Jahrgang 
1914
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eis⸗ und rodelfrei. An nur wenigen Tagen des Frühſommers mußte der Hitze wegen der Unterricht nach der 4. oder 5. Stunde ausfallen.

Am 17. Juni erkrankte Herr Profeſſor Dr. Buchegger. Seine Vertretung wurde durch die Kollegen und Kolleginnen beſorgt. Nach den Ferien nahm er, obgleich noch nicht völlig hergeſtellt, ſeine Arbeit wieder auf und hat ſich bald wieder ganz erholt.

Am 14. Oktober erkrankte Herr Oberlehrer Dr. Schwartze und mußte zur Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit einen Aufenthalt in Meran nehmen. Mit dem neuen Jahr trat er neugeſtärkt in ſeine Arbeit wieder ein. Mit ſeiner Vertretung wurde Herr Dr. Wilhelm Wenz beauftragt.

Die Vertretung Frl. Welters, die vom 14. Oktober bis 1. September krank war, hat das Kollegium beſorgt.

Endlich wurde Frl. Vincenz durch ſchwere Erkrankung ihres greiſen Vaters in Sorge und Gemütsbewegung verſetzt, die bald zu ihrer eigenen Erkrankung führte und ihre Vertretung vom 8. Februar bis zum 7. März nötig machte. Der Aushilfsoberlehrer Dr. Karl Thüre übernahm ihre Sprachſtunden, während ihre Schulkunden⸗Stunden verteilt wurden.

Frl. Bruniſch war vom 2. bis 22. Juni zu einem Fortbildungskurſus im Turnen, vom 12. bis 22. Januar zu einem Kurſus für Leiterinnen von Jugendpflegekurſen an die Landesturnanſtalt in Spandau einberufen. Ihre Vertretung übernahmen Frl. Gertrud Urban und Frl. Paula Schlitt.

Die Schülerinnen beſuchten eifrig die von der Neuſprachlichen Vereinigung veranſtalteten Vorträge. Für eine einzelne Klaſſe hielt Nadame Jouvet einen franzöſiſchen Vorlrag.

Am 10. Juni hielt der Perſer stud. phil. Daniel Schabag einen Vortrag über Perſien.

Die beiden Lehrgänge in Gabelsbergiſcher Stenographie ſind durch Herrn Stecher fortgeſetzt, eine kalliſtheniſche Tanzſtunde iſt von Frl. Humbert auch in dieſem Winter abgehalten worden.

Sämtliche Klaſſen wurden in die Ausſtellung für Geſchäftsbedarf, dann in die Marine⸗Ausſtellung, die Gas⸗Ausſtellung, in die Vollbehr⸗Ausſtellung geführt und nahmen jedesmal reiche Belehrung und Anregung mit hinweg. Ferner wurde beſucht, namentlich von den Seminarklaſſen: die Uhde⸗ und die Feuerbach-⸗Ausſtellung, die Zentrale für private Fürſorge, die TaubſtummenErziehungsanſtalt, die Fort⸗ bildungs⸗ und die Hölderlinſchule, das Schulmuſeum und das Jugendgericht. Für die dabei gewährten Belehrungen fühlen wir uns Herrn Kapitänleutnant a. D. Mumm, Herrn Ernſt Vollbehr, den Herren Direktoren Vatter und Neuſchäfer, Herrn Ebert und Fräulein Sturmfels ſowie Herrn Amtsgerichtsrat Allmenröder zu warmem Dank verpflichtet.

Auch dieſes Jahr beſuchte eine Klaſſe(8 J) am 5. und 6. September die Odenwaldſchule in Oberhambach. Unter Leitung des Herrn Direktors Dr. Geheeb und ſeiner Miearbeiter beobachteten die Schülerinnen den ganzen Betrieb der in erfreulicher Weiterentwicklung begriffenen Anſtalt. Die in der Familie des Direktors verlebten Stunden werden allen Teilnehmern unvergeßlich ſein.

Das Kaiſerjubiläum wurde am 16. Juni, Kaiſers Geburtstag am Vorabend mit einer Feier begangen. Die Feſtrede hielt beim Jubiläum Herr Profeſſor Dr. Buchegger, bei der Geburtstagsfeier die Oberlehrerin Frl. Barth.

Das Jahrhundertfeſt der Leipziger Völkerſchlacht wurde durch eine Feier begangen, in der in kurzer Anſprache auf die Bedeutung des Tages aufmerkſam gemacht, die Hauptergebniſſe des Tages aber in entſprechend gewählten Gedichten und Geſängen zum Vortrag kamen.

Das Sedansfeſt(2. September) feierte das Oberlyzeum durch eine Mainfahrt nach Seligen⸗ ſtadt, die den ganzen ſchönen Tag in Anſpruch nahm.

Ausflüge unternahmen ſämtliche Klaſſen: am 21.23. Mai Klaſſe Ib nach Trier und Burg Eltz, Ende Mai SI, Anfang Juni S II je drei Tage in den mittleren Schwarzwald, am 28. und 29. Mai la in die Rhön, IIb in den Odenwald(Michelſtadt), am 13. und 14. Juni IIa nach Marburg.

Ein Elternabend für das Oberlyzeum fand am 2. Dezember ſtatt. Den Gegenſtand der Beſprechung bildete die Verordnung vom 11 Oktober 1913. An eine Darlegung der neugeſchaffenen Verhältniſſe, worin der Direktor vor den Gefahren des Übergangs vom Oberlyzeum zur Hochſchule eindringend warnte, ſchloß ſich eine längere Ausſprache, in der die Bedenken und Einwände der Eltern