3. wbersicht über die während des abgelaufenen Schuljahres 1905/06 erledigten Lehraufgaben.
Oberprima a. Klassenlehrer: Professor Dr. Reuſs.
Religionslehre: a) Evangelische: Kirchengeschichte im deutschen Mittelalter und in der
Reformationszeit. Ubersicht über die Entwickelung der Kirche bis zur Gegenwart. Lektüre und Besprechung Lutherscher Schriften(Thesen. An den christlichen Adel. Preiheit eines Christenmenschen), der Augsburgischen Konfession und des Römerbriefs. Die protestantische Auffassung vom christlichen Glauben und Leben.— Repetitionen (Kirchenlieder, Prophetismus, Predigt Jesu, alte Kirchengeschichte). 2 St. Schuster. 5) Katholische: Die Glaubenslehre. Von der Gnade, den Sakramenten und den vier letzten Dingen, nach Wedewers Lehrbuch der Glaubenslehre. Die Sittenlehre. Lehr- buch von König. Hymnen und Kirchenlieder wurden auswendig gelernt. 2 St. Manns. c) Israelitische: Religionsgeschichte des Judentums von der Zerstörung des ersten bis zur Zerstörung des zweiten Tempels. 1 St. Lazarus.(Die israelitischen Schüler der Primen waren vereinigt.)
Deutsch: Lessings Hamburgische Dramaturgie in ausgewählten Abschnitten. Goethes Iphigenie in Tauris und Tasso gelesen und erklart. Goethes Leben im Anschlufs an Wahrheit und Dichtung und Goethes Lyrik. Shakespeares Julius Cäsar besprochen. Dispositionsübungen. Mundliche Berichte der Schüler über freigewählte Gegenstände. 3 St. Reuſs.
Aufsätze: 1. Kann uns zum Vaterland die Fremde werden? 2. Hand und Maschine. 3. Wie konnte ein Mann wie Sokrates von den Athenern zum Tode verurteilt werden? 4. Worauf beruht das Übergewicht Frankreichs über Deutschland im Zeitalter Ludwigs XIV? 5. Warum bedarf Deutschland der Kolonien? 6. Was erfahren wir aus dem Gedicht Ilmenau uber das Verhältnis Goethes zu Karl August? 7. Inhalt und Gedankengang der Goetheschen Dichtung„Das Göttliche“. 8. Warum ist Schiller der Lieblings- dichter der Deutschen?(Prüfungsaufsatz).
Lateinisch: Abschnitte aus Weissenfels' Auswahl aus Ciceros philos. Schriften; Tacitus Annalen, die Kriege des Germanicus. Horaz Oden IV, 2— 9, 12, 14, 15 und carmen saeculare, Episteln I, Satiren 1, 1. 3. 4. 6. 7. 9. 10.— 5 St.— Grammatische Wieder- holungen; Belehrungen über stilistische Eigentümlichkeiten. UÜbersetzen aus Ostermann- Müller. Phrasen und synonymische Unterscheidungen. Alle acht bis vierzehn Tage eine schriftliche UÜbersetzung als Klassenarbeit oder Hausarbeit. 2 St. Zusammen 7 St. Jungblut.
Griechisch: Homer Ilias XIl— XXlV mit Auswahl.(Sophokles Antigone. Plato Xpologie und Kriton. Demosthenes Olynth. I-III, Philipp. 1 und III. Grammatische Wieder- holungen und Ubungen im freien Ubersetzen. Alle 14 Tage eine schriftliche Arbeit. Reuſs.
Französisch: Taine, Napoléon Bonaparte. Molière, Les Femmes savantes. Einzelne Gedichte aus der Engwerschen Sammlung. Wiederholungen aus Kron und aus dem grammatischen Lehrbuch. Als Klassenarbeiten Ubersetzungen, Diktate und kleine freie Aufgaben. 3 St. Werner.


