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Zur Förderung des naturwissenschaftlichen Unterrichts haben wir einen ganz bescheidenen kleinen Schulgarten eingerichtet, der hoffentlich im nächsten Jahr eine wesentliche Erweiterung erfährt und dann unter Leitung eines pädagogisch geschulten Gärtners allen interessierten Schülern Gelegenheit zur Gartenarbeit bietet,
Im Wartezimmer des Direktors befindet sich eine wechselnde NXusstellung aus den Ergebnissen des Zeichen- unterrichts. Dort waren auch die prämiierten Arbeiten unserer 5 Zeichenwettbewerbe ausgestellt, die sich an die ver- schiedenen Schulveranstaltungen anschlossen. Eine Wechselausstellung für Schülerarbeiten befindet sich auf dem Flur im Erdgeschoß.
Durch Aufstellung der Landkarten in den frei liegenden Garderoben des I. Stodcwerkes haben wir einen neuen Unterrichtsraum für unsere Arbeitsgemeinschaffen und Kurse geschaffen, der gleichzeitig als Elternsprechzimmer dient. Er befindet sich gleich links vom Eingang, neben dem Zimmer des Schulhausverwalters.
Zur Förderung des Turnunterrichts wurden die Spielabteilungen der Ober- und Mittelstufe in eine 1. und 2. Riege geteilt. Bei der 2. Riege handelt es sich darum, den weniger guten Turnern durch gemeinsames Spielen Freude an der Gymnastik zu verschaffen. NXuch hierbei hat sich der Sprechapparat und die Anschaffung von Liegetüchern(Kokos- matten)Ygut bewährt.
2. Der von den Richtlinien gewünschte gegenseitige Besuch der Kollegen im Unterricht ist von uns so durch- geführt worden, daß allmonatlich ein Herr eine Unterrichtsstunde erteilte, die im Lehrerzimmer als Hospitationsstunde bekannt gemacht worden war. Diesen 12 Stunden haben durchschnittlich alle Fachkollegen, aber auch andere Herren des Kollegiums, sowie der Direktor regelmäßig beigewohnt.
Der von den Richtlinien gewünschte Gebrauch der Vasenbilder im Unterricht wurde von uns gefördert durch eine Fachkonferenz, worin die Verteilung des als wünschenswert erscheinenden Materials vorgeschlagen wurde. Das Vorhandensein des Schulvasenwerkes von Furtwängler-Reichhold und eines dazu passenden Wechselrahmens kam dieser Arbeit sehr zu statten.
Die von den Richtlinien verlangte Durchführung der Sprachwissenschaft im Unterricht konnte durch Einführung des Buches von„Hermann, Die Sprachwissenschaft in der Schule“ unterstützt werden, in einer Fachkonferenz wurde beschlossen, nach der dort vorgeschlagenen Verteilung den Stoff allmählich in den einzelnen Klassen durchzunehmen.
Die von den Richtlinien gewünschte Konzentration, namentlich in den Oberklassen, wurde so durchgeführt, daß auf Grund zweier Konferenzen als Konzentrationsthema in Ola„Das Ethos in der Musik“ und in Olb„Schillers Gedankenlyrik“ zu Grunde gelegt wurde.
Jeder Oberprimaner hat eine kleine Sonderaufgabe auf dem Gebiet der altsprachlichen Literatur zu leisten. Zu diesem Zwedk haben wir vier Gruppen von Schülern gebildet, die in besonderen Abendstunden oder im lehrplan- mäßigen Unterricht unter Leitung der Herren Bornemann, Burkhardt, Hertting und Majer-Leonhard folgende Werke gelesen haben: Aristophanes, Wolken und Ekklesiazusen, Plutarch, Perikles, Proben aus Xusonius, Minucius Felix, Plinius und Seneca.
3. Von der Möglichkeit, eine Klasse überspringen zu dürfen, haben wir in diesem Jahre einen Untertertianer und einen Obertertianer Gebrauch machen lassen.
Als aufgabenfreien Mittag haben wir für fast alle Klassen den Samstag-Nachmittag durchgeführt.
An unserem Gymnasium wurde eine Zentralstelle zur Beschaffung verbilligter Theaterkarten für die städtischen Bühnen eingerichtet, diese Stelle wird von sämtlichen höheren Lehranstalten Frankfurts benutzt und hat im Laufe ihres V=-monatlichen Bestehens etwa 2000 Karten für die Oper und etwa 1000 Karten für das Schauspiel verteilt.
Dank einer städtischen Sonderzuwendung hat unsere musikalische Arbeitsgemeinschaff sgemeinsam mit ihren Lehrern Wagners Lohengrin besucht, woran sich eine Durchnahme des Dramas im Gymnasium anschloß. Auch hierbei leistete unsere Sprechmaschine wie so oft im Musikunterricht gute Dienste.
Uleber die Tätigkeit des Fonds im ersten Halbjahr ist ein illustrierter Bericht erschienen, der an alle Eltern ver- schicet worden ist. Ein kleiner Rest des Schrifichens ist noch vorhanden und steht Interessenten gern zur Verfügung.
Den Primanern wurde ein Verzeichnis wertvoller Bücher in die Hand gegeben, teils Werke aus dem eigentlichen Arbeitsgebiet des Gymnasiums, teils moderne Romane, die der Lesefreudigkeit entgegenkommen sollten. Leider kann die Schülerbücherei wegen der in kleinem Rahmen gehaltenen ZSuwendung längst nicht allen Wünschen entsprechen. Wir bedauern mehr und mehr den Rückgang häuslicher Lektüre, der sich sowohl auf die Klassiker, wie auf das Schrifttum des 19. Jahrhunderts und bis in unsere Tage hinein erstreckt. Die Begründung mit finanziellen Schwierigkeiten können wir nach Herausgabe dieses Verzeichnisses nicht mehr als durchschlagend anerkennen.


