c) Tageseinteilung.
Die häusliche Nachprüfung der Arbeiten ist am leichtesten durchzuführen, wenn der Schüler zu Hause gezwungen wird, bestimmte Arbeitszeiten innezuhalten und sich so an eine feste Tageseinteilung zu gewöhnen. Die Eltern mögen besonders darauf achten, daß die Schüler ihre Hausarbeiten gleichmäßig auf die einzelnen Tage verteilen und das längere Zeit vorher Auf- gegebene nicht erst am letzten Tage erledigen.
Man sorge auch dafür, daß die Schüler nicht sofort nach dem Unterricht oder nach dem Mittag- essen die Schularbeiten machen und daß sie abends zeitig zu Bett gehen, damit sie den Aufgaben des nächsten Morgens gewachsen sind.
Die Schüler dürfen nicht zu spät aufstehen, damit sie in Ruhe ihr erstes Frühstück verzehren können und den Schulweg nicht im Laufschritt zurücklegen müssen. Anderseits bitten wir die Eltern, ihre Kinder, namentlich die jüngeren, nicht früher den Schulweg antreten zu lassen als zum pünktlichen Eintreffen nötig ist,
Wir bitten die Eltern, mit uns darüber zu wachen, daß die Schüler nach Beendigung des Unter- richts sich nicht länger auf dem Schulhofe oder in den Straßen aufhalten, sondern sofort nach Hause gehen. Eltern, die darin gleichgültig oder zu vertrauensselig ihren Söhnen gegenüber sind, können gerade in der Großstadt bittere Enttäuschungen erleben. An der Hand des Stundenplanes läßt sich genau feststellen, wann der Schüler täglich zu Hause eintreffen muß.
d) Häusliche Lektüre der Schüler.
An die Eltern richten wir die dringende Bitte, die häusliche Lektüre ihrer Söhne dauernd und sorgfältig zu überwachen und nicht zu dulden, daß sie schlechte Bücher lesen. Wir bitten, streng darauf zu achten, daß die Schüler in ihren Mußestunden— nach beendeter Arbeit— möglichst nur solche Bücher lesen, die unserer reichhaltigen Schülerbücherei entnommen sind.
e) Erziehung der Schüler zur Ordnung.
Um die Schüler frühzeitig an Ordnung zu gewöhnen, wollen die Eltern mit uns darüber wachen, daß die für die Schule nötigen Bücher und Hefte bereits am Abendvorher an der Hand des Stundenplanes gepackt und nur solche Bücher mit in die Schule gebracht werden, die an dem betreffenden Tage im Unterricht wirklich gebraucht werden. Sämtliche Sachen des Schülers sind mit seinem Namen und dem seiner Klasse zu versehen.(Über die Hilfsbücherei S. 25).
f) Betragen der Schüler.
Wir legen den größten Wert darauf, daß unsere Schüler sich stets der Pflichten bewußt bleiben, die sie als Angehörige einer höheren Schule zu erfüllen haben. Deshalb versammeln wir zwei- mal im Jahre alle Schüler im Festsaal(vgl. Abschnitt VI), um sie auf die Schulgesetze wieder zu verpflichten und sie das Versprechen: Wahrheitsliebe, Gehorsam, Pflichter- füllung erneuern zu lassen, das jeder neu eintretende Klingerschüler durch Handschlag dem Direktor geben muß. Wir ermahnen unsere Schüler zu kameradschaftlichem Verhalten gegen alle Mitschüler, zu höflichem Grüßen und anständigem Benehmen außer- halb des Schulhauses, auch dann, wenn Lehrer und Eltern sie nicht sehen, vor allem auch auf der Straße, in der Trambahn oder wo es auch immer sei. Wir hoffen, daß unsere Bemühungen allmählich gute Früchte tragen werden, und bitten auch bei dieser Erziehungsarbeit um die
dauernde Mithilfe der Eltern.
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