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— III. Chronik der Schule.
Das Schuljahr begann den 6.-April mit der Aufnahmeprüfung für die Klassen des Realgymnasiums und mit der Einführung der in die Vorschule neu eintretenden Schüler. Der regelmäßige Unterricht nahm am 7. April seinen Anfang. Die Ferien verteilten sich wie bisher.
Wegen großzer Hitze fiel der Nachmittagsunterricht aus am 29. Juni und am 2. undh 3. Juli, zum Zweck des Schlittschuhlaufens am 11., 15. und 18. Januar und am 8. März 1892.
Das»Maifest« wurde in üblicher Weise am 15. Mai abgehalten. Die Bedeutung des 9 und 22. März, des 15. Juni und 18. Oktober wurde in angemessener Weise den Schülern in Erinnerung gebracht. Die Festrede am Sedantage hielt Herr Oberlehrer Thévenot, diejenige am Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm II Herr Oberlehrer Dr. Rosenberger.
Die Reifeprüfung für Ostern 1891 hat am 2. Februar, diejenige für Herbst 1891 am 5. September stattgefunden. Beide unter Vorsitz des Herrn Provinzial-Schulrates Geh. Regierungsrat Dr. Lahmeyer. Die erstere in Gegenwart des Herrn Konsistorialrates Pfarrer Dr. Jung. die zweite des Herrn Konsistorialrates Pfarrer Dr. th. Ehlers als städtischer Kommissarien.
Am 13. November wohnte der Herr Provinzialschulrat Geh. Regierungsrat Dr. Lahmeyer während der ganzen Schulzeit dem Unterricht in verschiedenen Klassen bei.
Während der Sommermonate fanden am Nachmittag des Mittwochs die Turnspiele wie bisher auf dem Altaracker statt, 136 Schüler aller Klassen in zwei Abteilungen geteilt, nahmen unter Leitung der Herren Dr. Reinhardt und Riese teil, die durchschnittliche Anwesenheit be- trug 75,7%. Den 16. September fand ein Wettturnen im Fünfkampf zwischen 15 Schülern des Gymnasiums, der Wöhler- und Musterschule statt, bei welchem der Oberprimaner der letzteren Karl Kayfer den Sieg errang. Am 19. September unternahmen die Herren Dr. Reinhardt und Riese mit 45 an den Turuspielen fleissig beteiligten Schülern der oberen und mittleren Klassen eine Turnfahrt in den östlichen Odenwald(Neustadt-Eulbach-Erbach).
Veränderungen im Lehrerkollegium.
Mit dem 1. Oktober trat Herr Oberlehrer Dr. Fliedner in den Ruhestand, nachdem er schon den ganzen Sommer aus Gesundheitsrücksichten beurlaubt war. Der Magistratserlaß vom 30. Oktober sprach ihm die»Anerkennung für seine langjührigen ersprießlichen Dienste« aus. Er war seit dem 13. Mai 1864 als ordentlicher Lehrer an der Musterschule angestellt.(S. Ein- ladungsschrift der Musterschule 1865). Im Jahre 1875 schrieb er die wissenschaftliche Ab- handlung der Einladungsschrift über Syllogismus und Induktion. Möge es ihm noch lange ver- gönnt sein, in erwünschter und ungestörter Ruhe seinen mannigfaltigen wissenschaftlichen Neigungen zu leben.


