Jahrgang 
1905
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E. Beul). Den Unterricht des zu einer Studienreise ins Ausland beurlaubten Herrn Ober- lehrers Dr. Höfer übernahm Herr Dr. Schulte, der bei uns gleichzeitig sein Probejahr ablegte.

Eine schwere Heimsuchung erlitt unsere Schule durch den Verlust unseres lieben Kollegen Herrn Wilhelm Huber. Nachdem er noch bis zum 11. Januar in gewohnter Frische und Rüstigkeit seinen Unterricht erteilt hatte, erhielten wir am folgenden Tage die betrübende Nachricht, daß ihn ein Schlaganfall gelähmt habe. Unsere Hoffnung, ihn bald wieder gesund unter uns zu sehen, sollte sich leider nicht verwirklichen; nach schwerem Leiden wurde er uns am 3. Februar im 61. Lebensjahre entrissen. Welch harter Schlag für seine Familie und für die Schule, an der er 32 Jahre seines Lebens in voller Hingebung und Treue gewirkt hat! Mit den Eigenschaften eines hervorragenden Lehrers verband der Entschlafene in seltenem Maße die eines Erziehers und Freundes der Jugend, in deren Ver- kehr er sich stets glücklich und zufrieden fühlte.

Wie blickten aber auch die Kinder zu ihm auf, der so tief in ihre Seele hineinzuschauen wußte; welche rührende Anhänglichkeit bekundeten sie ihrem treuen Lehrer, dessen hin- gebende Liebe sie vollauf empfanden und erwiderten! So manche Träne perlte aus den Augen der Kleinen, die sich nicht vergegenwärtigen konnten, daß ihr treuer Freund und Lehrer von ihnen genommen sei, daß sie nicht mehr in sein liebes Auge schauen, ihm nicht mehr die Hand zum Grut drücken sollten! Und wir alle, die wir ihm als Kollegen und Freunde nahegestanden, wissen, wie viel wir an diesem charaktervollen, gediegenen Manne verloren haben. Wie er in seinem Berufe treu war, so hat er auch allen seinen Kollegen Treue bekundet: stets bereit zu Rat und Tat, sei es für die allgemeinen, großen Interessen, sei es für das Wohl jedes einzelnen unter ihnen. Die Verehrung und Liebe, die unserem verewigten Kollegen von allen Seiten zu teil wurde, kam bei der Beisetzung auf dem Fried- hofe zum erhebenden Ausdruck. Nach der Trauerrede des Herrn Pfarrers Wolff und dem Scheidegruß des Direktors legten Herr Direktor Keller für die Elisabethenschule, Herr Bautz für den Lehrergesangverein, Herr Laurenze für den Musterschulverein mit tiefempfundenen Worten Kränze am Grabe des entschlafenen Freundes nieder, während der Sängerchor seinem treuen Mitgliede die letzte Huldigung darbrachte.

Wir werden dem lieben Kollegen Huber, der in seiner langjährigen, reich gesegneten Tätigkeit an der Musterschule in jeder Weise vorbildlich gewirkt hat, allzeit ein treues Gedenken bewahren. Er ruhe sanft!

Erkrankungen, Beurlaubungen sowie Vertretungen von Lehrern.

Wegen Erkrankungen mußten folgende Herren ihren Unterricht aussetzen: Oberlehrer Bernhard 24 Tage, Oberlehrer Dr. Bilger 6 Tage, Oberlehrer Dr. Dick 2 Tage, Aushilfslehrer Gernroth 25 Tage, Oberlehrer Dr. Heddaeus 25 Tage, W. Huber 23 Tage, A. Müller 2 Tage, Oberlehrer Dr. Pitschel 4 Tage, Oberlehrer Dr. Roemer 10 Tage, Dr. Schulte 4 Tage, Direktor Walter 3 Tage, Oberlehrer Dr. Weidemann 2 Tage. Aus anderen Gründen wurden folgende Herren beurlaubt: Zeichenlehrer Freund 6 Tage(Berliner Zeichenkursus), Oberlehrer Dr. Gündel 14 Tage(Militärische UÜbung), Oberlehrer Dr. Neumann 5 Tage(Naturforscherver- sammlung in Breslau), Oberlehrer Dr. Pitschel 2 Tage(Familienangelegenheiten), Professor Dr. Reinhardt 9 Tage(Militärische UÜbung), Direktor Walter 9 Tage(Kölner Neuphilologentag, Dienstreise, Vorstandssitzung des Realschulmänner-Vereins in Düsseldorf).

Die vorübergehenden Vertretungen wurden vom Lehrerkollegium in dankenswerter Weise übernommen; während der längeren Erkrankungen und Beurlaubungen traten neben

²) Eduard Beul, geboren 1869 zu Bockenheim, absolvierte die dortige Realschule und besuchte von 188689 das Lehrerseminar zu Fulda. Nachdem er vertretungsweise an verschiedenen Schulen beschäftigt gewesen, erfolgte 1890 seine provisorische Anstellung an der Bonifatiusschule. 1891 legte er in Berlin die Turnlehrerprüfung, 1892 in Fulda die zweite Lehrerprüfung ab, Januar 1893 wurde er definitiv angestellt. 1903 bestand er in Cassel die Prüfung für Lehrer an Mittelschulen(Französisch und Englisch) und wurde am 1. Oktober 1904 mit der Verwaltung der an die Musterschule angegliederten Vorschulklasse beauftragt.