Mainischen Verband, Sanitätsamt des 18. Armee-Korps, Sanitäts-Depot, Wachkommando Gr. Gallusgasse, Zentrale für die Kriegsfürsorge Börsenplatz und Zentrale lür Ver- pflegung durchreisender Truppen. 39 Schüler beteiligten sich an Garten- und Feldarbeit. Ails jedoch alles wieder in geregeltere Bahnen geleitet worden war, mußten wir unsere Schüler von diesen Betätigungen wieder zurück- ziehen. Denn mittlerweile hatten sich genug Leute ge- ſunden, die durch Uebernahme dieser Beschäftigungen Verdienst ſinden konnten, und andererseits durfte auch unser Unterrichtsbetrieb nicht weiter Not leiden. Dafür ſanden sich jetzt andere Betätigungen. Unsere Schüler sammelten Bücher, Zeitungen, Zeitschriften und Spiele für Lazarette, Handschuhe zur Herrichtung als Behälter für Nähzeug für die Soldaten und dergl. mehr. Am 3. März beteiligten sich bei der Personenstandsaulnahme und am 15. März bei der Sufnahme der Kartoſfelvorräte außer den Schülern der L und II’ noch 7 Schüler der II unter Anleitung von 6 Lehrern. An Gold, das durch unsere Schüler gesammelt wurde, konnten bis zum 24. März ℳ 44 630.— an die Reichsbank abgelieſert werden. Die Schüler unserer Untertertia und Obertertia gründeten eigene Kriegs-Klassenzeitungen: die III, gibt seit Mitte Februar„Die Kameradschaft“ zum Besten des Roten Halbmonds heraus, die III seit Infang März die„Eiserne Zeit“ zum Besten des Deutschen Vereins für Sanitäts- hunde. Beide Zeitschriften erscheinen in 14 tägigen Zwischenräumen zum Preis von 10 und 20 Pig. und bringen einen ziemlich großen Reingewinn dadurch ein, daß die Unkosten nur gering sind, denn Herr Kommerzien- rat Bernhard Kahn hat in hochherziger Weise das Tragen der Druckkosten übernommen. Außerdem be- teiligten sich unsere Schüler auch sehr eifrig an dem Vertrieb von Schriften. Bei Verkauf der Schrift von Richter:„Der Krieg und die deutsche Jugend, zum Besten unserer Regimenter im Felde“ erzielten unsere jungen eine Gesamteinnahme von 432 ℳ(= einem Rein- gewinn von 310 ℳ).
Am 11. Dezember veranstaltete unsere Schule zum Besten der Kriegsfürsorge einen Unterhaltungsabend unter freundlicher Mitwirkung von Frau Marie Con-— stance Rau-Weber, Königl. Opernsängerin, München, Herrn Adolf Müller und Kapellmeister Dr. Rau. Im ersten Teil wechselten Musik- und Gesangvorträge ab, im zweiten Teil brachten Schüler der L und II Lessings „Philotas“ zur Auflührung. Der Reingewinn, der an die Kriegsfürsorge abgeführt werden konnte, betrug M 534.95.
Bei der Kaiser-Geburtstagsfeier im Reserve- Lazarett VII wiederholte unser Chor unter Leitung von Rapellmeister Dr. Rau seine Gesänge und, die ein- zelnen Schüler ihre Gedichte, die sie am Vormittag bei unserer Schulfeier vorgetragen hatten.
Außerdem konnten bis 15. März an die Kriegsfürsorge abgelieſert werden ℳ 83.11, an das Kriegslazarett in Eckenheim ℳ 72.17, an eine Volksschule für Strickwolle ℳ 26.98, an den Nationalen Frauen-Dienst ℳ 51.—. An Abonnementgeldern für den„Weltkrieg“ gingen für den Hilisverein Deutscher Frauen, Berlin ℳ 874.85 ein. Ferner wurden verkauft: Wohlfahrtsmarken des Luftfahrer- danks für ℳ 16.— und Konzertkarten zum Besten des Regiments No. 223 für ℳ 129.—. Die Sammlung zur Beschaffung von Sanitätshunden ergab bis zum 24. März ℳ 124.—, die für den Frankfurter Sanitätszug ℳ 31.—.
Von der neuen Kriegsanleihe wurden von den Eltern für ihre Söhne Reichsschatzanweisungen im Gesamtbetrag von
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ℳ 21 300.— erworben. übernommen.
Daneben wurden auch die hiesigen Kinderhorte nicht vergessen. An Weihnachten wurden diesen außer Spielen, Kleidungsstücken u. dergl. ℳ 180,05 überreicht. Rechnet man zu all dem bereits Erwähnten noch hinzu, daß die Schüler immer und immer wieder an ihre Lehrer und deren Leute, an frühere Kameraden und auch an einzelne Truppenteile Pakete ins Feld sandten, so muß man ge- stehen, daß unsere Schüler und deren Eltern es nicht an Opferwilligkeit haben ſehlen lassen.- Allen freundlichen Gebern sei auch hier nochmals, auch im Namen der Empfänger, der herzlichste Dank ausgesprochen.
Weiter ist über die Zeit nach Ausbruch des Kriegs noch lolgendes zu berichten:
Am 7. und 8. August wurde die erste Not-Reife- prüfung abgehalten. Alle 13 Primaner, die sich gemeldet hatten, bestanden die Prüfung. Zwei derselben blieben noch weiter bis Ostern Schüler der Anstalt, da ihre Eltern die Erlaubnis zum Eintritt ins Heer zurückzogen. Außerdem bestanden die Notreiſeprüfung noch 2 Nicht- schüler und ein weiterer Nichtschüler erhielt das Zeugnis der Primareiſe.
Vom 8. August ab wurde der Obersekundaner Walter Türk beurlaubt. Derselbe ist dem Roten Kreuz als Kranken- pfleger ſür die Dauer des Kriegs beigetreten.
Dem Ernst der Zeit entsprechend unterblieb diesmal unser Waldſest am Sedantage. Am 2. September wurde nach der vierten Stunde in unserem Festsaale eine Schul- ſeier abgehalten, bei der Herr Prof. Dr. Weidemann die Festrede hielt.
Am 12. September jand die Beerdigung des Ober- leutnants z. See Fritz Weiffenbach statt. Die Schule erwies ihrem früheren Schüler die letze Ehre durch zahl- reiche Beteiligung der alten Schüler und der Schüler der drei oberen Klassen, sowie durch eine Blumenspende. Unser Direktor, Herr Geheimrat Dr. Walter widmete dem fürs Vaterland Gefallenen einen warmen Abschieds- gruß. Auch der Musterschulverein legte einen Kranz am Grabe nieder.
Am selben Tage wurde durch Konſerenzbeschluß dem Unterprimaner Richard Schlesicky die Reife für Ii, und dem Obersekundaner Karl Keim die Reiſe für L zuge- sprochen. Beide sind ins Heer eingetreten.
Die Herbstferien dauerten vom 29. September bis 14. Oktober.
Am AUbend des 4 Oktober wurde in unserem Fest- saal eine Gedächtnisfeier des Pfadfindervereins für den Landesfeldmeister Hauptmann Hilken abgehalten. Nach dem Vortrag vaterländischer Lieder und Gedichte ſeierte der Vorsitzende des Pfadſindervereins Herr Geheimrat Direktor Dr. Walter die stets bereite Opferwilligkeit des fürs Vaterland gefallenen Helden in einer begeisternden Ansprache.
Am 10. Oktober zog unser Direktor, Herr Geheimrat
Die Verwaltung hat die Schule
Dr. Walter, mit dem Landsturmbataillon„Frankfurt“ nach Belgien ab. Am 31. Oktober wurde dem Untersekundaner
Alexander Tornow die Reiſe für II zuerkannt und das Zeugnis jür den Einjährig-Freiwilligen Dienst aus- gestellt. Tornow trat ins Heer ein.
Am 8. Dezember bestand der Oberprimaner Walter Heberlein die Notreifeprülung und trat ins Heer ein.
Am Abend des 21. Dezember wurde gemeinsam für unsere Vorschule und das Realgymnasium unsere Weih- nachtsfeier abgehalten. Nach einer Reihe von Gedicht-


