Jahrgang 
1927
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f) Ministerium für Kunst, Wissenschaft und Volksbildung vom 25. November 1926:

Die Lehrer der Anstalt, die in der Ol planmäßig jüdischen Religionsunterricht erteilen, gehören dem Prüfungs- ausschuß der Reifeprüfung als ordentliche Mitglieder an.

8) Provinzialschulkollegium vom 9. Februar 1927:

Mitteilung des Ministerialerlasses vom 18. Januar 1927 betreffs Eröffnung einer Pädagogischen AXkademie in Frankfurt a. M. Für die Xufnahme gelten die Bestimmungen der Benachrichtigung vom 1. November 1926(Zentralblatt S. 388).

Mitteilungen an die Eltern.

Wir bitten die Eltern, ihre Söhne während des Besuches der Tertia am Konfirmandenunterricht teilnehmen zu lassen und werden in diesen beiden Klassen weitgehend Rücksicht auf diesbezügliche Wünsche nehmen.

Die Notwendigkeit einer besonderen Turnkleidung(schwarzes Laufhöschen, schwarzer Trikot mit roten Auf- schlägen, Turnschuhe) betonen wir erneut. Hingegen sind sog. Schülermützen an unserem Gymnasium seit vielen Jahr- hunderten nicht eingeführt und nicht üblich.

An unserem Gymnasium waren mehrere Mädchen zur Xufnahme angemeldet, die Schulbehörden haben die Aufnahme abgelehnt. Für unsere Sexta 1927/28 sind 490 Schüler angemeldet worden, von denen 44 aufgenommen werden konnten.

Wir bitten die Eltern dringend, auf Sauberhaltung der Lehrbücher bei ihren Söhnen einwirken zu wollen und werden gegebenenfalls Lehrbücher, die verschmutzt oder mit Bemerkungen versehen sind, zurückweisen.

Die Wandertage gehören zum lehrplanmäßigen Unterricht. Schüler, die aus irgend einem Grunde nicht daran teilnehmen, sind verpflichtet, an diesem Tage in die Schule zu kommen, wo ein voller Unterricht stattfindet.

Aus erziehlichen und unterrichtlichen Gründen wird auf pünktliches Erscheinen der Schüler größter Wert gelegt, und wir bitten die Eltern, uns dabei zu unterstützen. In der 2. Vormittagspause können die Schüler bei Herrn Schul- hausverwalter Wilhelm ein Glas Milch und Brötchen kaufen. Wir erlauben aber nicht, daß die Schüler das Schulgrund- stück während des Vormittags verlassen. Hefte sind am Tage vorher zu beschaffen, etwa vergessenes Frühstüdc kann beim Schulhausverwalter gekauft werden. Das Verlassen des Grundstückes hat zu erheblichen Klagen Anlaß gegeben.

Gegen den immer weiter um sich greifenden Unfug des Zigarettenrauchens und gegen allzulang ausgedehnte Tanzereien an Abenden vor Schultagen bitten wir die Eltern ihrerseits einschreiten zu wollen. Die Schule der Großstadt ist natürlich kaum in der Lage, hiergegen vorzugehen.

Die auswärtigen Schüler haben in dem neu geschaffenen Sprechzimmer unseres Gymnasiums Gelegenheit, vor und nach Beginn des Unterrichts sich in der Schule aufzuhalten und brauchen also nicht auf Bahnhöfen oder Straßen zu warten.

Der Gedanke, ein eigenes Landheim zu erwerben, liegt uns fern. Dank der gütigen Spenden zu unserem Fonds konnte in diesem Jahr fast jede Klasse längere Zeit mit ihrem Lehrer ein Heim besuchen, wo gemeinschaftlich gearbeitet und gespielt worden ist.

Wir empfehlen die Anschaffung neuer Lexika, da sie den Schüler durch die ganze Schule begleiten, in den Ge- brauch der vorschriftsmäßigen Lexika werden die Sekundaner lehrplanmäßig eingeführt.

Die Arbeitszeit für häusliche Nufgaben soll in den Unterklassen durchschnittlich am Hage nicht 1 Stunde, in Mittel⸗ und Oberklassen nicht 2 Stunden'überschreiten. Angestellte Nachprüfungen haben diese Zeiten als zu hoch gegriffen erwiesen. Trotzdem empfiehlt es sich, gelegentlich die Xufgabenzeit zu beobachten und gegebenfalls mit den Lehrern Rück- sprache zu nehmen.

Gesuche um Bewilligung freier Lehrmittel bitten wir die Eltern schriftlich einzureichen und zwar mit derselben Begründung wie bei Gesuchen um Freistellen.