an dem Ruf unserer Schule, in deren Geschichte ihrer stets mit Ehren gedacht werden wird. Mögen deshalb hier noch einige Angaben über ihren äußeren Lebensgang folgen, die in unseren Schulschriften bisher fehlen, da zur Zeit ihrer Anstellung eine Mitteilung derselben in dem Schulprogramm noch nicht üblich war.