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Die Schule und die Wegscheide. Da wir wie die anderen höheren Schulen Frankfurts am Stelle der Obertertia in Tukunft die Unter⸗ tertia auf die Wegscheide schicken wollen, gingen dieses Jahr unsere beiden Obertertien und die beiden Untertertien hinauf, in der ersten Gruppe, vom 30. April bis 27. Nai, die Untertertia mit Studienrat Dr. Keyl und die Obertertia a unter Führuns von Studienrat Dr. Bieber, in der fünften Gruppe, vom I. bis 28. September, die Untertertia b mit Studienrat Dr. Bauerschmidt und Studien- referendar Dr. Krõckel und die Obertertia b mit Studienrat Betzler.
Nach den Lehrbefähigungen der einzelnen Herren wurde der Aufenthalt in unterrichtlicher Beziehung verschieden ausgewertet. Für die Untertertia a, die nach den neuen Richtlinien keinen Unterricht in Biologie mehr hat, wurde der Wegscheideaufenthalt vor allem biologisch aus- geschöpft. Auf täglichen Wanderungen und Streifzügen wurde den Jungens unendlich viel gezeigt, was sie als Stadtkinder wohl sonst kaum zu sehen bekommen. Die herrliche Umgebung der Wegscheide liefert ja auch eine Fülle von Stoff, der in den 4 Wochen kaum einigermaßen zu bewältigen ist. Bei den Streifzügen durch Wald und Heide seben die Spuren des Wildes, die Vögel, die Kleintiere, die reichliche Insektenwelt und der Pflanzenwuchs, der Sternenhimmel, Wind und Wetter immer wieder willkommenen Anlaß zu Belehrung und selbständigen Beobachtungen. Wesscheide gibt für Lehrer und Schüler in vier Wochen mehr Stoff und Gelegenheit zur Unter- weisung und weckt das Nuge und den Sinn für die Natur bei den Kindern mehr als jahrelanger Biologieunterricht in den Schulräumen. Neben diesen naturkundlichen Belehrungen wurde auch fleißig im Freien Mathematik getrieben. Die Obertertia a stellte außerdem besondere Messungen und Berechnungen im Gelände an und gab sich mit mineralogischen Beobachtungen ab. Die Obertertia b machte den wohlgelungenen Versuch, den Wegscheideaufenthalt und seine Ziele künstlerisch zu verwerten, und die zahlreichen dort oben sehr Slücklich gelösten Xufgaben geben den Beweis, wie Wegscheide auch in dieser Hinsicht befruchtend auf unsere Schüler wirken kann. Die(Intertertia b trieb eifrig Sprachstudien und Konversation, wozu ihr das tägliche Leben und die Natur reichlich Gelegenheit gaben, besonders aber zeichnete sie sich durch trefflich ausgeführte rhythmische Uebungen aus.
Neben dieser unterrichtlichen Betätigung der Klassen wurde das Gemeinschaffsleben eifrig gepflegt, unsere Schüler machten durch ihre straffe und stramme Zucht, ihre Hilfsbereitschaft zu Arbeiten für die Gesamtheit und für den Nusbau des Lagers einen guten Eindrudk.
Ulm die Schwierigkeit in der Einziehung der Kosten für den Wegscheideaufenthalt(35.— Mk.), die in der heutigen Zeit wirtschaftlicher Kämpfe nicht zu vermeiden sind, zu begegnen, haben wir angeregt, auf Wunsch der Eltern eine Schulsparkasse einzurichten, in die wöchentliche öoder monatliche Beträge eingezahlt werden können und an der sich eine ganze Reihe von Eltern gerne beteiligen.
Wegscheidelotterie. An der vom Mai 1927 bis zum 5. Januar 1928 aufgelegten Weszscheidelotterie haben sich unsere Schüler hervorragend beteiligt, sodaß die Schule mit 1812 verkauften Losen an dritter Stelle unter den Frankfurter Schulen steht. Es wurden ihr deshalb als Anerkennung von der Lotterie- leitung zwei Bücher„Der Gefährte“ und„Deutsche Kultur“ für die Schülerbücherei geschenkt. Der Schüler Heina Wohlgemuth, Ullla, der die meisten Lose verkauft hatte(180 Stüdh), erhielt zwei Kranzbücher nach eigener Wahl.
Tätigkeit des Ciebigschul-Vereins im Schuljahr 1927.
1. Laufende Zuschüsse an bedürftige Schüler, um ihnen das Niilchtrinken zu ermöglichen 119,57 Mk. 2. Zuschuß an bedürftige Schüler zum Besuch der Wesscheide....... 200.—„ 3. Rür den Ronds des Direktors.......... 75.—„ 4. Aus dem Wirrtschaftsbetrieb beim großen Schulfest:
2) Rür den Bühmenfonds.........N......... 259.51„
b) Hör die Schulabteiluns des V. D. A.............. 50.—„ 5. Rür die Fortbilduns des Trommlerkorps........... 26,—„ 6. Fünf neue Trommeln, die die Herren Verlagsdirektor Ernst Schwarzenberger,
Direktor Fritz Weidmann, Eugen järnecke, Geheimrat Dr. h. c. Max Walter,
Rudolf Bessler, Heinz Gronde, Karl Loth und Alex Rüdker dem Verein für das
Trommlerkorps der Schule stifteten............ 100.—„ 7. Laufende„Bienenktorb“-Kosten............:“......625.—„
3 1.455,08 Nc.
lm Mai veranstaltete der Verein einen Vortragsabend in der Schule, wobei Herr Direktor Wilhelm Dörr von den Zeppelinwerken in Friedrichshafen einen Lichtbildervortrag über den Weltverkehr hielt. Zur Erinnerung stiffete er seiner alten Schule ein wertvolles Werk „Zeppelin⸗Denkmal für das deutsche Volk“ wofür ihm auch an dieser Stelle herzlicher Dank gesagt sei. Wir hatten die besondere Freude, bei dieser Gelegenheit unseren verehrten früheren Direktor, Herrn Geheimrat Dörr, begrüßen zu können.
Zum 70. Geburtstag von Geheimrat Dr. h. c. Max Walter, der unsere Schule von 1800— 1804 geleitet hat, brachten unsere Schüler am 18. September mit dem Trommler- und Pfeiferkorps


