Jahrgang 
1929
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Weihnachtsliebeswerk.

Aus einer Sammlung von Kleidungsstücken, Spielsachen und Büchern konnten wir zu Weihnachten vier arme kinderreiche Familien Bockenheims und auch den Kinderhort Kaufungerschule wieder bedenken.

V. D. A.(Verein für das Deutschtum im Auslande).

Unsere Schulgruppe besteht noch, aber sie lebt nur davon, daß einzelne Klassen regelmäßig ihren Beitrag von 15 Pf. monatlich zahlen, während andere Klassen ganz versagen. Es ist scheinbar sehr schwer, seine kleinen persönlichen Interessen dem Gedanken der großen deutschen Volksgemein- schaft unterzuordnen. Nicht Idealismus sollte uns zum VDA treiben, sondern die herbe und bittere Notwendigkeit der gegenwärtigen Lage alles Deutschtums in der Welt.

An dieser Stelle sei dem Oberprimaner Hans Jacobi Dank gesagt für seine gewissenhafte Kassen- führung. Von Ostern ab übernimmt Junker O IIa die Kasse. Obmann bleibt Müller UIb.

Auch 1928 beteiligten wir uns an der Pfingstfahrt Gmunden-Berchtesgaden-Salzburg. An dem Jugendtreffen in Idstein(Januar 1920) nahmen 3 Schüler aus den Oberklassen teil; ebenso betei- ligten sich an den monatlichen Sitzungen des Frankfurter Schulgruppenverbandes stets einige Schüler unserer Anstalt. Die Pflege des V. D. A.-Gedankens kann neben Erzielung wissenschaftlicher und künstlerischer Leistungen eine wertvolle Aufgabe unserer Schule sein, vorausgesetzt, daß alle, Lehrer und Schüler, freudig mithelfen.

Theaterbesuch.

Im vergangenen Jahr war infolge des mangelnden Entgegenkommens der Theaterdirektion nur bei klassenweisem Besuch eine Ermäßigung des Preises der Theaterkarten möglich. Die Mittel- und Oberklassen machten von dieser Vergünstigung an allen Bühnen Gebrauch, und mehrere Opern und Schauspiele wurden gemeinsam besucht. Die Städtischen Schulbehörden stellten auch in diesem Jahre einen größeren Betrag für Theaterbesuch von bedürftigen Schülern zur Verfügung.

Schulrundfunk.

Seit Sommer 1928 veranstaltete der Frankfurter Sender zweimal wöchentlich je eine Schulfunk- stunde. Die musikalischen und staatsbürgerkundlichen Stunden sagten sehr zu, die sprachlichen litten noch unter technischen Mängeln.

Besondere Darbietungen der Schule.

a) DerBienenkorb, unsere Schulzeitung, 1928 im 4. Jahrgang, wurde unter lebhafter Mit- arbeit der Schüler weitergeführt und widmete u. a. der Neuen Sachlichkeit, dem VDA, Reisen und Wanderungen, Rödelheim und Cronberg, der Photographie Sondernummern. Die beiden Obersekun- den, UIb und O la gaben je eine Nr selbständig heraus, und vorjährige EReiflinge statteten den diesjährigen ihren Glückwunsch auch auf diese Art ab. Buchpreise für Rätsellösungen machten die Zeitschrift für unsere Leser besonders schmackhaft. Reicherer Bilderschmuck wurde durch den regel- mäßigen Zuschuß des Liebigschulvereins(vgl oben) ermöglicht, dem auch hier herzlichster Dank dafür ausgedrückt wird.

b) Zeichenausstellung. Ostern 1028 gab eine in den Zeichensälen der Schule veranstaltete Aus- stellungPorträt und Figur von der Sexta bis zur Prima Gelegenheit zu einem Uberblick über einen Ausschnitt aus der geleisteten Arbeit. An der vom Frankfurter Archiv für Kunsterziehung im November 1928 eingerichteten öffentlichen Ausstellung,Das bildschafferde Kind, beteiligte sich unsere Schule mit zahlreichen Arbeiten. Auf Einladung des Leiters der Münchener Nationalgalerie, Freiherrn v. Pechmann, wurde eine größere Anzahl von Schülerarbeiten für eine deutsche Wander- ausstellung durch die Vereinigten Staaten zur Verfügung gestellt.

c) Feste und Aufführungen.

I. Am 15. Mai war Dürerfeier. Es sprachen die Unterprimaner Fischinger und Thorisch. Erster Satz aus dem Klaviertrio Nr. I in C: Haydn; Erster Satz aus dem Klaviertrio Mlr. 12 in C: Haydn. Klavier: H. Schmidt, Violine: H. Börner, Cello: G. Sack.