Jahrgang 
1915
Einzelbild herunterladen

10

Heinz Laquer(Abiturient 1910). Aus seinen Briefen:(19. Oktober).... Es heißt, daß wir jetzt zu der Armee Kluck kommen und hier als Reserve verwendet werden, wo es not tut. Ob und wann wir endlich ins Feld kommen, worauf ich brenne, ist ungewiß....(22. Oktober)... Heute kann ich Euch endlich mitteilen, daß ich die Feuertaufe erhalten und sie glücklich bestanden habe.... Scbließlich warfen wir die Engländer (es waren Jäger) zurück und verfolgten sie, dabei erstürmten wir noch nachts um 11 Uhr eine Mühle, in der sich noch Engländer versteckt hatten. Alles klappte tadellos. Jetzt verfolgen wir die edlen Söhne Albions.(3. November) .... Mir geht es weiter famos. Ich werde schon völlig verwildert; mein Bart erinnert an Gestalten auf assyrischen Grabdenkmälern.... Unser Angriff geht langsam, aber stetig vorwärts.Soldaten, ausharren! hieß es in einem der letzten Divisionsbefehle. Bald wird es wohl wieder einen Sturmangriff geben. Ob ich diesmal mit Gottes Hilfe so glücklich durchkomme wie das letzte Mal, ist fraglich. Aber wenn ich falle, so sterbe ich froh und freudig, da ich das Bewußtsein habe, an einem bedeutungsvollen Punkt der Kampffront gefallen zu sein. Du verstehst mich!

Ueber seinen Tod schreibt sein Bruder:.... Die Begeisterung, mit der er freiwillig hinausgezogen war, hat er bis zum letzten Augenblick nicht verloren. Ich hatte das Glück, zu dem Regiment, bei dem er gekämpft hatte, gelangen zu können. Alle, mit denen ich sprach, erzählten mir mit vielen Einzelheiten, mit welcher Lust er Soldat gewesen ist, und wie leicht und gern er sich mit allen Mühseligkeiten des Krieges abgefunden hat.

So meldete er sich auch freiwillig zu einem Erkundungsgang, als es sich darum handelte, ob ein schon stark beschossener Wald vom Feinde geräumt sei oder nicht. Da der Kompanieführer die Verantwortung ab- lehnte, einen ganzen Zug dagegen zu entwickeln, ließ der Major in der Annahme, das Gelände sei frei, meinen Bruder allein vorspringen. Er lief aus der gedeckten Stellung heraus und erhielt noch 40 Meter vor dem, wie man nicht vermutet hatte, sehr stark befestigten Waldrand gleichzeitig mehrere Schüsse, von denen sicher zwei sofort tödlich waren. Erst am nächsten Tage wurde dann die Stellung von der Seite her aufgerollt, und der Tod meines Bruders ersparte einem ganzen Zuge den sicher sehr verlustreichen Angriff von vorn. Ich fand ihn noch an der Stelle, wo er den Heldentod gestorben war, und konnte ihn auch dort begraben. Das Eiserne Kreuz war das Einzige, was ich meinen Eltern von meinem Bruder bringen konnte.

IV. Statistische Mitteilungen.

1. Zahl und Durchschnittsalter der Schüler.

ſ 01 VUI on dn om wm IWV V

l Frequenz auAnfang des Sommertalbjahres.. 19 33 26 36 34 29 35 32 42 286

2 Freauenz zu Antang des Wiaterhalbjahes.. 5 23 23 36 35 29 V 39 39 44 273

B 25F 25 4 7 46 3. Frepuene am l. Februar leIah. 5 23 24 35 35 30 37 41 43 273 1 1

. 2 4. Durchschnittsalter am l. Februar l915.. 618,s 17,7 16,6 15,9 14,9 13,8 12,7 11,5 10,3

2. Religions-, Staatsangehörigkeits- und Heimatsverhältnisse der Schüler.

Konfession bezw. Religion Staatsangehörigkeit Heimat niehtyreul. 3 4 ev. kath. Diss. jüd. Preufen niehtpreul Ausländer au lorn.o

b

Beiehsangeh.

1. Am Anfang des Sommerhalbjahres. 202 68 2 14 255 28 3 269 17

2. Am Antang des Winterhalbjahres... 198 59 1 15 241 29 3 259

14 1 3. Am l. Februar 9!5....... 193 61 1 18 ⁰236 34 3 255 18