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Aufgaben für die Reifeprüfung. : Ostern 1914.
1. Deutscher KAufsatz: Mit welchem Recht sagt das antike Chorlied:„Vieles Gewaltige lebt, und nichts ist gewaltiger als der Mensch“?
2. UÜbersetzung aus dem Lateinischen: Livius XXVI, 18, 1—7.
3. Englischer Aufsatz: The Development of Macbeth's Character.
4. Mathematik: 1) Kus der Lage der beiden Asym- ptoten und einer Tangente die Hyperbel zu konstruieren. 2) Ein Luftschiff soll aul dem kürzesten Wege von Frank- furt a. M.(†= 50° 6,7“, 11= 80 41 5. L.) nach Königs- berg i. Pr.(†e= 540 42,8“, 12= 19⁰ 29,8 ö. L.) gelangen. Unter welchem Kurs jährt es ab und in welcher Himmels- richtung trifft es in Königsberg ein? 3) Für welchen Wert von x wird die Funktion y= X4—- 4 x+ 8 X ³— 16+ 2 ein Maximum oder Minimum, und wie groß ist der be-
treffende Wert der Funktion? 4) Ein Nater will 17 Jahre
Technische Unterrichtsfächer
Linearzeichnen: Es beteiligten sich in 4 Abteilungen 33 Schüler aus Obertertia, 22 aus Untersekunda, 21 aus Obersekunda und 17 aus Unter- und Oberprima.
Schreiben: Die Schüler mit mangelhafter Schrift von den Klassen Quarta bis Obertertia(S. H. 15, W. H. 17 Schüler) erhielten wöchentlich 1 Stunde Schreibunterricht; an dem Lehrgang für Rund- und Zierschrift beteiligten sich 33 Schüler der Quarta. Mit den Schülern der Klassen VI. und IV wurden UÜbungen im Schnellschreiben nach ameri- kanischen Vorlagen gemacht.
Turnen: Die Anstalt besuchten(mit Ausschluß der Vorklassen) im Sommerhalbjahr 306, im Winterhalbjahr 305 Schüler. Von diesen waren befreit:
Vom Turnunter- Von einzelnen richt überhaupt UÜUbungsarten i. Som. i. Wint. i. Som. i. Wint. —õ————* 4 Auf Grund ärztl. Zeugnisses 22 28 6 6 Aus anderen Gründen.. 0 0 0 0 zusammen 22 28 6 6 Also von der Gesamtzahl der Schüler. 7,3% 9,3%] 2% 2%
Für den Turnunterricht waren für jede Abteilung 3 Stunden wöchentlich angesetzt, wobei der für die Schule festgesetzte Lehrplan zu Grunde gelegt wurde. Den Unter- richt erteilten die Herren Prol. Dr. Dick, Oberl. Dr. H. Hof- mann, Oberl. Dr. Zickel, Beul, Oppermann.
An den diesjährigen Herbstwettkämpfen betei- ligten sich 3 Mannschaften, von denen jede den 2. Preis erhielt. Einzelpreise errangen in der Oberabteilung K. Walter II, Völger Ie, Gumbel II’, Becker III, Bendix II, Mohr L, Schlesicky IIi, Ramge I; in der Mittelab- teilune Gottlieb IIe, Kindling IIe, Weber II2, Werpel IIII; in der Unterabteilung Th. Haag IV.
Turnspiele: An den Mittwochs Nachmittagen ſanden während des Sommers Turnspiele auf dem Altaracker statt, deren Oberleitung in den Händen des städtischen
Turninspektors Herrn; Weidenbusch lag. Von den
hindurch am Anfange eines jeden Jahres an eine Militär- versicherungsgesellschaft eine Prämie zahlen, um für seinen jetzt Zjährigen Sohn ein Kapital von 3000 Mark zu sichern, das am Ende des 17. Jahres(von heute ab gerechnet) dem Sohne auszuzahlen ist, falls dieser noch lebt. Wie hoch beläuft sich die Prämie? Y= 116757, L= 48068,5, L. 20= 5558, p= 4%.
5. Physik: Eine Wasserkraft liefert pro Sek. 6 chm Wasser bei 8 m Gefälle und wird zum Betriebe einer Dynamomaschine benutzt. Während der Sommermonate vermindert sich die Wassermenge um ein Drittel, weshalb eine Damplmaschine zur Ergänzung aufgestellt werden muß. Diese soll mit Expansion aber ohne Kondensation mit 12 at Eintrittsspannung bei ¼h Füllung arbeiten; in der Sekunde sollen 4 Gänge stattfinden, und die Hubhöhe soll das Vierlache des Cylinderhalbmessers betragen. Wie groß ist der Durchmesser des Cylinders, wieviel Pierde- stärken muß die Maschine liefern?
und körperliche Ausbildung.
306 Schülern der Klassen VI— beteiligten sich 268 Schüler= 87,6%. Die Leitung der Spiele hatten die Herren Oberlehrer Dr. H. Hoimann, Dr. Zickel,(i. V. Dr. Beyer), Beul und Oppermann übernommen.
Freiwilliges Turnen: Im Winterhalbjahr turnte an
den Samstags Nachmittagen eine freiwillige Turnriege von 40 Schülern mit Vorturnern unter der selbständigen Leitung des Oberprimaners Ramge. Abwechselnd an- wesend waren die Herren Beul und Oppermann. S. auch Chronik.
Fechten: Die Frankiurter Turngemeinde, die in unserer Turnhalle ihre Fechtübungen abhält, gestattete in dankenswerter Weise unseren Schülern die Teilnahme am Fechtunterricht. Es beteiligten sich 20 Schüler der Oberklassen..
Wanderungen: Über das Mailest, die Sedan- feier und die Turnfahrt usw. vgl. Chronik.
Schwimmen: Von den 306 Schülern waren 188 Freischwimmer, mithin 62%. Im Laufe des Sommers haben sich 21 Schüler freigeschwommen.
Rudern: Das Rudern begann für die Senioren anfangs März, allgemein erst am 1. Mai mit 16 Ruderern. Unsere Mannschaften beteiligten sich bei der Inselfestregatta am Achterrennen und am Stilrudern, jedoch ohne Eriolg. Auch bei dem Viererrennen um den von der„Germania“* gestifteten-MWanderpreis hatten wir kein Glück. Ofter wurden bei schönem Wetter halbe und ganze Tagesaus- flüge mainaufwärts gemacht. In den Püngstſferien unter- nahmen wir in den beiden Booten von Würzburg aus eine 4 tägige Wanderlahrt bis Franklurt. Dabei wurden die Wandergerãte der Schule benutzt. Der Musterschulverein erstattete, wie seither immer, die Transportkosten für die Boote. An der Lampionauffahrt am 18. Oktober nahmen wir mit einem Boote teil. Die Gesamtfahrtenzahl betrug 120 mit 540 Ruderern. Die Leitung hatte Herr Prof. Dr. Dick.
Gesang: In VI und V je wöchentlich 2 Gesang- stunden. Es gelangten Volkslieder und Choräle zur Ein- übung. Im Anschluß an die Lieder und als Vorbereitung zu diesen in jeder Stunde Tonbildungsübungen, Einführung in Notenschrift, Takt, Rhythmus u. s. w. Aus den dazu


