Jahrgang 
1887
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findet?(Göthe). 4 b) Die Rechtfertigung der Neugier soll nach den vom Pfarrer in Hermann und Doro- thea(Schicksal und Anteil) angegebenen Gründen ausgeführt werden. 5) Die Beweggründe der Verschworenen zur Ermordung Cäsars in Shakespeares Julius Cäsar. 6) Die lyrischen Gedichte Schillers oder Stellen in denselben, in denen er von der Bedeutung der Dichtung und des Dichters spricht, sind aufzusuchen und in Gedankenzusammenhang zu bringen. Klassenaufsätze: 7. Die Wichtigkeit der Selbsterkenntnis und der Weg zu derselben.(Hinweisung auf Schillers Gedicht: Der Schlüssel und Antonios Ausspruch in Gothes Tasso: Es ist wohlangenehm u. s. w. 8. Das Wesen der Tragödie nach Schillers Aufsatz über die tragische Kunst. Außerdem hielt jeder Schüler nach schrift- licher Ausarbeitung, welche von allen Schülern gleichzeitig vorgelegt wurde in jedem Halbjahr einen Vortrag. Die Themata waren folgende: Jordans Nibelungen. T. 1. Die verschiedenen Formen der Treue im alten Nibelungenliede. Gudrun. Das Gralkönigtum nach Wolframs Parzival. Die Tiersage nach Grimm und Göthes Reinecke Fuchs. Die Faustsage nach dem Puppen- spiel und nach Marlowe. Walther von der Vogelweide nach Uhland. Hans Sachs und Göthes Hochschätzung desselben. Göthes Erwin von Steinbach und sein Verhältnis zur Gothik. Welche inneren Konflikte treiben(Göthes) Werther zum Selbstmorde? Der Triumph der Empfindsam- keit von Göthe. Göthes Dramen, welche sich auf die französische Revolution beziehen. Göthes Aufsatz über die Metamarphose der Pflanzen. Das Zwischenspiel: Helena im 2. Teile von Göthes Faust nach Carlyle. Der Königslieutenant in Göthes Wahrheit und Dichtung und Gutzkows Königslieutenant. Schillers und Körners Freundschaft. Schillers und Göthes Freundschaft. Schillers und Göthe's Xenien. Schiller's Antrittsrede: Was heißt und zu welchen Ende studiert man Univer- salgeschichte? Grundgedanken von Herders Ideen u. s. w. I. Buch 1 5. Herders Stimmen der Völler. Herders Cid. Die Kriegslieder von 1813. Der wilde Jäger von J. Wolff. Der Rattenfänger von J. Wolff. Der Pathe des Todes von Baumbach. Otto der Schütz von Kinkel. Iphigenie

in Tauris von Euripides. Iphigenie in Aulis von Euripides verglichen mit Iphigenie in Aulis von Racine. Die Oresteia des Aschylos. Odysseus im Philoktet und im rasenden Ajas bei So- phokles. Alexanders von Humboldt Leben. Aufsätze bei den Entlassungsprü-

fungen. 1. Herbst 1886:»Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb um es zu besitzen.« 2. Ostern 1887:»Weshalb verwirft Lessing die beschreibende Poesie, und auf welches Mittel zur Ver- anschaulichung körperlicher Gegenstände verweist er den Dichter? Es soll an einigen Beispielen gezeigt werden, wie sich Göthe und Schiller zu diesen Grundsätzen verhalten haben.

3. Latein. Oberprima 5 St. w., a) 3 Stunden Lektüre: Livius IJ. XXIV. XXV und XXVI

1 40. Cicero: Pro Roscio Amerino. Tacitus: Germaunia. Übersetzungen aus dem Deutschen ins Lateinische und grammatische Wiederholungen. Oberlehrer Lentz. b) 2 St. w. Lektüre: Horaz.: Ausgewählte Carmina, Satiren und Episteln. Oberlehrer Dr. Maué.

Unterprima 5 St. w, a) 3 Stunden Lektüre: Livius XXI 1 50 und Cicero Laelius. Extemporalien; im Anschluß daran grammatische Wiederholungen. Oberlehrer Dr. Fliedner. b) 2 St. w. Lektüre: Horaz: Ausgewählte Carmina. Metrik. Oberlehrer Dr. Maué.

4. Frauzösisch. Jede Abteilung hat 4 St. w.; 3. Stunden gemeinsam und je eine getrennt.

Lektüre: Charlotte Corday von Ponsard statarisch; les femmes savantes von Molière

kursorisch. La Révolution française von Mignet, 2. Hälfte kursorisch. Ubersetzung geschichtlicher und erzählender Prosa aus dem Deutschen mündlich und schriftlich. Jede Woche ein Exercitium; Extemporalien. Auswendiglernen. Sprechübungen,

im Anschluß an die Lektüre. Jeder Schüler hielt 3 Vorträge und schrieb 6 Aufsätze. Oberlehrer Dr. Nabert.