Jahrgang 
1914
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durch verſchiedene Damen und Herren unſerer Schule beantwortet und beleuchtet wurden. Wir können auch an dieſer Stelle nur betonen, daß die eigentliche Vorbildungsanſtalt für junge Damen, die ſtudieren wollen, die Studienanſtalt(hier die Schillerſchule) iſt und daß das Oberlyzeum ſich durch die Neuver⸗ ordnung von ſeiner Hauptaufgabe, tüchtige Lehrerinnen auszubilden, nicht darf abdrängen laſſen. Abgehende Seminariſtinnen beziehen die Univerſität auf eigene Verantwortung; den Eltern kann nicht dringend genug empfohlen werden, ſich, ehe ſie einen Entſchluß faſſen, mit den Lehrern ihrer Tochter und mit dem Direktor ins Benehmen zu ſetzen.

2. Die Übungsſchule. Das Schuljahr begann mit der Aufnahme von 42 Kindern in die 8. Klaſſe. Die Verteilung der Seminariſtinnen zu Unterrichtsübungen in ſämtlichen Klaſſen der Übungs⸗ ſchule mit viermaligem Wechſel im Jahr, wie ſie im Jahr 1912 eingeführt war, blieb mit der Anderung beſtehen, daß innerhalb der Woche jede Seminarklaſſe an drei aufeinanderfolgenden Tagen zum Unterrichten kam. Aus mancherlei Gründen wurde für die Zukunft ein nur dreimaliger Wechſel im Jahre erwogen.

In der Ausübung ihres Berufes waren wegen Krankheit verhindert: Vom 5. bis 28. Januar Frl. Felsmann, vom 5. bis 26. Januar Frl. Caſpar, vorübergehend Frl. Till und Herr Trusheim. Die Vertretung konnte vom Kollegium und von den Lehrſeminariſtinnen beſorgt werden.

Obwohl der Geſundheitszuſtand der Kinder durchweg gut war, ſo haben wir doch den Tod von 4 Schülerinnen zu beklagen:

1. Frieda Köhler, VlI. Klaſſe, ſtarb am 12. April 1913. 2. Anna Wilhelm, II. 12. Oktober 1913. 3. Anni Weber, VII. 13. November 1913. 4. Irma Jäger, V. 15 1913.

Den tiefbetrübten Eltern ſprechen wir auch hier unſere herzliche Teilnahme aus.

Herr Dr. Haus, unſer Schularzt, hat in ſeinen regelmäßigen Sprechſtunden und in mehr als 150 Einzelunterſuchungen das Wohl der Kinder gefördert. 7 Kinder konnten in Ferienkolonien, Bädern und an anderen Erholungsorten ihre Geſundheit kräftigen; 45 Kindern wurde warmes Frühſtück gewährt; für manche ſtille Gabe von Mitgliedern und Freunden der Schule ſagen wir auch hier allen Gebern herzlichen Dank.

Die Schülerinnenbücherei wuchs in ihrem Beſtand von 1415 Bänden auf 1525. Geſchenke erhielt ſie von: Herrn Oberlehrer Dr. Schwartze, Verlagsbuchhandlung Velhagen u. Klaſing, Frl. Oberlehrerin Barth, Frl. Rittweger, Herrn Rektor Lang. Freifrau von Schuler⸗ Senden in Freiburg im Breisgau ſchenkte zwei Bilder, ein Autogramm von Trojan und einen Vogelſchutz.

Feſte und andere Veranſtaltungen:

Am 28. Mai begingen die Klaſſen das alljährliche Maifeſt mit Ausflügen in die nähere und weitere Umgebung der Stadt..

Am 17. September feierte die Übungsſchule mit der Schwarzburg⸗ und mit der Glauburgſchule zum erſtenmale das ſogenannte Holzhauſenfeſt, ein Schulfeſt, das durch eine Stiftung des Frei⸗ herrn von Holzhauſen Kindern der drei Schulen alljährlich gute Bücher und andere Preiſe für turneriſche Leiſtungen gewähren und dadurch unſere Jugend körperlich und im Kampfe gegen die Schund⸗ literatur ſtärken will. Trotz des regneriſchen Wetters war die Stemmung der Kinder, die das Feſt durch Geſänge und allerhand Aufführungen verſchönten, durchaus fröhlich, beſonders bei der Bewirtung mit Schokolade und Brezeln. Die F ſtrede über die Bedeutung des Geſchlechtes von Holzhauſen in der Geſchichte Frankfurts hielt Herr Direktor Keller.

Am 6. Januar waren die Eltern der Schülerinnen aus den Oberklaſſen zu einem Eltern⸗ abend verſammelt, wobei Frl. Hilf einen aufklärenden Vortrag über die Berufswahl der ſchul⸗ entlaſſenen Mädchen hielt.

Die beiden S. Klaſſen wurden am 13. März in einer Schlußfeier, der das ganze Oberlyzeum anwohnte, entlaſſen. Die Schlußfeier für die Übungsſchule wird am 3. April ſtattfinden.

3. Der Kindergarten Leiterin: Fräulein Emma Vöhl, Gehilfin: Fräulein Klara Iſerloh. Der Kindergarten wurde von 65 Kindern beſucht. Der Geſundheitszuſtand war gut.

Unterrichtsſtoff:Einheitsſtoffe: Sonne und Garten. Getreide. Eiche und Eichhorn. Die Hand. Frühling und Oſtern. Die Kinder beſuchten die Großgärtnerei von Bock, den Palmen⸗