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Den 20. August. 1728 vorgeſchlagen... Und endlich Von Hochgedachtem Amplissimo Senatu den 10. Märtz a. c.[1729] Großgünſtig approbiret und confirmiret worden.“
In dem 12 Seiten umfaſſenden Schriftchen kommt die Form Rechen⸗Meiſter außerdem noch dreimal vor.
Frankfurter Intelligenz⸗Blatt von 1755, 21. Nov: Verſtorben]„Herr Chriſtian Collenberg, Teutſcher Schuhl⸗ Schreib⸗ und Rechnenmeiſter, alt 88. Jahr 3. Monat 13. Tage, und ſeines Schuhl⸗Amts im 58. ſten Jahr.“
Dies iſt auch in M. Belli⸗Gontard, Leben in Frankfurt a. M., Bd. IV. S. 78, angeführt. — Alſo ſchon in der Mitte des vorigen Jahrhunderts in einer amtlichen Bekanntmachung die falſche Form.
Leſſing, Laokoon, 1766, S. 210:
„In dem Munde eines Zeichenmeiſters möchten ſie(die Formeln) noch etwas ſagen.“ Campe, Erſte, Sammlung merkwürdiger Reiſebeſchreibungen für die Jugend, Thl. V, Braunſchweig 1806, S. 260:„Ich fügte einige Rechnenpfennige hinzu.“
Dinter's Leben, von ihm ſelbſt beſchrieben, 34. Aufl., Plauen 1860[(Dinter ſtarb 1831] S. 149:„In der Rechnenſtunde ſaß Frommold neben ihm.“— S. 156:„In den Rechnenzeddeln.“
Schulordnung für die evangeliſch⸗proteſtantiſche Mittelſchule in Frankfurt a. M. (1824) S. 9§ 10:„Nur dem Zeichenlehrer iſt es verſtattet“ u. ſ. w.— S. 24§ 9:„Der Rechnen⸗ und Singlehrer haben die Sitzordnungen in den 3 oberen Klaſſen, und der Schreib⸗, Rechnen⸗ und Leſelehrer in den beiden 4ten Klaſſen in der Lehrerconferenz zu beſtimmen.“
Ähnliches Schwanken kommt öfters vor. So z. B. ſteht in der Allgemeinen Deut⸗ ſchen Lehrerzeitung von 1864 S. 15 Rechenunterricht, dagegen S. 43 Zeichnenvorlagen, Zeichnenunterricht, Zeichnenſchule.— In Lübens pädagogiſchem Jahresberichte Band X. S. 277 iſt angezeigt:„Der praktiſche Rechnenmeiſter.... Für Lehrer und Schüler der Rechen⸗ kunſt. Von Friedrich Herrmann, Leipzig 1856.“ Ebenda Band XXI. S. 543:„Zeichnenſchule.. zur Erleichterung des theoretiſchen Zeichenunterrichts. Von Hugo Troſchel, Kupferſtecher und Zeichen⸗ lehrer, Berlin 1865.“
L. v. Rönne, Das Volksſchulweſen des Preußiſchen Staates, Berlin 1855, ſchreibt Rechnenſchüler(S. 673), Rechnenunterricht(S. 674, 676).
Im Gratis⸗Anzeiger für die Lehrer Norddeutſchlands von 1871 Nr. 50 ſchreibt „der Magiſtrat der Reſidenzſtadt Meiningen“ eine„Zeichnen⸗Lehrerſtelle“ aus; es ſoll da ein Lehrer „hauptſächlich für Zeichnenunterricht“ angeſtellt werden.
Es kommen immer noch Rechnenbücher, Zeichnenſchulen heraus, aber doch lange nicht mehr ſo viele als vor etwa zwanzig Jahren.
Pädagogiſche Zeitſchriften nehmen immer mehr die richtigen Formen auf, ſo die Allgemeine Deutſche Lehrerzeitung etwa ſeit 1866. Dieſterweg hat in ſeinen Rheiniſchen Blättern wohl, wie ich glaube, von jeher die richtigen Bildungen. Im Jahrgange von 1864 heißt es S. 70: „Das Rechenbuch(von Schaubach)— der Herr Verfaſſer ſchreibt Rechnenbuch— iſt“ u. ſ. w.— Im erſten Jahrgange des Pädagogiſchen Jahresberichts von Lüben(1846) iſt der betref⸗ fende— von Teickner bearbeitete— Abſchnitt Rechnenunterricht überſchrieben. Die ſpäteren Jahr⸗


