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Wir bitten die Eltern, immer wieder darauf hinzuwirken, daß die Schüler in ihrer reichlich bemessenen Freizeit gute Lektüre treiben. Neben den Werken der Klassiker, die ja unmöglich in der Schule alle durchgenommen werden können, ist es vornehmlich das Schrifttum der letzten hundert Jahre, mit dem sich der Gymnasiast unbedingt beschäftigen muß.
Wir warnen die Eltern davor, den sportlichen Neigungen der Schüler zu bereitwillig nachzugeben. Die von der Schule erteilten Turn- und Spielstunden sowie das sommerliche Schwimmen sollten für die körperliche Ertüchtigung genügen. Auch der aufgabenfreie Samstag und die Ferien mögen teilweise zu sportlicher Betätigung verwandt werden. Hingegen kann stundenlanges Verweilen in Strandbädern und auf Sportplätzen— namentlich wenn es sich um mühsiges Zuschauen
handelt— nur verurteilt werden. Nuch die aktive Teilnahme an Wettkämpfen(außerhalb der von der Schule selbst veranstalteten) verträgt sich schlecht mit der Arbeit eines Gymnasiums.
Nach sehr langen Vorbereitungen hoffen wir, im kommenden Schuljahr das Sophokleische Satyrspiel„Die Spür- hunde“ aufzuführen, Herr Studienrat Dr. Burkhardt hat dazu nach altgriechischen Motiven eine besondere Musik ge- schaffen, Herr Turnlehrer Weeber wird den Satyrchor der Quartaner einstudieren, und die Leitung des Ganzen liegt in den Haänden des Direktors, der sich danlebar an die Uraufführung in Lauchstädt(anno 1912) unter Karl Roberts Regie erinnert, dessen treffliche Ubersetzung wir benutzen. Die Rolle der Kyllene hat Fräulein Gerdi von Hirschheydt über- nommen. Schon jetat dürfen wir die Eltern unserer Schüler und Freunde der Antike auf diese unter Sroßen Mühen vor- bereitete Nufführung hinweisen und um allseitige Unterstützung bitten.
Bilder des Umschlags: Sextaner im Schulgarten.— Sekundaner in der Rhönbaracke. Dieé neue Schulbühne.— Primaner auf Kunstfahrt. Gymnasiasten in Johannisberg.
Bitte! Stiften Sie einen Beitrag zum Dispositions-Fonds des Direktors aufs Konto Lessing-Gymnasium beim Bank- haus Speyer-Ellissen.


