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III. Chronik der Schule. 1. Zur Schulgeschichte.
Das neue Schuljahr begann am 15. April mit der Aufnahme der neuen Schüler in die 3. Vorschulklasse. Der Unterricht wurde am 16. April durch eine Feier in der Aula eingeleitet.
Der an Stelle des Herrn Prof. Dr. Rausenberger erwählte Herr Oberlehrer Dr. Hofmann*) wurde 14 Tage später, nach Ableistung einer militärischen Ubung, vor versammelter Schule in sein Amt eingeführt.
Am 9. und 10. Mai fand vor den Eltern der Schüler und Freunden der Anstalt eine musikalisch-dramatische Aufführung statt, in der uns Herr Adolf Muller durch
sondere Freude machte die von Herrn Oberlehrer Dr. Sander sorgfältig vorbereitete Aufführung von Le Sourd“, Lustspiel in einem Akt von Desforges(dargestellt von Schülern der Untersekunda). Der Reinertrag wurde zur Anschaffung von Ausrüstungsgegenständen für Schülerwanderungen und für Sport- und Spielgeräte bestimmt.
Zum Abschied des am Ende des ersten Vierteljahres aus der Anstalt scheidenden amerikanischen Lehramtsassistenten, Herrn Clair Hadyn Bell, vereinigte sich das Lehrer- kollegium mit den Schülern der Anstalt zu einer Feier, in der die Schüler englische Gedichte und Lieder, die sie zum Teil bei Herrn C. H. Bell gelernt hattten, zum Vortrag brachten. Die Oberprima überraschte Herrn Bell durch die Darstellung der Forum-Szene aus Shakespeares „Julius Caesar“. Die drei oberen Klassen überreichten Herrn Bell mit Worten innigen Dankes für die ihnen zuteil gewordene Förderung und als Erinnerung an seinen Aufenthalt in Deutschland wertvolle deutsche Literaturwerke Der Direktor widmete dem scheidenden
reichen Anregungen, die er seinen Schülern, sei es ber Spaziergängen, sei es bei angestrengter Arbeit in der Schule, geboten hatte. Ein Teil des Dankes gebührt auch seiner Gattin, die ihn bei seiner Arbeit treu unterstützt und die Schüler bei gemeinsamen Spaziergängen durch anregende Unterhaltung gefördert hat.
Herr und Frau Bell sprachen in tief empfundenen Worten ihren Dank für alles Gute aus, das sie in so reichem Maße von allen Seiten erfahren hätten, und versicherten, daß sie auch in der fernen Heimat sich dauernd mit der Musterschule verbunden fühlen würden. Wir wünschen dem überaus tüchtigen, bescheidenen, jungen Kollegen, der sich in gleicher Weise die Anhänglichkeit und Zuneigung des Kollegiums und der Schüler zu er- werben verstanden hat, für die Laufbahn in seiner Heimat von Herzen Glück und Segen.
bindung geblieben und hat gewissermassen aus der Ferne seinen Unterricht fortgesetzt, indem er Lehrern wie Schülern wertvolle Nachrichten durch Zusendung von Briefen, Bildern, Zeitungen und Zeitschriften zukommen lässt. Daher war es erfreulich, dass Herr Prof. Dr. Rausenberger auf seiner Weltreise Herrn und Frau C. H. Bell in Los Angeles(Californien) besuchen konnte. Bei dieser Gelegenheit danken wir gleichzeitig Herrn Prof. Dr. Rausenberger
*) Dr. Heinrich Hofmann wurde am 12. Juni 1883 in Oberellenbach, Kreis Rotenburg a. F. geboren. Er besuchte die Höhere Bürgerschule zu Rotenburg a. F. und das Realgymnasium zu Cassel, das er Ostern 1903 verließ. Er Studierte Philosophie, Mathematik und Physik auf den Universitaten Berlin, Göttingen und Müúnchen und bestand im Dezember 1908 in Göttingen die Oberlehrerprüfung. Von Ostern 1909— 1910 leistete er an der Oberrealschule I in
Vom I. Oktober 1911 bis 1. April 1912 war er dem Gymnasium zu Marburg überwiesen und bestand in dieser Zeit in Göttingen die Doktorprufung auf Grund einer philosophischen Arbeit„Untersuchungen über den Empfindungsbegriff“


