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Bei ähnlicher Jusgestaltung der Freizeit war die Oberprima a auf demselben Heim mit ihrem Klassenlehrer, Herrn St.-R. Dr. Flechsenhaar und beschäftigte sich vornehmlich mit Mathematik. Die Unterprima machte in Ergänzung des Kunst- unterrichts eine viertägige Reise nach Würzburg, Nürnberg und Rothenburg unter Leitung von Herrn St.⸗R. Dr. Franke, auch der Zeichenlehrer, Herr Pietz und Herr St.-R. Dr. Eisner nahmen daran teil. Da nicht alle Untertertianer von ihren Eltern die Erlaubnis zum Besuch der Wesscheide erhalten hatten und es uns fernliegt, in solchen Dingen auch nur den leisesten Zwang auszuüben, haben wir die Klasse geteilt: Die Wegscheideabteilung unter den Herren St.-XsSsessor Plettung und St.-R. Dr. Fahz hat in der Regenperiode täglich gearbeitet, auch bei schönem Wetter wurde unterrichtet, trotzdem wurde an diesem wochenlangen Fernsein vom Schulunterricht hinterher beachtenswerte Kritik geübt. Die’zurückgebliebenen Tertianer hatten lehrplanmäßigen Unterricht. Das Heim der Frau von Mumm in Johannisberg war je acht Tage von den beiden Obersekunden besucht. Trotz strahlendem Sonnenschein wurde viel gearbeitet: Mit der Obersekunda a hat Herr St.-R. Dr. Schumann Deutsch(Minna von Barnhelm, Niebergalls Datterich), Latein(Sallust), Englisch und Mathematik ge- arbeitet. Die Obersekunda b hat unter Herrn St.-R. Steiger eine Nuswahl aus Xenophons Memorabilien(Buch I und II) gelesen. Die Rhönbaradken haben die Untersekunda und die Obertertia mehrere Tage beherbergt. Herr Dr. Fahz hat mit den Sekundanern Odyssee gelesen. Die Quartaner haben mit Herrn St.⸗-R. Dr. Engel die Westerburg im Westerwaldh vier Tage besucht. Die Sextaner haben das Heim der Karmeliterschule, der wir herzlichen Dank schulden, eine Woche lang bevölkert, betreut von Herrn und Frau St. R. Ickes- Täglich wurde Latein, Rechnen, Deutsch und Naturkunde getrieben.
Die größeren Wanderungen der Unterklassen haben meist einen Klassenelternabend zur vorherigen Nussprache herbeigeführt, deren guter Besuch erneut die Nützlichkeit dieser Einrichtung erwiesen hat.
Alle diese für unsre Schule erstmaligen Versuchen mit Heimbesuchen haben den Schulunterricht nicht geschädigt, aber ein reiches Maß von Freudigkeit erbracht. Lehrer und Schüler sind dadurch einander nähergekommen, und von diesem erfreulichen Gemeinschaftsgeist zeugten zahlreiche Berichte bei unsrem Elternabend, an dem die Jugend das Wort hatte. In all diesen gewiß sehr schönen und wertvollen Dingen das rechte Maß zu halten, ohne modischen Tages- strömungen zuungunsten unserer ernsten Arbeit nachzulaufen, erscheint heutzutage stets eine besonders beherzigenswerte Mahnung.
Neue Einrichtungen.
1. Bei Beginn des Schuljahres wurde ein Dispositionsfonds des Direktors geschaffen, der durch freiwillige Beiträge von Eltern jetziger Schüler und von ehemaligen Schülern unterhalten wird. Dieser Fonds dient zur Bestreitung aller Xus- gaben, für die städtische Mittel nicht verfügbar sind und hat die Durchführung zahlreicher Neueinrichtungen, die im folgenden aufgeführt werden, ermößlicht.
Zur Vertiefung und Erweiterung des neusprachlichen Unterrichts fanden in den Abendstunden freiwillige Kurse im Französischen und Englischen statt. Dieser Unterricht wird an die Schüler der Klassen Olll— Ul von den Herren Fraikin, Simones und Ward erteilt. Ferner wurde ein Sprechapparat angeschafft, der den Schülern jederzeit Gelegenheit gibt, die französische, bezw. englische Intonation an mustergültigen Beispielen im Unterricht zu hören. Herr Fraikin hat allmonatlich leider nur zwei französische Konversationsstunden in den verschiedenen Klassen abgehalten, eine durchweg sehr lebhaft begrüßte Hilfe für den neusprachlichen Unterricht.
Zur Förderung künstlerischen Vortrages hat Fräulein Gerdi von Hirschheydt im lehrplanmäßigen Unterricht den Klassen solche Gedichte und Prosastücke zum Vortrag gebracht, die meist der betreffende Fachlehrer vorgeschlagen hatte. Die Rezitationen haben in jeder Klasse halbjährlich einmal stattgefunden.
Wir haben einen Kursus im Lautenspiel eingerichtet, den Herr Klehammer an 10 Schüler der Anstalt erteilt.
Herr Photograph Rapp hat einen Unterrichtskurs im Photographieren eingerichtet, den er wegen allzu großer Teilnehmerzahl in einen Kursus für Fortgeschrittene und für Anfänger teilen mußte.
Zahlreiche Schüler der Anstalt gedenken sich der Offizierslaufbahn zuzuwenden, für die es wünschenswert ist, daß der Anwärter des Reitens kundig ist. Nus diesem Grunde haben wir einen Reitkursus für 10 Schüler im Hippodrom eingerichtet. — Zusammen mit der benachbarten Elisabethenschule haben wir eine Tanzstunde unter Leitung von Fräulein Humbert eingerichtet, die am Samstag Nachmittag für die Unterprimaner stattgefunden hat. Den Oberprimanern hat monatlich etwa einmal die Nula beziehungsweise der Singsaal zur Veranstaltung eines Tanzkränzchens zur Verfügung gestanden.
Der pflichtmäßige Schwimmunterricht findet in Quarta statt. Von 40 Schülern waren 2 befreit, 35 sind bereits Freischwimmer. Am freiwilligen Baden haben 41 Schüler teilgenommen, darunter am Ende des Jahres 36 Freischwimmer-


