b] Musikunterricht 1. VI und VN Je zwei Stunden wöchentlich. Pflege des ein⸗ und zweistimmigen Gesanges. Vorwiegend Volkslieder und volkstümliche Lieder. Theoretische Unterweisungen. Erziehung zum bewußten Singen nach Noten. In enger Verbindung mit dem Lied Gehör-, Laut- und Stimmbildungsübungen. Xuffassen, Erfinden und Niederschreiben einfacher rythmischer und melodischer Motive. Gelegentliche Einführung in die einfachsten Formen der In- strumentalmusik.
2. IV bis O!l: Insgesamt 6 Stunden wöchentlich. Wiederholung und Erweiterung der theoretischen Kenntnisse. Musikgeschicht⸗ liche Unterweisungen. Weckung des Verständnisses für die formbildenden Elemente in der Musik. Einführung in die großen Werke der Vokal=- und Instrumentalmusik. Häufiger Besuch der Montags=-Symphoniekonzerte.
3. Chor: Wöchentlich eine Stunde. Homophone und polyphone geistliche und weltliche Lieder mit und ohne Begleitung des Schulorchesters.
4. Orchester:
Wöchentlich eine Stunde.
a) Unterabteilung: Einführung in das Ensemblespiel.
b) Oberabteilung: Orchesterwerke verschiedenster Art im Originalsatz oder in einwandfreier Bearbeitung. In Vereinigung mit dem Schülerchor Betätigung an allen festlichen Veranstaltungen der Schule. Am 16. Februar 1928 Schülerkonzert(Chor und Orchester)„Heiterer Abend“.
c) Turnen, Schwimmen, Spielen und Rudern
1. Der Turnunterricht wurde in wöchentlich zwei Stunden erteilt. Jede Klasse bildete eine Turnabteilung. Im Sommer wurde das Hauptgewicht auf Leichtathletik, im Winter auf das Geräteturnen gelegt. Wahrend des Winterhalbjahres turnte außerhalb des planmäßigen Unterrichts eine freiwillige Turnriege Mittwochs von 4— 6 ½ Uhr. Diese Ubungen standen unter Leitung des Oberprimaners Krug von Nidda und fanden unter durchschnittlicher Beteiligung von 24 Schülern an 16 Tagen statt. An der Verfassungsfeier im Stadion beteiligte sich die Schule mit einer größeren Anzahl von Schülern an den Freiübungen und am Staffel- lauf. Da in diesem Jahre keine leichtathletischen Wettkämpfe stattfanden, wurden im Herbst in den Klassen UIIII— Ol Klassenwettkämpfe ausgetragen.
2. Die IV hatte im Winter statt des Turnens Schwimmunterricht im Schwimmbad, bei dem 21 Schüler das Schwimmen erlernten. Von den Schülern der gesamten Anstalt waren 334= 620% Freischwimmer.
3. Die Spielstunden wurden Dienstags von 4—7 UIhr auf der Bertramswiese abgehalten. Es bestanden 14 Spielabteilungen, nur die Doppelklassen Olll—Ol waren zu je einer Spielabteilung vereinigt. Im Winter wurden die Spielstunden für VI- Ull in den Vormittagsstundenplan eingearbeitet. Die Klassen Oll— Ol spielten nachmittags entweder auf der Bertramswiese oder auf dem Schulhof. Die Hodkeyabteilung übte im Winter auf dem Sportplatz des Sportklubs 1880. Die Wettspiele um den Silberschild, bei denen die Musterschule führte, waren am Schlusse des Schuljahres noch nicht ganz zu Ende geführt. Eine Xnzahl von Schülern beteiligte sich auch wieder am Rusbyspiel. Als besondere Leistungen sind zu erwähnen: Geerling, Olb, wurde am 15. Mai Erster im Olympialauf, Volz, Olb, spielte in der Deutschen National- Rugby=-Mannschaft im Stadion gegen Frankreich. Bei den am 4. September in Nürnberg stattgefundenen nationalen süddeutschen Jugendfestspielen errang der Frankfurter Sportolub 80 vier erste Preise. Davon wurden drei von Musterschülern gewonnen: Geerling, Olb, gewinnt den 100- und 200-Meter-⸗Lauf, Schäfer, Ola, den ersten Preis im Weitsprung.
4. An den vom Frankfurter Ruderverein geleiteten Ruderübungen beteiligten sich 32 Schüler der Muster- schule. Siegreich waren die Mannschaften: 1. Fritz Dietz, Walter Vogel, Helmut Leuchs, Walter Giar, Steuer: Erich Seifert im 1. Schülervierer um den„Germaniapreis“ am 4. September 1927, und 2. Wilhelm Rößler, Erich Seifert, Kurt Weitzel, Walter Vogel, Helmut Leuchs, Erich Arnold, Hermann Griesinger, Walter Giar, Steuer: Rudi Bloch, im 1. Schülerachter um den„Wanderschild der Musterschule“ am 11. Sep-⸗ tember 1927. Außerdem waren einige Musterschüler zusammen mit Schülern anderer Lehranstalten in kombinierten Mannschaften siegreich.
d) Handfertigkeit 1. Pappen: Einfache Papparbeiten, Mappen, Kästchen u. dergl. in 2 Kursen.
2. Buchbinden:
In 2 Kursen lernten die Schüler Kartonieren und Binden von Büchern.
Z. Holzarbeiten: In einem Kurs einfache Hobel- und Sägeübungen. Bei den Fortgeschritteneren Spielzeuge, Schemel und Blumenkästen.


