Jahrgang 
1913
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entgegenzunehmen bereit sind. Die Eltern wollen sich gefälligst spätestens einen Tag vorher anmelden, damit die Herren Klassenleiter die erforderlichen Erkundigungen über die betreffenden Schüler rechtzeitig einziehen können. Die sprechstunden werden zu Beginn jedes Halbjahres durch Anschlag auf dem Flur des Schulgebäudes, sowie auf dem Stundenplan, bekannt gemacht. Die Eltern werden dringend gebeten, soweit es sich nicht um Auskünfte allgemeiner Natur handelt, vor Rücksprache mit dem Direktor zunächst mit den Herren Fachlehrern und Klassenleitern in Verbindung zu treten. Kurz vor Erteilung der Zeug- nisse und den Versetzungen bitten wir von Besuchen abzusehen. Eine Beauf- sichtigung der Schüler außerhalb der Schulzeit ist den Lehrern unmöglich und liegt daher völlig den Eltern ob, welche darüber zu wachen haben, daß sich ihre Kinder auch fern von der Schule gebührlich benehmen und nach Eintritt der Dunkelheit in der Regel die Straße nicht mehr betreten. Die Schule ist be- rechtigt zu verlangen, daß sich ihre Schüler jederzeit anständig betragen, und ver- pflichtet, Ausschreitungen zu bestrafen.

15) Eingehend begründete Gesuche um Gewährung von Freistellen sind an das Kuratorium der höheren Schulen auf besonderem Formular zu richten und zwar jeweils am 1. Jan., 1. April und 1. Oktober jeden Jahres.

16) Durch Verfügung des Königl. Provinzial-Schulkollegiums vom 21. Dezbr. 1909 ist auf Antrag der hiesigen Direktoren die sogenannte Kurzstunde eingeführt, d. h. es wird die Dauer der Schulstunden auf 45 Minuten gekürzt und der Unterricht auf die Vormittage derartig zusammengelegt, daß in der Zeit von 5 ½ Stunden sechs Lektionen erteilt, die Nachmittage aber möglichst frei gehalten werden. Es werden demnach in Zukunft die Vormittagsstunden im Sommerhalb- jahr von 7 ½ bis 1 Uhr und im Winterhalbjahr von 8 bis 1 ½ Uhr dauern.

Diese Einrichtung ist getroffen, damit auch die Schüler der Mittel- und Oberklassen mehr Zeit als bisher zu körperlicher Erholung in frischer Luft und zu geistiger Selbstbetätigung erhalten; ich bitte die Eltern unserer Schüler dringend, dafür zu sorgen, daß die gewonnene freie Zeit in diesem Sinne ver- wendet wird.

Sodann ist noch Eines zu beachten. Die Endziele der einzelnen Schulen sind nicht verändert; sie müssen auch bei der verkürzten Unterrichtszeit erreicht werden. Damit ist zunächst uns Lehrern eine neue schwere Aufgabe gestellt worden; andererseits aber dürfen wir nun auch in erhöhtem Maße die Unter- stützung des Elternhauses bei unserer Arbeit erbitten. Die Hausarbeit wird nicht vermehrt werden, aber natürlich ist es jetzt besonders wichtig, daß sie sorgfältig geleistet wird, weil jede Feststellung eines Versäumnisses hierin den ganzen Unterricht aufhält. Sodann ist den Direktoren von der Behörde aus- drücklich aufgegeben worden, dafür zu sorgen, daß die auf 45 Minuten fest- gesetzte Unterrichtszeit keinerlei Verkürzung erfährt. Wenn eine solche Ver- kürzung für die erste Unterrichtsstunde des Vormittags vermieden werden soll, so genügt es nicht, daß die Schüler erst im letzten Augenblick vor Beginn des Unterrichts das Gebäude betreten, sondern sie müssen, damit der Unterricht selbst pünktlich beginnen kann, sich mindestens 5 Minuten früher in der Schule einfinden. Hierbei erbitten und erwarten wir die hilfreiche Unterstützung seitens des Elternhauses.

17)Ein Buch hat oft einen Menschen auf seine ganze Lebenszeit gebildet oder ver- dorben. In Erinnerung an dieses ernste Wort Herders hält es die Schule für ihre Pflicht, auf die Unterhaltungslektüre der ihr anvertrauten Jugend ein