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Durch die Benützung der Zelte und das Abkochen im Freien sind schon viele Schüler zu gemeinsamen Ferienwanderungen veranlaßt worden, die ihnen reichen Genuß geboten und wenig Geld gekostet haben.
Von den Bildern, welche die Schüler mit ihren photographischen Apparaten bei all- gemeinen Schulausflügen und bei Einzelwanderungen aufnehmen, ziehen die Khssenpräfekten je einen Abzug ein, den sie mit den dazu gehörenden näheren Erklärungen Herrn Professor Freund zum Einkleben in ein von ihm eingerichtetes und weitergeführtes Album übergeben.
Am 13. November hatten die Schüler der Oberklassen Gelegenheit, an einer erhebenden Uhland-Gedächtnisfeier in der Paulskirche teilzunehmen.
Am 13. Dezember fand die Weihnachtsfeier für die Vorschule, am 14. die für das Realgymnasium statt. Auch hier wirkten zur Abwechslung mit dem Vortrag von Ge- dichten und Gesängen das Schülerorchester und die Herren A. Müller und H. Weigand- mit. Ihre Königliche Hoheit die Frau Prinzessin Friedrich Karl von Hessen und Se. Hoheit Prinz Friedrich Karl von Hessen beehrten uns durch Teilnahme an dieser Feier.
Bei der Weihnachtsfeier des Musterschulvereins erfreuten wir uns des Wiedersehens mit vielen alten Schülern, die uns manche Zeichen treuer Anhänglichkeit darbrachten, ebenso bei der Sylvesterwanderung auf den Altkönig und Feldberg, wo wir die Freude hatten, Herrn Direktor Dr. Freytag vom Realgymnasium von Nienburg a. d. W. als„Ober- bruder vom Großen Sohl“ begrüßen und in Erinnerung an frühere Zeiten schöne Stunden mit ihm zu verleben. Mit den unter Leitung des Herrn Direktors Dr. Schoenemann aus Homburg v. d. H. zahlreich erschienenen Gymnasiasten und mit unserem alten Freunde Herrn W. Maabß und sonstigen Homburger Freunden wanderten wir über den Herzberg nach Hom- burg v. d. H., wo uns durch die Besichtigung der prächtigen Erlöserkirche und die stimmungs- vollen Orgelvorträge ein besonders weihevoller Genuß zum Abschluß des schönen Festes geboten wurde. Für Herrn Professor Dr. Reinhardt, den Begründer und Führer dieser Wanderungen, war die überaus zahlreiche Beteiligung von mehr als 70 jetzigen und früheren Schülern sowie verschiedener Kollegen eine wertvolle Anerkennung seiner verdienstvollen Bemühungen um die Förderung dieser Wanderungen. Uns alle erfreute insbesondere, daß zwei alte Freunde der Schule, die die 70 Jahre schon weit überschritten haben, Herr R. Bremme und Herr J. Frisch- mann, sowie dessen Schwiegersohn Herr Major von Bezold aus Zweibrücken an der Wanderung teilnahmen und der Jugend mit gutem Beispiel im wahrsten Sinne des Wortes„vorangingen“. Die markigen, von echt vaterländischer Gesinnung getragenen Ansprachen der Herren Direktor Dr. Freytag und Major von Bezold werden in den Herzen der Jugend noch lange nachhallen.
Am 27. Januar feierten wir den Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers. Der Direktor hielt die Festrede über das Deutschtum in den Vereinigten Staaten von Nord- amerika, wobei er auf Grund seiner Erfahrungen nachwies, daß man in der amerikanischen Schule mehr für die Pflege des Patriotismus tue als bei uns. Der Vorwurf, die deutsche Schule sei zum Chauvinismus geneigt, sei durchaus unzutreffend; wir stehen sogar leider mit der Pflege nationaler Gesinnung in der Schule weit hinter anderen Staaten zurück und können uns z. B. an Amerika ein nachahmenswertes Beispiel nehmen. Am Schlusse der Feier über- reichte der Redner auf Beschluß des Lehrerkollegiums die von Sr. Majestät dem Kaiser ge- stifteten Bücher:„Deutschlands Seemacht“ von Wislicenus dem Oberprimaner A. Caro und das„Marine-Album“ des Deutschen Flottenvereins dem Unterprimaner K. Walter.
Am 5. März hielt Herr Professor Dr. med. Flesch vor den Abiturienten und Unter- primanern eine ernste Ansprache über die beim Eintritt ins Leben auf die Jugend einstürmenden Gefahren, vor denen er sie in beredten und tief empfundenen Worten ein- dringlich warnte.
Im vorigen Jahre versuchten wir zum ersten Male für die aus Untersekunda und Obersekunda ins Berufsleben übergehenden Schüler eine entsprechende Belehrung, die Herr Professor Dr. Flesch auch diesmal freundlichst übernehmen wird. DieSchule schuldet dem Freunde unserer Anstalt den wärmsteu Dank für seine dem Wohle der Jugend geltenden Ansprachen.


