Jahrgang 
1887
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Am 2. September wurde das Sedanfest in der Schule gefeiert. Es wurden Abschnitte aus der Schlacht bei Belle Alliance von Scheerenberg vorgelesen von Gesängen der Schüler unter- brochen, mit Einleitung und Schluß dureh den Direktor.

Am Nachmittag des 11. und des 20. Januar wurde in den Klassen von Sexta aufwüärts zum Schlittschuhlaufen freigegeben-

Am 3. März fand die Abgangsprüfung unter Vorsitz des Direktors statt.

Den 9. März abends 6 ½ bis 8 ½ Uhr fand eine musikalisch-deklamatorische Aufführung der Schüler in der Aula statt, bei welcher nicht nur Gesangstücke unter Leitung des Herrn Bautz, sondern auch unter desselben Leitung Solovorträge der Abiturienten Her wig und Thévenot auf Violoncell und Geige und instrumentales Gesamtspiel einer größeren Anzahl von Schülern vorgeführt wurden. Zwei Abschnitte aus dem wilden Jäger von J. Wolf wurden von dem Unterprimaner Stockhausen und dem Obersekundaner Eisig vorgetragen. Alle Zuhörenden hatten lebhafte Freude an diesen außerschulmäßigen Leistungen unserer Schüler, deren ethische und ästhetische Bedeutung gewiß nicht zu unterschätzen ist,

Am 22. März wird der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers in gewohnter Weise gefeiert. Die Festrede hält Herr Oberlehrer Dr. Nabert.

Am 3. September hatten wir die traurige Pflicht, unsern jugendlichen Amtsgenossen Herrn Dr. Julius Notthaft zu Grabe zu geleiten, der am 1. September im 33. Lebensjahre nach längerer schwerer Krankheit gestorben war. Wir verloren in ihm einen lieben Mitarbeiter, der sich mit lebhaftem Eifer seinen wissenschaftlichen Aufgaben und mit Gewissenhaftigkeit und Pflichttreue seinem Lehramte widmete.

Veränderungen im Lehrerkollegium.

Im Herbst 1886 schied aus dem Lehrerkollegium Herr Karl Paul, der schon seit dem 10. Februar erkrankt, dann länger zu seiner Herstellung beurlaubt, mit Ablauf des Sommerhalb- jahrs in den Ruhestand trat. Er gehörte vom Februar 1847 bis 16. Oktober 1849 als Hilfslehrer, dann als ordentlicher Lehrer der Musterschule an, also fast 40 Jahre. Eine große Zahl hiesiger Bürger, mehrere Geschlechter hindurch, haben seinen Unterricht genossen und sind ihm zu Dank verpflichtet. Seine Rechenbücher bestimmen auch nach seinem Ausscheiden noch den Gang des Rechenunterrichts und halten auch so sein Andenken unter uns lebendig. Wir aber wünschen dem scheidenden Amtsgenossen mit herzlichem Anteil noch eine lange Zeit freundlichen und glücklichen Ruhestandes; denn wer auch dem anstrengenden Berufe des Lehrers nicht mehr ge- wachsen ist, kann sich doch einer durch selbstgewählte Thätigkeit befriedigenden Muße erfreuen.

Zu Ostern scheidet der ordentliche Lehrer Herr Boesche aus, um einem Rufe als Ober- lehrer an das Königliche Luisen-Gymnasinm in Berlin folge zu leisten. Wir sehen den eifrigen pflichttreuen Amtsgenossen, der sich in den 5 Jahren seiner hiesigen Thätigkeit die Liebe seiner Schüler und die volle Achtung der Amtsgenossen erworben und die Schüler zu tüchtigen Leistungen geführt hat, mit Bedauern aus unserer Mitte scheiden, aber wir gönnen ihm die Beförderung, die ihm hier nicht zuteil werden konnte, und wünschen ihm eine befriedigende und gedeihliche Wirksamkeit in seinem neuen Amte.