Jahrgang 
1928
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Herr Dr. Borbein, der Vizepräsident des Provinzial-Schulkollegiums, der im Jahre 1921 zwei

Tage bei uns war und damals 40 fröhliche Sextaner um sich geschart hatte, schrieb nach seinem Scheiden aus dem Amte:

Noch heute denke ich mit Vergnügen an die im Landheim verbrachten schönen Tage zurück. Vor kurzem hatte ich Gelegenheit, mit dem Herrn Oberpräsidenten, der ja inzwischen das Landheim auch besucht hat, zu sprechen. Er war des Lobes voll und besonders angezogen von der Art des Verkehrs der Lehrer mit den Jungen. Auch die Einfachheit des Ganzen, die Selbsthilfe und der fröhliche Sinn der Jungen hat ihm recht gefallen., Ich wünsche von Herzen, daß das Landheim der

Klinger-Oberrealschule erhalten bleiben und im selben Geiste weiterge- führt werden möge.

Möge unser Landheim für die Klingerschuljugend auch weiterhin eine Quelle des Segens sein!

f) Deutsche Volkslieder.

Damit die Schüler unsere schönen deutschen Vollslieder gründlich kennen lernen und liebge- winnen, lassen wir sie seit 9 Jahren in jeder Woche ein für ihr Alter passendes deutsches Volkslied abschnittsweise lernen. In der letzten Deutschstunde jeder Woche wird das Gelernte vom Deutschlehrer abgehört, die Weise wird von ihm oder dem Gesanglehrer eingeübt, und auch der Turnlehrer läßt die geeigneten Lieder bei Marschübungen singen. Wenn die von der Deutsch- lehrerkonferenz für die einzelnen Klassen bestimmten Lieder auf diese Weise eingeprägt sind, wird wöchentlich eins der früher gelernten Lieder wiederholt, bis sie alle unverlierbarer Besit= der Schüler geworden sind. Die Lieder werden gelernt aus der SammlungFrau Musika

(Diesterweg, Frankfurt a. M.).

9) Gesundheitszustand und schulärztliche Aufsicht.

Der Gesundheitszustand unserer Schüler war im allgemeinen gut. Einige Schüler mußten sich Operationen unterwerfen, die glücklich verliefen.

Herr Sanitätsrat Dr. Schlesinger, unser Schularzt, untersuchte am 28. Juni im Beisein der Mütter und des Klassenleiters die Sextaner, am 2. Dezember die Quartaner. Am 7. März hielt Herr Dr. Lehmann unseren Abiturienten einen Vortrag über die Geschlechtskrankheiten sowie über die schädlichen Wirkungen des Alkoholgenusses.

Der Schularzt hielt jeden Donnerstag um o Uhr vormittags in der Königswarter- straße 26 Sprechstunde ab.

Der Schulzahnarzt, Herr Dr. Rommel, untersuchte am 18. Juni und am 25, August die Zähne sämtlicher Schüler. Die Eltern haben Gelegenheit, die Zähne ihrer Kinder in der Städtischen Schulzahnklinik unentgeltlich behandeln zu lassen.

h) Schulgeld, Freistellen, Hilfsbücherei. Das Schulgeld betrug jährlich 180 RM. für Einheimische, 225 RM. für Auswärtige.

Der Schulausschuß der höheren Schulen gewährte im Sommerhalbjahr 76 Schülern ganze und 11 Schülern halbe Freistellen, im Winterhalbjahr 77 Schülern ganze und 12 Schülern halbe Freistellen. Außerdem wurde 6 Schülern eine Erziehun gsbeihilfe gewährt,

Alle Schüler, die eine Freistelle haben, können auch freie Lehrmittel(Bücher und Hefte) frhalten Besonders bedürftige Schüler, denen keine Freistelle gewährt wurde, können freie Hefte bekommen.

Die Bestände der Hilfsbücherei, deren Verwaltung Herr Studienrat Dr. L. Stahl über- nommen hat, konnten dank der zur Verfügung stehenden Mittel beträchtlich erweitert werden. Die Hilfsbücherei steht in erster Linie den Freischülern zur Verfügung, die ihre Schulbücher kostenlos entleihen können. Für die übrigen Schüler ist die Leihgebühr auf ein Fünftel des Buchpreises für das Schuljahr bemessen. Von Schülern, deren Eltern in guten Ver- hältnissen leben, darf erwartet werden, daß sie ihren Bedarf an Schulbüchern im Buchhandel

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