Jahrgang 
1928
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i) Katholischer Religionsunterricht.

Um den katholischen Religionsunterricht einerseits zu vertiefen, andererseits auch lebenswahr zu gestalten, wurden im Laufe der letzten Jahre im Rahmen des vorgeschriebenen Lehrstoffes mehrere Besichtigungen und Veranstaltungen unter⸗ nommen.

Die Besichtigung des Domes und des Domschatzes gewährte den Schülern einen Einblic in die mittelalterliche Kunst, der Blick vom Domturm war der durch die neuen Richtlinien geforderten Pflege der religiösen und kirchlichen Heimatkunde gewidmet. Letzterem Zwecke dienten auch die mannigfachen Besprechungen und Orientierungen, die vom Schulturme gehalten wurden.

Zur Bereicherung des liturgischen Wissens der Schüler besichtigte man, ge⸗ wöhnlich am Schlusse des Schuljahres, die Elisabethenkirche, namentlich die Sakristei mit ihrem wertvollen Inhalte, sowie die Orgel, deren Einrichtung und Geschichte sowie Bedeutung als Königin der Instrumente im kirchlichen Gemeindeleben er- örtert wurde. Bei dieser Gelegenheit erhielten die Schüler auch einen Einblick in die Geheimnisse und Schönheit der Kirchenmusik, durch Vorfübrung verschiedener Sätze ausParsival bekam der Deutsch⸗ bezw. Geschichtsunterricht eine will⸗ kommene Ergänzung. In ähnlicher Weise besuchten wir noch die herrliche Gallus- kirche und die Lukaskirche in Sachsenhausen mit ihren imposanten Gemälden von Steinhausen und der wunderbaren Konzertorgel mit Fernwerk, ebenso die Fried- höfe mit ihren Hallen. Der Besuch der Hausener Kirche, sowie des Ylissionshauses in Ginnheim zeigte den Schülern die kirchlichen Bedürfnisse der Diasporagemeinden.

Um einen Einblid ins klösterliche Leben zu gewähren, fanden Radfahrten statt nach dem Franziskaner=Kloster Kelkheim bei Hofheim und dem Benediktiner- Kloster Ilbenstädt.

Nach vorbereitender Erklärung wurde evangelischen Primanern der Besuch eines feierlichen katholischen Hochamtes ermöglicht.

Eine Reihe von Lichtbildervorträgen über kirchliche Baukunst und Malerei förderten das Verständnis für diese Kunstzweige. Mehrere Besichtigungen des Bau- platzes der Frauen-Friedenskirche zeigten das Werden eines modernen Gotftes- hauses.

Die Teilnahme an einem Experimentalvortrag über Hypnotismus, Gedanken- lesen etc. ergänzte in wirksamer Weise die theoretischen Erörterungen über diese okkulten Erscheinungen des Seelenlebens.

Diese Veranstaltungen fanden z. T. außerhalb der Schulzeit, fast immer in Verbindung mit anderen Religionsklassen statt.