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II. Verfügungen des Kgl. Provinzial-Schulkollegiums.
30. April.(Ministerial-Erlaß). Statistik des Schulturnens.
20. Mai.(Ministerial-Erlab). Anweisung für Lehrer des Englischen, die sich in England aufhalten.
4. Juni.(Ministerial-Erlaß). Stipendien für Lehrer höherer Schulen die eine Reise nach Italien und Griechenland unternehmen.
.Juni.(Ministerial-Erlaß). Stipendien für Reisen nach Frankreich.
Juni.(Ministerial-Erlaß). Schundliteratur.
. Juni.(Ministerial-Erlaß). Feier des Todestages der Königin Luise.
7. Juni.(Ministerial-Erlaß). Schüleraustausch mit England und Frankreich.
19. Juni. Es wird genehmigt, daß Herr Rabbiner Dr. Salzberger den israelitischen Religionsunterricht ubernimmt.
7. Juli.(Ministerial-Erlaß). Anordnungen betr. den Turnunterricht.
12. Juli. Ernennung des Herrn Oberlehrers Steiger zum Professor.
12. Juli. Ernennung des Herrn Oberlehrers Dr. Kaehler zum Professor.
15. August.(Ministerial-Erlaß). Es soll berichtet werden, in welcher Weise bürgerkundliche Belehrungen stattfinden.
28. September.(Ministerial-Erlaß). Aenderungen in den Vorschriften für die Ergänzung des Seeoffizier-Korps.
28. September.(Ministerial-Erlaß). Schülervereine zur Pflege der Leibesübungen.
25. Oktober. Themen für die nächstjährige erste Direktorenversammlung der Provinz Hessen-Nassau.
30. Dezember. Uebersendung der neuen Dienstanweisung für die Direktoren und Lehrer an den höheren Lehr- anstalten für die männliche Jugend.
1911. 10. Januar. Uebersendung der Kaiserprämie(Bohrdt, Deutsche Schiffahrt).
14. Januar. Ferienordnung für 1911.
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III. Chronik.
I. Lehrerkollegium. Unterricht.
Zunächst ist nachträglich auch hier anzuzeigen, daß am 23. Oktober 1909 der frühere, sehr verdiente und allgemein sehr hoch geschätzte Oberlehrer am Lessing-Gymnasium Dr. Eugen Meyer in Charlottenburg, wo er zugleich Oberlehrer am Realgymnasium und Privatdozent an der technischen Hochschule war, plötzlich an einem Herzschlage gestorben ist. Einem Nachrufe in den Math. naturwissenschaftlichen Blättern entnehme ich die Worte, die sein Direktor, Herr Professor Hubatsch, an seiner Leiche zu den Schülern gesprochen hat:
Und Sie, liebe Schüler der oberen Klassen, die Sie den Unterricht des Verewigten genossen haben, Sie ahnen, was seine Arbeit, seine Persönlichkeit wert war. Sie sind schon im reiferen Jugend- alter und haben eine Vorstellung von dem Fleiße, von der Umsicht, von der Gewissenhaftigkeit, von der Pflichttreue, die Ihren Lehrer zierte. Sie haben es gewiß im tiefsten Herzen empfunden, daß vor allem die Liebe zur Jugend seinen Unterricht beseelte, daß es stets sein eifrigstes Streben war, Ihre Anlagen zu entwickeln, Lust und Liebe zur Arbeit in Ihnen wach zu rufen und Sie mit wohlwollender Hand zu reichen Erfolgen zu führen. Wem höhere Begabung verliehen war, von dem verlangte er auch die rechte Betätigung dieser Gaben; wer sich schwerer hineinfand in die Gegenstände des Unterrichts, dem stand er ratend und helfend zur Seite. Es war ihm eine wahre Herzensfreude, wenn auch ein Schwächerer vor- wärts kam und bessere Erfolge erreichte, als er erwartet hatte. Sein Ziel war es stets, in Ihnen das Beste und Wertvollste lebendig zu machen, was der Unterricht Ihnen gewähren kann; das Verständnis für„wissenschaftliche Aufgaben und Probleme. Stets drang er, unbekümmert um Nebendinge, auf das Wesentliche, auf den Kern der Sache und erweckte in Ihnen den Sinn und die Empfindung für den Wert der Wahrheit und die Erkenntnis und Beurteilung der Dinge. Wahrlich, Sie haben ihm viel zu danken!


