Jahrgang 
1909
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Art, mit der sie unsern Schülern entgegenkamen und sie förderten, zu großem Danke verpflichtet; ebenso Herrn Gymnasiallehrer Reil, der sich durch Einübung mehrerer Chorlieder der Mendelssohn'schen Komposition ein großes Verdienst um die Aufführung erworben hat. Die übrigen Chöre wurden gesprochen. Die Hauptrollen im Schau- spiel hatten Schmöle Iub(Kreon), Heinz Laquer I.(Antigone), Hesse Iua(Ismene), Picard I a(Haimon), Straus Iib(Wächter), Wallau I.(Teiresias), Klamberg I; und Lösener Iib(Sprecher des Chors). Das Orchester, das sich aus Schülern von Prima bis Quarta zusammensetzte, und an dem sich zu unsrer Freude auch ein früherer Zögling unsrer Anstalt, Herr Dr. med. Vömel, beteiligte, spielte zu Beginn der Aufführung den Kriegsmarsch aus Athalia von Mendelssohn, in den Pausen Stücke aus dem 2. Konzert(D-dur) von Mozart und ein Larghetto von Händel; dabei traten als Solisten Ludwig Iia(Flöte) und Mack I.(Violoncello) auf. Den Prolog hatte Wilhelm Ungerer Iua gedichtet; Fürst Ib sprach ihn. Jeder der Teilnehmer zeigte regsten Eifer. freudige Bereitwilligkeit, sein Bestes zu leisten; und so dürfen wir auch auf diese Aufführung mit Freude und Befriedigung zurückblicken. Sie wurde beschlossen durch einen Schülerball, der stark besucht war und in fröhlichster und angenehmster Weise verlief; um seinetwillen hatten wir die ganze Veranstaltung in den großen Saal des Kaufmännischen Vereins verlegt. Besonderen Dank schulden wir dem Verein alter städtischer Gymnasiasten, der von vornherein der Aufführung und dem Balle freundliches Interesse entgegenbrachte und uns mit Rat und Tat, sowie durch Zuwendung einer erheblichen Geldsumme unterstützte. So waren wir in der Lage, den Garantiefonds, zu dem zahlreiche Beiträge gezeichnet worden waren, nicht in Anspruch nehmen zu brauchen.

Am Abend vor Beginn der Weihnachtsferien begingen wir wieder unsre, aus Gesang, Deklamation und Vortrag von Instrumentalmusik bestehende Weihnachtsfeier.

Zu Kaisers Geburtstag hielt Herr Oberlehrer Dr. Werner die Festrede. Er begann mit einem Hinweis auf den Tod Ernst von Wildenbruchs und ging sodann auf die Persönlichkeit Karl von Dalbergs über. Ohne dessen wenig rühmliche politische Rolle näher zu erörtern, wendete er sich dem liebenswürdigen Menschen und hochgesinnten Mäcen zu, den während seiner langen Erfurter Statthalterzeit besonders mit dem Weimar Goethes und Schillers freundnachbarliche Beziehungen anregendster und fördersamster Art verknüpften, und der auch in Frankfurt als Fürstprimas und als Großherzog sich viele Sympathien erwarb. Ein Blick auf seine hier noch lebendigen Schöpfungen schien zu zeigen, daß er und sein Andenken in unsrer Stadt mehr dankbare Gesinnung verdient hätte, als ihm gemeinhin bewahrt wird. Die uns auf Befehl Sr. Majestät zugewiesenen Prämien wurden den Schülern Walter Knögel Ira(Bohrdt, Deutsche Schiffahrt), Arnold Lautenschlager III und Max Simon III,(Berner, Geschichte des preußischen Staats) verliehen.

3. Prüfungen.

Zur Reifeprüfung hatten sich Ostern 1909 28 Oberprimaner gemeldet. Sie fand am 17., 18. und 19. März statt, am ersten Tage unter dem Vorsitz des Herrn Ober- und Geh. Regierungsrats Dr. Paehler, nachher unter dem des Direktors. Das Kuratorium wurde durch Herrn Senior D. Bornemann vertreten. Sämtliche Schüler bestanden, 11 unter Befreiung von der mündlichen Prüfung.