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Anfang Februar wieder aufnehmen. Einen Teil der Vertretung für ihn übernahm freundlichst Herr Prof. Dr. Krüger, einige weitere Stunden Herr Dr. vor Mohr, Probekandidat an der Adlerflychtschule. Da letzterer aber alsbald selbst auch erkrankte, so blieben nur Kombinationen übrig; auch mußten wiederholt Stunden ausfallen.
In der zweiten Hälfte des Januar und in der ersten Hälfte des Februar häuften sich die Erkrankungen an Influenza und Katarrhen aller Art so, daß zeitweilig 5, 6 Mitglieder des Kollegiums fehlten und an eine geordnete Vertretung gar nicht mehr zu denken war. Besonders ernstlich wurde Herr Oberlehrer Dr. Breuer befallen, der mehrere Wochen dem Unterrichte fern bleiben mußte. Gegen Ende Februar wurde Herr Ober- lehrer Petry ernster betroffen, und gegen Ende März Herr Prof. Stelz, der dann bis Schulschluß fehlen mußte. Für Herrn Petry wurde durch Kombinationen und Ausfall einiger Stunden, für Herrn Stelz noch durch Hilfe des Herrn Börner, Seminarkandidaten an der Klinger-Oberrealschule, gesorgt; einige Stunden übernahm der Direktor.
So waren diese letzten Monate eine wahre Leidenszeit. Kürzere Er- krankungen kamen noch mehrfach vor. Auch wurden einige Kollegen durch Todesfälle in ihrer Familie traurig heimgesucht. In den Kreisen der Schüler wurde der böse Winter auch empfunden, glücklicher Weise aber nicht so schwer wie bei den Lehrern. Dagegen kam eine ganze Reihe sehr ernster Erkrankungen unter jüngeren und älteren Schülern vor, die mehrfach auch operative Eingriffe nötig machten. Glücklicher Weise sind diese Fälle bis jetzt noch gutartig verlaufen, und wir dürfen hoffen, daß uns weiterer Kummer erspart bleibe. Am 9. März starb ganz plötzlich Herr Dr. Guggenheim, Oberlehrer an der Realschule der Is- raelitischen Religionsgesellschaft, der uns früher ein ganzes Jahr lang treulich als Hilfslehrer zur Seite gestanden hatte. Wir betrauerten mit seiner Schule und seiner Familie das frühe Hinscheiden des braven Kollegen.
Sehr schmerzlich war uns, daß einigemal auch Roheiten, die sich Schüler gegeneinander zu schulden kommen ließen, nicht nur zu Schäden an der Kleidung und leichten Körperverletzungen, sondern zu schwereren Schädigungen und Krankheiten führten. Zum großen Teil ist Unbesonnen- heit und gedankenlose Wildheit schuld, es kommt aber auch vor, daß stärkere und ältere Schüler ihre überlegene Kraft schwächeren und jüngeren gegenüber mißbrauchen. Wir gönnen den Knaben von Herzen rechte Bewegungsfreiheit und sehen gern, wenn sie sich in den Pausen ordent- lich austoben. Daß aber einzelne die ihnen gewährte Freiheit zum Schaden ihrer Mitschüler und zu ihrem eigenen mißbrauchen, ist sehr bedauerlich. Mehrmals haben wir daher energisch einschreiten müssen, wünschen aber sehr, es möge uns erspart bleiben, daß wir zu Repressivmaßregeln greifen müßten, unter denen die Unschuldigen mit den Schuldigen zu leiden hätten.
Wie seither haben wir auch in diesem Jahre mancherlei Besuch aus dem In- und Ausland empfangen, von dem uns besonders interessant war die mehrtägige Anwesenheit des Herrn Prof. James von Kalkutta, der im Auftrage der indischen Unterrichtsverwaltung Seminareinrichtungen u. ä. in Europa studierte und bei uns den Betrieb des englischen Unter- richts kennen lernen wollte. Gefreut hat uns auch ein kurzer Besuch


