Jahrgang 
1914
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von Frau Prof. Edinger, der Vorsitzenden desFreien Verbandes zur Förderung der Jugendpflege, einen Vor- trag über die sozialen Pflichten der Gebildeten anzuhören. Der stenographische Unterricht wurde, wie bisher, durch Schüler der oberen Klassen in Gruppen erteilt.

Ostern 1914 reichten 16 Abiturienten freie Arbeiten über geschichtliche, literarische oder mathematisch- physikalische Gegenstände ein. Die Themen waren folgende: Unser Kaiserdom.(Ed. Ziehen). Wie wurden Preußens Bauern unfrei und wieder frei?(M. Simon). Waterloo.(F. Schneider). Wie erlangte Frankfurt a. M. seine politische Selbständigkeit?(Fr. Schaller). Die Parteien im Frankfurter Parlament 1848/49.(Hans Schreiber). Bismarcks Stellung zu Osterreich in den Jahren 1851 1859.(W. Grothe). . Theodor Körner.(C. v. Hofacker). Jürg Jenatschs Selbstaufopferung.(Albert Weinsheimer). . Diophantische Gleichungen,(K. Groß). . Kettenbrüche.(Fr. Werner). Trigonometrische Formeln.(E. Fünfgeld).

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12. Graphische Darstellungen der Zinseszins- und Rentenrechnung.(R. Stahl).

13. Der Pythagoreische Lehrsatz.(A. Vogler).

14. Die geometrische Darstellung kubischer Gleichungen durch griechische Mathematiker.(0. Bretzler). 15. Uber einen Gleitflieger nach dem Modell 1912 der Darmstädter Flugsportvereinigung.(H. Pohle).

(Er hatte das Flugzeug selbst zum größten Teil zusammengestellt.) z. Die elliptische Bewegung der Planeten.(A. Wiegand).

2. Schulfeste, Ausflüge und dergl.

Am Donnerstag den 11. April besichtigten die drei oberen Klassen die beiden Schanzen, die auf Befehl Sr. Majestät des Kaisers von Pionieren in der Nähe der Saalburg nach römischem Modell angelegt worden waren. Leider war das Wetter äusserst ungünstig. Auf Befehl Sr. Majestät des Kaisers wurden bei Gelegenheit seiner Anwesenheit zum Gesangswettstreit die drei Tage vom 6. bis S. Mai den Schülern freigegeben. Am 7. Mai erhielt auch ein großer Teil der älteren Schüler freien Eintritt in die Festhalle uud konnte den Kaiser von nächster Nähe aus sehen. Am 10. Mai wurde das Maifest durch Klassenausflüge begangen. Die Ober- prima wandte sich wieder nach Heidelberg; auf dem Schloß, den bewaldeten Bergen, auf dem Neckar und schließlich, bei fröhlichen Aufführungen, in einer in der Stadt gelegenen Gastwirtschaft, verbrachten wir schöne Stunden. Das Schwimmfest fand am 20. August in gewohnter Weise statt; die trübe und kühle Witterung konnte den Eifer der Teilnehmer und die fröhliche Stimmung nicht stören. Die Meisterschaft erwarb sich Th. Wilhelm(I9). Die Verteilung der zahlreichen, aus der Baierstiftung, vom Verein ehemaliger Lessing-Gymnasiasten und von anderer Seite gestifteten Preise, nahm wie immer Herr Professor Michelis in humorvoller Weise vor. Am 20. August erwarb sich bei einem von dem Frankfurter Ruderverein veranstalteten Wettrudern der höheren Lehranstalten ein von unserer Mannschaft gestellter Achter den ersten Preis. An dem Wettturnen der höheren Schulen, das am 19. September stattfand, konnten sich die oberen Klassen nicht beteiligen, da an den vorhergegangenen Tagen die Turnfahrt stattgefunden hatte. Von den Schülern der Mittelstufe erhielten

Heertz(II), Sefeloge(III1) und Huhn(IIe) Preise. Bei einem Waldlauf über 3 bezw. 2 km, zu dem der Frankfurter Verband für Turnsport eingeladen hatte, fiel am 21. März einer Oberabteilung und einer Unter- abteilung der zweite Preis zu. Das Sedanfest war diesmal vom Wetter begünstigt und konnte wieder

auf dem uns gütigst zur Verfügung gestellten Rennplatz am Oberforsthaus stattfinden. Es wurde mit einer Feier zu Ehren Theodor Körners verbunden, dessen 100 jähriger Todestag vor kurzem gewesen war. Die Rede zum Andenken des Dichters hielt der Oberprimaner Cäsar v. Hofacker; Gedichte Körners wurden gesungen und vorgetragen. Daran schloß sich ein Wettturnen sämtlicher Klassen. Die besten Leistungen erzielten Felix Schneider(I. b) und Amand Vogler(Ir b); beide erhielten aus der Baierstiftung das Körnerbuch von Karl Berger; an 30 andere Schüler wurde aus Mitteln derselben Stiftung das Büchlein von Wenke über den Dichter verteilt. Um die Mittagszeit zogen wir mit Musik wieder zur Stadt zurück. Am 12. September machten die Schüler der mittleren und unteren Klassen unter Führung des Direktors und mehrerer Kollegen eine Turnfahrt von Cronberg über Königstein nach Eppstein, die bei ausgezeichnetem Wetter sehr befriedigend verlief. Darauf folgte am 17. und 18. September eine zweitägige Turnfahrt der drei oberen Klassen