Jahrgang 
1887
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2.

In die durch den Tod des Herrn Dr. Notthaft erledigte Stelle trat Herr Dr. Wilh. Reinhardt ein, der durch Magistratsdekret vom 19. Oktober 1886 zum ordentlichen Lehrer an der Musterschule, vom 1. Oktober an gerechnet, ernannt und durch Erlaß des Königlichen Pro- vinzial-Schulkollegiums vom 4. November bestätigt wurde. Herr Dr. Wilh. Reinhardt, evangelischer Konfession, am 21. Juni 1859 zu Battenberg in der Provinz Hessen-Nassau geboren, besuchte das Realgymnasium zu Wiesbaden, widmete sich dann von Ostern 1878 bis Herbst 1881 zu Marburg und Straßburg dem Studium der Mathematik und Physik und der beschreibenden Naturwissen- schaften. In diesen Fächern erwarb er sich auch die Lehrbefähigung. Im Juli 1885 promovierte er zu Straßburg; im März 1886 bestand er in der Centralturnanstalt zu Berlin-die Prüfung für den Unterricht im Turnen und Hiebfechten. Er gehört bereits seit Herbst 1883 der Lehrer- schaft der Musterschule an. Nachdem er 1884 sein Probejahr vollendet, blieb er als Hilfslehrer beschäftigt und hatte mehrfach Gelegenheit in den verschiedensten Fächern längere Zeit für erkrankte Lehrer einzutreten, zuletzt für Herrn Paul.

Die Stelle des Herrn Paul wird zunächst nicht definitiv wieder besetzt, da einige Herbst- Vorschulklassen bis auf weiteres eingegangen sind, was demnächst auch auf das Realgymnasium einwirken wird. Statt dessen wurde Herr Fellenberg nach seinem Herbst 1886 vollendeten Probejahr als provisorischer Hilfslehrer mit voller Stundenzahl an der Musterschule angestellt. Herr Otto Fellenberg, evangelischer Konfession, geboren am 29. November 1859 zu Guben, be- suchte dort das Gymnasium und studierte dann von Herbst 1879 bis Herbst 1883 zu Marburg alte Philologie, deutsche Sprache, Geschichte und Geographie, im Juni 1885 bestand er ebendort die Lehramtsprüfung.

Die Stelle des Herrn Boesche wurde durch Aufrücken der Lehrer besetzt, für den Fach- unterricht des Herrn Boesche ist aber Herr Bernhard, bisher Hilfslehrer am Gymunasium, in eine ordentliche Lehrerstelle an der Musterschule berufen. Herr Heinrich Bernhard, geboren am 16. Novem- ber 1859 zu Fambach, Kreis Schmalkalden, evangelischer Konfession, Sohn des Pastors Wilhelm Beruhard zu Marburg a. L., besuchte das Gymnasium zu Schleusingen bis Ostern 1879. Hierauf studierte er in Marburg und Berlin Theologie und Philologie. Im Sommer 1883 bestand er in Marburg das theologische Kandidatenexamen, im Sommer 1884 das Examen pro facultate docendi. Von Herbst 1883 bis 1884 versah er eine wissenschaftliche Hilfslehrerstelle am städtischen Gymnasium zu Frankfurt a. M. Vom 1. Oktober 1884 an leistete er sein einjährig-freiwilliges Dienstjahr ab, trat am 1. Oktober 1885 am hiesigen Gymnasium wieder als wissenschaftlicher Hilfslehrer ein und absolvierte zugleich sein Probejahr.

Die lange Krankheit des Herrn Dr. Forte, der erst nach Neujahr imstande war, seinen Unterricht wieder aufzunehmeu, nötigte fremde Hilfskräfte heranzuziehen. Bis Herbst erteilte Herr Dr. Oswald Cohn, der uns schon im voraufgegangenen Schuljahre in dankenswerter Weise ausgeholfen, alle sprachlichen Stunden des Herrn Dr. Forte, während Herr Dr. Heuser vier Stunden Geographie versah. Nachdem Herr Dr. Cohn im Herbst zum ordentlichen Lehrer an der Realschule der israelitischen Gemeinde berufen war, behielt er nur noch 4 Stunden Englisch in Oster-Untertertia bei; zur Erteilung der anderen sprachlichen Stunden des Herrn Dr. Forte trat Herr Richard Andrae ein, der im Herbst sein Probejahr an der Adlerflychtschule beendet hatte. Die geographischen Stunden behielt Herr Dr. Heuser bei; er führt sie auch zur Zeit noch fort.

Als Schulamtskandidaten traten zur Ableistung des Probejahrs im Herbst neu ein: 1) Herr Karl Schwab, katholischer Konfession, geboren den 16. Februar 1861 zu Wiesbaden