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6a) Wir bitten die Eltern dringend, dafür Sorge zu tragen, daß ihre Kinder vor dem Verlassen des elterlichen Hauses ordentlich essen und trinken und sich nach Bedarf noch etwas zum Frühstück mitnehmen. Leckereien sind unzulässig. Sorgfältige UÜberwachung seitens der Eltern ist ratsam. Es ist schlimm, wenn Schüler das Frühstück, dasihnenmitge geben wird, so nachlässig behandeln, daß sich an ihren Plätzen, in den Bänken, in den Klassenzimmern, auf dem Flur und den Treppen, auf dem Schulhof u. s. w. Speisereste finden, die aufgesammelt werden müssen. Zur Bekämpfung dieses
Ubelstandes bedürfen wir dringend der Mithilfe des Elternhauses.
6 b) Wir haben früher unseren Schülern gestattet, daß sie während der Pausen
in einem Laden der Nachbarschaft Brötchen u. a. kauften, wenn sie von Hause nichts zum Frühstück mitgebracht hatten und dies dem Lehrer meldeten. Leider haben uns unangenehme Erfahrungen genötigt diese Erlaubnis zurückzuziehen. Es ist keinem Schüler gestattet, ohne besondere Erlaubnis wührend der Pause den Schulhof zu verlassen. Jeder soll von Hause mitbringen, was er nötig hat.
7) In der zweiten Pause können die Schüler beim Schuldiener ein Glas warme
Milch oder Kakao erhalten. Die Eltern tun gut, falls sie ihren Kindern hierzu Erlaubnis erteilen, sich davon zu überzeugen, ob das Geld auch wirklich zu diesem Zweck verwandt wird. Der Schuldiener quittiert schriftlich gegen monatliche Zahlung. Die Schüler legen am letzten des Monats die Rechnung vor, die am besten sofort durch die Eltern oder deren Vertreter berichtigt wird.
c. Beaufsichtigung durch das Elternhaus.
8) Die Eltern werden ihre Kinder und sich selbst vor Gefahr und Schaden be- wahren, wenn sie ihnen nicht mehr Taschengeld mitgeben, als sie unbedingt brauchen, und wenn sie die Ausgaben genau n achprüfen. Wir haben sehr oft beobachten müssen, wie Sorglosigkeit in dieser Hinsicht zu üblen Folgen geführt hat.
9) Wir empfehlen dringend, daß die Eltern die häuslichen Arbeiten auf ordnungsmäßige und saubere Schrift und Haltung hin prüfen und die Kinder veranlassen, nachlässig und flüchtig geschriebene Arbeiten nochmals anzufertigen. Es ist höchst wichtig, daß sich die Eltern die Hefte ihres Kindes regelmäfig vorlegen lassen und sich mit uns darüber besprechen. Schriftl] iche Be- merkungen der Eltern in Zeugnissen und Heftensind nichtam Platze.
10) Wir bitten die Eltern dringend im Interesse ihrer Kinder dafür zu sorgen, daß sie ungestört arbeiten können, daß ihnen dazu ein angemessener Platz und Sitz zur Verfügung steht(zu empfehlen als billig und zweckmäßig:„Pultersatz“
von Alberti in Hanau), daß sie gutes Licht haben und nicht zu spät und nicht
zu lange bei der Arbeit sitzen. Vgl. 9.
11) Privatstunden, auch in Musik und Zeichnen, u. s. w., sollen Schüler nicht nehmen, ohne daß vorher über die Rätlichkeit derselben unsere Meinung ein- geholt worden ist. Viele Knaben werden in ihrem Fortkommen und in ihrer Gesundheit durch ungeeignete Privatstunden ernstlich geschädigt. Alle Privat-


