Jahrgang 
1892
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9 IV 3 St. w. Grammatik: Der zusammengesetzte Satz. Das Wichtigste aus der Wortbildungs- lehre an typische Beispiele angeschlossen. Abwechselnd Rechtschreibeübungen in der Klasse und schriftliches freieres Nacherzählen des in der Klasse Gehörten(häusliche Arbeit) alle 4 Wochen. Lesen von Gedichten und Prosastücken. Nacherzählen. Aus- wendiglernen von Gedichten wie früher.

III 3 St. w. Grammatik: Zusammenfassender Überblick über die wichtigsten der deutschen Sprache eigentümlichen grammatischen Gesetze. Häusliche Aufsätze(Erzühlungen, Beschreibungen, Schilderungen, Ubersetzungen aus der fremdsprachlichen Lektüre) alle 4 Wochen. Behandlung prosaischer und poetischer Lesestücke(nordische, germanische Sagen, allgemein Geschichtliches, Kulturgeschichtliches, Geographisches, Naturgeschicht- liches, Episches, insbesondere Balladen). Belehrungen über die poetischen Formen, soweit zur Erläuterung des Gelesenen erforderlich. Auswendiglernen von Gedichten

wie früher.

IIII 3 St. w. Häusliche Aufsätze wie IIIz, dazu Berichte über Selbsterlebtes, auch in Brief- form. Allmähliches Hervortreten der poetischen Lektüre vor der prosaischen, sonst im allgemeinen wie III2. Lyrisches und Episches.(Schillers Glocke und Homer in der Übersetzung von Woßz). Auswendiglernen von Gedichten und Dichterstellen wie vorher.

II. 3 St. w. Praktische Anleitung zur Aufsatzbildung durch Ubungen in Auffindung des Stoffs und Ordnung desselben in der Klasse. Leichte Aufsätze abhandelnder Art

alle 4 Wochen, besonders Vergleichungen neben erzühlenden Darstellungen oder Be- richten, wie in IIII, nur umfassender; auch Ubersetzungen aus der fremdsprachlichen Lektüre. Lektüre: Wilhelm Tell, Minna von Barnhelm, Hermann und Dorothea. Die Erklärung ist in möglichst einfacher Weise darauf zu richten, daß das Ganze von dem Schüler als ein in sich abgeschlossenes Kunstwerk aufgefaßt werde. Auswendig- lernen von Dichterstellen und erste Versuche im Vortrag kleiner eigener Ausarbeitungen über Gelesenes.

III 3 St. w. Häusliche und Klassenaufsätze. Kleinere Abhandlungen aus dem dem Schüler im Unterrichte eröffneten Gesichtskreise; etwa 8 Aufsätze im Schuljahr. Einführung in das Nibelungenlied unter Veranschaulichung durch Proben aus dem Urtext, die vom Lehrer zu lesen und zu erklären sind. Ausblicke auf nordische Sagen und die grofßen germanischen Sagenkreise, auf die höfische Epik und die höfische Lyrik. Einzelne sprachgeschichtliche Belehrungen durch typische Beispiele. Zusammenfassender Rück- blick auf die Arten der Dichtung. Lesen von Dramen(z. B. Wallenstein, Egmont,

G6tz). Gelegentliches Auswendiglernen von Dichterstellen und Vorträge der Schüler fiber den Inhalt bedeutenderer mittelhochdeutscher Dichtungen oder gelesener moderner Dramen und sonstiger Dichtungen nach eigenen Ausarbeitungen.

I2 3 St. w. Aufsätze wie in III. Lebensbilder aus der deutschen Litteraturgeschichte vom Beginn des 16. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts in knapper Darstellung. Lektüre: Lessingsche Abhandlungen(Laokoon). Einige Oden Klopstocks; Schillers und Goethes Gedankenlyrik; ferner Dramen, namentlich Iphigenie, Braut von Messina, ein sopho-

kleisches Drama; Proben von neueren Dichtern. Vorträge wie in III. P. Musterschule 1892. 3 2