1. Das Kollegium bittet darum, von der Erwerbung eines Landheims, in wel- cher Form es auch sei, vorerst abzusehen, weil es sonst keine Möglichkeit sieht, andere große, wichtige Aufgaben, namentlich der Schulreform., durchzuführen.
2. In Anlehnung an die Schuldeform wünscht es vielmehr, dalt ihm auf Grund der verfügbaren Mittel Gelegenheit geboten wird, den im allgemeinen Lmriſß vor- geschlagenen Weg grofzügig ausgestalteter Monatswanderungen für alle Klassen und wohlorganisierter 8—10tägiger Studienfahrten für die Klassen U II—OI in ausreichender Zeit zu erproben.
3. Erst wenn genügend Erfahrungen gemacht sind, um die Vorteile des Land- heims- und Wandersystems gegeneinander abwägen zu können, soll die Entschei- dung darüber getroffen werden, welches System dauernd zum Besten der Jugend und der Schule gewählt werden soll.
Nachdem der Elternbeirat am 7. 11. 25 mit sieben gegen eine Stimme und der Vorstand des Landheimvereins am 10. 11. 25 mit allen gegen zwei Stimmen sich die- sem Antrag angeschlossen hatte, wurde der Antrag in der Hauptversammlung am 22. 5. 26 mit starker Mehrheit zum Beschluß Aaden.
Das Vermögen des Vereins wird Ende 1926 rund 170,000 M. betragen. Nach Ab- tragen der moralischen Verpflichtungen werden der Schule für das Jahr 1926 3 bis 4000 M. aus dem Zinsertrag zur Verfügung gestellt. Der gesamte Zinsertrag in Höhe von rund 16,000 M. wird der Schule von 1927 ab ungekürzt zur Verfügung gestellt. Damit wird sie in den Stand gesetzt, ihre in der Denkschrift des Direktors ausführ- lich geschilderten Pläne im Sinne des Beschlusses vom 12. 5. 25 zu verwirklichen.
d. Schulspeisung.
Auch in diesem Jahre haben sich so wenig Schüler für die städtische Früh- stücksspeisung gemeldet, daß es nicht zweckmäßiig erschien, die Speisung wieder ein- zuführen. Statt dessen wurde den Schülern Gelegenheit geboten, in der Pause ein Glas beste Milch zu trinken und ein Brötchen zu essen. Die Preisfestsetzung er- folgte unter Aufsicht der städtischen Behörden:; bedürftige Schüler erhielten Er- mäßigung.
e. Gesundheitszustand und schulärztliche Beaufsichtigung.
Der Gesundheitszustand der Schüler war im vergangenen Jahr zufriedenstel- lend; kein Todesfall kam vor.
Die Schüler, für die die Schule eine ärztliche Untersuchung für notwendig hielt
oder für die vom Hausarzt eine Befreiung von einzelnen Unterrichtsfächern wie auch
vom Gesamtunterricht zum Zwecke einer gründlichen Erholung beantragt war, wur- den auf der schulärztlichen Beratungsstelle eingehend untersucht. Den meisten An- trägen muftte stattgegeben werden, da es sich oft um organische Leiden handelte. Durch die städt. Erholungsfürsorge konnten sich auch im vergangenen Jahre eine Anzahl Schüler in Bädern, an der See, in Heimen und im Luftbad erholen und kräf- tigen. Sämtliche Klassen wurden mit dem Herrn Direktor besucht, wobei auf den Gesundheitszustand der Schüler im allgemeinen geachtet wurde. Gleichzeitig wurde der Baubedürfnisstand der Schule bericksichtigt.
Reihenuntersuchungen d. h. Untersuchungen ganzer Klassen wurden in Sexta, Obertertia und Oberprima vorgenommen.
Von der städt. Schulzahnklinik wurden ebenfalls Reihenuntersuchungen vorge- nommen; auch wurde eine Anzahl von Schülern zahnärztlich behandelt.


