Jahrgang 
1913
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Am 14. September besuchte uns vor seiner UÜbersiedelung von Wiesbaden nach Berlin-Lichterfelde Herr Geheimrat Dr. Eiselen, dem der Direktor vor der versammelten Schule die innigsten Wünsche für sein ferneres Wohlergehen und den wärmsten Dank für das der Schule andauernd bewiesene freundliche Interesse aussprach. Der 87 Jahre alte geistig und körperlich noch überaus frische Amtsvorgänger dankte mit herzlichen Wünschen für das fernere Gedeihen der von ihm 27 Jahre lang geleiteten alten Schule.

Am 18. September veranstaltete das Lehrerkollegium einen zahlreich besuchten Elternabend, bei dem die Vertreter von Schule und Haus in offener Aussprache wichtige Erziehungsfragen erörterten. Zum Schluß erfreute der als Gast anwesende Provinzialschulrat Herr Geheimrat Dr. Kaiser die Eltern und Lehrer durch eine wirkungsvolle Ansprache.

Der 25. September bedeutet einen wichtigen Wendepunkt in den bisherigen Ein- richtungen des Wett-Turnens der Schüler der höheren Schulen, worüber folgende An- gaben von Interesse sein dürften:

Der GauTurnerschaft Frankfurt a. M., der schon seit langen Jahren das Turnen der Knaben und Madchen in seinen Turnvereinen pflegt, lud die Frankfurter Lehrerschaft zu einer Besprechung ein, um in gemeinsamer Arbeit die körperliche Ertüchtigung der Jugend zu fördern. Die Aussprache führte zu dem Beschluß, jährlich ein gemeinsames Jugendturnen durchzuführen, bei dem die Schüler der höheren Schulen, der Mittel- und Volksschulen Schulter an Schulter um den Sieg kämpfen sollten. Die Leitung des Festes wurde Herrn Turn- inspektor Weidenbusch und Herrn Oppermann(Musterschule) übertragen. Am 25. September 1912 fand das Jugendturnfest, an welchem sich 750 Schüler von allen Frankfurter Schulen beteiligten, in dem Ostpark statt. Es wurde in 3 Stufen geturnt: Schüler über 16 Jahre, Schüler von 14 16 Jahren und Schüler unter 14 Jahren. Für die Oberstufe war ein Neunkampf, für die Mittel- und Unterstufe ein Sechskampf vorgeschrieben. Die Wettübungen bestanden aus Geräteübungen und sogen. volkstümlichen Ubungen: Laufen, Springen, Kugelstoßen und Ballweitwerfen. Jede Schule hatte zu diesen Kämpfen eine Mannschaft von 10 Wetturnern zu stellen. Die Musterschule erhielt in den Mannschaftskämpfen der Oberstufe den 1. Preis mit 832 Punkten und 10 UÜberpunkten. Daneben erhielten als Einzelwettkämpfer folgende Schüler einen Preis: Doetsch I den 9., Scheid E den 12., Haarer h den 13., Jassoy L den 18., Walter L den 20., Finck L und Hallensleben I den 22. und Amrhein L den 23. Preis in der Oberabteilung. Ia der Mittelabteilung erhielten Gumbel IIe den 8., Völger II den 11., Becker IIe den 16., Gottlieb III den 22. und Schlesicky IIe den 24. Preis. In der Unterabteilung wurde E. v. d. Velden III 5. Sieger.

Außzerdem beteiligten sich Schüler an den vom Frankfurter Verband für Turnsport veranstalteten Wettkämpfen. Die Ober- und Mittelabteilung wurde Sieger im Tauziehen. Im Kugelstoßen errangen Scheid E den 1., Keim I. den 4. und W. Türck II den 5. Preis, im Weitspringen bekam R. Haag II. den 4. und E. v. d. Velden III den 11. Preis, im 50 Meter Laufen F. Werpel III den 3. Preis.

Uber die Beteiligung und die Erfolge unserer Schüler bei den Turnspielen, sowie Hockey-Spiel, beim Schwimmen und Rudern vgl. S. 9..

Um die Wanderlust unter unseren Schülern zu fördern und den ca. 100 Schülern, die den Turnvereinen, dem Pfadfinderverein und den Wandervogelvereinigungen angehören, die Wanderausstattung kostenlos zur Verfügung stellen zu können, wurden die durch ein Schülerkonzert gewonnenen Mittel zur Anschaffung von Ausrüstungsgegenständen ver- wandt. Im Besitze der Schule befinden sich nun: 10 Zeltbahnen mit Zubehörbeuteln, 3 große Zelte für je sechs Schüler, 10 Militärkochgeschirre, 5 Spirituskocher, 10 Feldflaschen. 5 Teller, 8 Vorratsbüchsen, 2 Pfannen, 5 Tassen, 3 Gummidecken, 4 Spaten und 2 Beile.

Diese Gegenstände werden den Schülern auf Verlangen von den zur Verwaltung be- stimmten Präfekten ausgehändigt und müssen in gutem Zustande zurückgebracht werden. Die Oberaufsicht über die Verwaltung der Gegenstände, über deren Benutzung genau Buch geführt wird, liegt in den Händen des Herrn Oberlehrers Dr. Sander.