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im Namen der Anstalt Herrn Professor Schönemann aufrichtigen Dank für seine treue und erfolgreiche Amts- führung aus; darauf überreichte Herr Professor Dr. Pelissier im Auftrage des Lehrerkollegiums einen Gipsabguß der sog. lemnischen Athene. Wir begleiten den verehrten Herrn Kollegen in seine neue Tätigkeit mit den aller- besten Wünschen.
An Stelle des Herrn Direktors Dr. Schönemann wurde der Anstalt Herr Aushilfsoberlehrer Dr. Burk- hardt zugewiesen, der im Laufe des Winters zum Oberlehrer am Lessing-Gymnasium ernannt wurde.
Hans Burkhardt, geboren am 21. Juni 1880 in Augsburg, besuchte dort von 1890 bis 1899 das Königl. Annagymnasium und studierte in München und Erlangen klassische und deutsche Philologie und Geschichte. Ostern 1903 legte er eine Musikprüfung in Erlangen, Herbst 1903 sein Staatsexamen in München ab. 1903⁄4 genügte er seiner militärischen Dienstpflicht; Herbst 1904/5 leistete er am Königl. Alten Gymnasium zu Nürnberg das Seminarjahr ab. Eine Assistentenstelle am Königl. Theresiengymnasium in München vertauschte er im Herbst 1905 mit der Stelle eines wissenschaftlichen Hilfslehrers am Fürstl. Gymnasium zu Bückeburg, wo er Ostern 1906 zum Oberlehrer ernannt wurde. Im Herbst 1906 wurde er in Erlangen auf Grund der Dissertation„Die Archaismen des Euripides“ zum Dr. phil. promoviert. Am 1. April 1907 wurde er als Aushilfsoberlehrer nach Frankfurt a. M. berufen, wo er seitdem fast aus- schließlich am Goethe-Gymnasium wirkte. Im Januar 1909 erhielt er das Patent als Leutnant der Reserve im Königl. 3. bayer. Infanterie-Regiment.
Zur Ableistung des Probejahres wurden Ostern 1911 die Herren Dr. Johannes Silomon und Josef Ohly, im Herbst 1911 Herr Dr. Wilhelm Wenz der Anstalt zugeteilt. Herr Dr. Silomon erteilte im ganzen Jahre erdkundlichen Unterricht in Quinta; ferner gab er im Sommer lateinischen und geschichtlichen Unterricht in Obertertia, im Winter zeitweise griechischen Unterricht in Unterprima, lateinischen in Quinta, dazu den deutschen Unterricht in Obertertia und den geschichtlichen in Quarta. Herr Obly erteilte zunächst in Vertretung des Herrn Professors Dr. Jungblut bezw. des Herrn Professors Dr. Schönemann(s. u.) bis Pfingsten den griechischen Unterricht in Untersekunda, den lateinischen und erdkundlichen in Untertertia. Ferner gab er im Sommer Geschichte in Quarta und zeitweise Deutsch in Sexta und Latein in Untertertia; im Winter erteilte er dauernd erdkundlichen Unterricht in Sexta und längere Zeit griechischen in Untertertia, geschichtlichen in Obertertia, deutschen Unterricht in Untertertia, dann in Quinta. Herr Dr. Wenz erteilte im Winter den Unterricht in der Physik in Obersekunda a, in der Naturkunde in Untertertia sowie mathematischen und Rechenunterricht in Untertertia, Quarta und Quinta.
Für die Dauer des Schuljahres war uns Herr Adol phe Favre als französischer Lehramtsassistent zugewiesen. Dieser hielt mit den Schülern der 3 oberen Klassen in Gruppen zu 5 oder 6 Konversationsübungen ab und erteilte auch zeitweise in je einer Wochenstunde den französischen Klassenunterricht in Obersekunda und Unterprima.
Von Ostern bis Pfingsten war Herr Professor Dr. J ungblut beurlaubt, um eine Reise nach Griechen- land zu unternehmen. Die Vertretung wurde so geordnet, daß Herr Professor Dr. Schönemann an seiner Statt Latein und Homer in Unterprima übernahm, indem er dadurch entlastet wurde, daß der Probekandidat Herr Ohly für ihn den lateinischen und erdkundlichen Unterricht in Untertertia erteilte; Herr Ohly übernahm ferner das Griechische und Deutsche in Untersekunda.
Gegen Ende des Sommersemesters erkrankte Herr Professor Ankel an ernsten nervösen Beschwerden, die ihn nötigten, fur den Winter um eine Entlastung einzukommen, die ihm von den Behörden bewilligt wurde. Zu seiner Vertretung in 7 Stunden wurde der Anstalt Herr Aushilfsoberlehrer Hertting zugewiesen.
Ferner erkrankte zu Ende Januar Herr Zeichenlehrer Caster. Seine Vertretung im Zeichen- und Schreibunterricht übernahm Herr Fay, Zeichenlehrer am Philanthropin; im übrigen traten für ihn Herr Ober- lehrer Dr. Burkhardt, Gymnasiallehrer Reil und Dr. Wenz ein.
Am 10. August wurde uns der Obersekundaner Wilhelm Stemmler durch den Tod entrissen; er starb an einem Herzleiden. Er war ein braver und treuer, wohlgesinnter, freundlicher Schüler, der seinen Pflichten mit Ernst und Eifer nachkam, zugleich ein guter Genosse seiner Kameraden, die Freude seiner Mutter, deren einziger Sohn er war. In der Frühe des 13. August versammelten sich Lehrer und Schüler in der Aula, wo der Ordinarius des Verstorbenen, Herr Oberlehrer Dr. Flechsenhaar, Worte zu seinem Gedächtnis sprach. Mehrere seiner Lehrer und seine Klassengenossen gaben ihm das letzte Geleit.
Seit Ostern 1910 wird der Unterricht an den höheren Knabenschulen in Frankfurt in der Weise erteilt, daß die Lehrstunde auf 45 Minuten beschränkt ist und 6 Stunden auf den Vormittag zusammengelegt werden; mit Einschluß der Pausen, die zusammen 1 Stunde betragen, beträgt demnach die Unterrichtszeit


