Jahrgang 
1928
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unter Führung des Vorsitzenden des Vereins, Studienrat Dr. Keyl, ihm einen Fackelzug dar, während der Direktor ihm bei der Feier der Musterschule die Wünsche der Schule zu seinem Ehrentag zum Ausdruck brachte. An dem Winterfest des Vereins beteiligten sich die Schüler der Oberklassen.

Weihnachtsliebeswerk. Nus einer Sammlung von Kleidungsstücken, Spielsachen und Büchern konnten wir auch diese Weihnachten alter Tradition gemäß sechs armen kinderreichen Familien unseres Stadtteiles Bodkenheim eine Bestspende bereiten. Der Ueberschuß der Sammlung wurde wie stets an den Kinderhort in der Kaufungerstraße abgeliefert. Allen gütigen Spendern sagen wir herzlichen Dank.

V. D. A. Unsere Schulgruppe besteht zwar noch, wenn auch das Interesse lange nicht mehr so rege ist wie am Anfang. Es ist noch lange nicht soweit, daß jeder es als selbstverständliche Pflicht ansieht, Mitglied der Schulgruppe zu sein. Wir beteiligten uns Pfingsten 1927 an der Goslar-Fahrt, machten im Anschluß an die Tagung eine herrliche Wanderung am Rande des Nordharzes entlang, trafen uns mit dem Schulgruppen- verband auf dem Kyffhäuser und fuhren über Nordhausen nach Frankfurt zurück.

Nuch während der V. D. X.=-Werbewoche waren unsere Schüler, besonders die Unterklassen bis UII, sehr rührig. Wir brachten 600 Mark auf. Wir standen mit dieser Summe lange nicht an erster Stelle, aber wir gehörten auch nicht zu den Letzten.

Auch bei den monatlichen Versammlungen in der Katharinenschule ist unsere Schule meist recht gut vertreten. Sie beteiligt sich mit Interesse und Eifer an allen wichtigen Fragen. Schütrumpf aus UI war sogar als Abgeordneter der Frankfurter Schulgruppe zu einer Führertagung nach Berlin entsandt. Er hatte das große Glüdk, den 80. Geburtstag unseres Reichspräsidenten mitfeiern zu dürfen. Die Jugendwandergruppe unter Führung von Müller Oll sucht durch gemeinschaftliches Wandern und durch Gruppenabende den Gedanken des V. D. A. zu pflegen.

Unser V. D. A.-Abend am 17. Dezember mit Darbietungen des Orchesters, Klaviervorträgen von Bender Ull, mit Ansprachen von Fräulein Lange aus Siebenbürgen und Herrn Pfarrer Meyer von hier, ferner mit einem TheaterstückDer Schelm von Bergen, das mit viel Liebe und Plingabe dargeboten wurde, sollte ein Höhepunkt sein und uns ein nettes Sümmchen als Gabe an den V. D. A. einbringen, doch es war eine Enttäuschung. Die Zeit war so ungünstig, so nah vor Weihnachten dachten unsere Schüler und Eltern mehr an das Fest als an unsere Auslandsdeutschen. Die kleine Summe von 60 Mark war das Ergebnis und der Lohn für arbeitsreiche Wochen. Hoffentlich haben wir ein anderes Mal mehr Glück.

Für das neue Schuljahr ist ein regeres Interesse sehr zu wünschen. Vergessen wir nie, daß über dem Staat die Volksgemeinschaft steht, daß Deutschland überall da ist, wo die deutsche Sprache erklingt. Unser Herz darf an den Grenzen des Staates nicht Halt machen.

Theaterbesuch.

Wie im vergangenen Jahre, so besorgte auch 1927/28 die Zentrale für gemeinnützige Kunstpflege Eintrittskarten für Oper und Schauspiel. Die Kartenverteilung hatte in diesem Jahre die Elisabethen- schule. Die Brankfurter höheren Schulen erhielten zusammen für eine Reihe von Vorstellungen jedesmal 50 Karten.(Logen, Parkett, Parterre, I. Rang). Am schwarzen Brett gaben wir bekannt, welche Vorstellungen in Betracht kamen. Eine Verpflichtung zur Abnahme einer bestimmten Anzahl von Karten bestand nicht. Seit 1. II. 28 konnte den Schülern unserer Anstalt noch ein weiterer Zuschuß von 1 Mark fär die Karte gewährt werden, da uns die Stadt in dankenswerter Weise hierfür Geld zur Verfügung stellte. Unsere Schüler bestellten im Lauf eines Monats durchschnittlich 25 Schauspielkarten und 20 Opernkarten. Nach Art des jeweiligen Programms traten natürlich Schwankungen zugunsten des Opern- oder Schauspielbesuches auf. Der Preis der Opernvorstellung betrug 2,80 Mark, der Schauspielvorstellung 1.65 Mark. Seit 1. II. 28 nahm die Besucherzahl naturgemäß zu, da es infolge des Zuschusses auch geldlich schlechter gestellten Schülern möglich wurde, das Theater zu besuchen.

Besondere Darbietungen der Schüler. 1. Die Schulzeitung(Der Bienenkorb) findet wachsenden Beifall bei der Schülerschaft. Sie erscheint monatlich, dieses Jahr auch reicher bebildert unter verantwortlicher Leitung von Studien- rat Dr. Weidenmüller. Ein gutes Bild von ihrer Stellung in der Schule bietet das in der Januar- Nummer(herausgegeben von der UIla) erschienene Geleitwort:

Mit einer Sondernummer der Ula beginnt der 4. Jahrgang unserer Schulzeitschrift. Jeder besinnt sich an seinem Geburtstage auf die verflossene Zeit seines Lebens und macht sich dann die gesammelten Erfahrungen zunutze. Auch unsere Zeitung will von der Grenze des neuen Jahres einmal nachdenklich zurückblicken.

Im blühenden Mai 1925 begründeten begeisterte Oberprimaner, voninnerer Notwendigkeit getrieben, dieses Blatt und wählten den Bienenkorb als Symbol unserer Gemeinschaft. Dieser YVergleich mit dem Ünsektenstaate stimmt auch noch in vielen Einzelheiten. Die Wärde der Königin entfiele auf den Schriftleiter als ersten Führer, Wächter wären die Herausgeber, und