Jahrgang 
1928
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Dr. Rauh), in den Sommerferien, vom 2. Juli ab, eine Gruppe von Schülern der Untertertia und Obertertia unter Leitung der Herren Studienrat Diefenhard und Studienreferendar Dr. Steuernagel, für diesen später Studienassessor Dr. Maul, am 5. August die Untertertia b (Studienrat Dr. L. Stahl und Studienrat Diefenhard, für diesen später Oberschullehrer Becker), am 30. August die Obertertia a(Studienrat Dr. Boller und Studienrat Schmidt- Voigt), am 21. September die Untersekunda b(Studienrat Dr. Schulte und Oberschullehrer Gönner, später Studienassessor Dr. Gölz und Studienreferendar Bartcky), am 13. Ok- tober die Unterprima a(Studienrat Dr. Malsch). Der 2. Sonntag jeder Gruppe war der Elternbesuchstag, an dem wenn irgend möglich auch der Direktor im Landheim anwesend war,.

So konnten im letzten Jahre vom 28. April bis zum 27. Oktober in 8 Gruppen 250 Schüler der verschiedensten Klassen unter der Obhut ihrer Lehrer, denen auch an dieser Stelle für ihre selbstlose Arbeit herzlicher Dank gesagt sei, im Landheim wieder fröhliche Wochen verleben. Der Tagespreis betrug auch in diesem Jahre für Söhne von Mitgliedern des Land- heim-Vereins 2,20 RM., für Söhne von Nichtmitgliedern 2,40 RM. Da es vielen Eltern zu schwer wurde, die Summe von 44 RM.(48 RM.) für den Zwöchigen Landheimaufenthalt ihres Sohnes auf einmal aufzubringen, wurden Ratenzahlungen gestattet, eine Einrichtung, von der viele Eltern Gebrauch machten. Bedürftigen Schülern konnten auch andere geldliche Erleichterungen zugestan- den werden. Unsere Eltern seien auch an dieser Stelle wieder auf die Schulsparkasse auf- merksam gemacht, deren regelmäßige Benutzung das Aufbringen der Summe für den Landheim- aufenthalt wesentlich erleichtern kann. Die bewährte Tageseinteilung(Unterricht, Spiel, Wanderung) wurde beibehalten. Durch Vollendung des von der Gemeinde Endbach errichteten sehr schönen Sportplatzes, der leicht zu erreichen und fast bei jeder Witterung zu benutzen ist, und durch Errichtung eines am Waldrande gelegenen Schwimmbades haben unsere Schüler neue Möpglichkeiten, in Endbach sich sportlich zu betätigen und ihre Körper zu stählen.

Von Krankheiten blieben wir glücklicherweise verschont; auch Unfälle ernsterer Art kamen nicht vor. Mit unseren Schülern haben wir im Landheim wieder die besten Erfahrungen gemacht; sie gaben fast nie zu Klagen Anlaß und fügten sich in freiwilligem Gehorsam den An- ordnungen ihrer Lehrer. So können wir auch auf das 7. Landheimjahr 1927 mit Befriedigung zurückblicken.

Die durch die Landheim-Beschickung hervorgerufenen Störungen des Schulbetriebes sollen nicht verkannt werden, aber sie werden aufgewogen durch die gesundheitliche Förderung der Kinder und durch die Lebenswerte, die das Landheim den Schülern mitgibt.

Daß auch die Staatsbehörde die Bedeutung der Landheime erkannt hat, beweist der Besuch unseres Dezernenten, des Herrn Oberschulrats Prof. Dr. Zühlke, der am 4. und 5. Juli sonnige Tage bei uns verlebte, und des Herrn Oberpräsidenten der Provinz Hessen- Nassau, der am 26. August im Landheim war. Über seinen Besuch schrieben die Frankfurter Zeitungen:

Am Freitag besuchte der Oberpräsident Exz. Dr. Schwander(Kassel) in Begleitung von Regie- rungs-Vizepräsident Commer(Wiesbaden), Oberregierungsrat Bieser(Wiesbaden) und Landrat Coßmann(Biedenkopf) das in Endbach(Kreis Biedenkopf) gelegene Landheim der Klinger- Oberrealschule, das bereits im 7. Jahre besteht. Oberstudiendirektor Dr. Hartmann, der die Herren führte, nannte das Landheim den wichtigsten Erziehungsfaktor einer neuzeitlichen Groß- stadtschule, einen Jungbrunnen für die Lehrer, ein Stahlbad für die Schüler, die im Heim zu pein- lichster Sauberkeit und Ordnung, zu höchster Einfachheit und zur Selbstzucht erzogen werden sollen. Vor allem werde aber durch das Zusammenleben der Gemeinschaftssinn und der kameradschaftliche Geist geweckt und gestärkt.

Der Oberpräsident, der ein überzeugter Anhänger der Schullandheime ist, bezeichnete das End- bacher Heim wegen seiner Einfachheit und Übersichtlichkeit als mustergültig und dankte den Lehrern für ihre treue, väterliche Erziehungsarbeit an der Jugend. Er nahm mit den Untertertianern den Kaffee ein und antwortete auf ein Begrüßungsgedicht der Schüler mit einer warmherzigen Rede, in der er die Jungen ermahnte, die Worte Frohsinn, Kameradschaft, Menschenliebe, die über der Tür des Landheims ständen und wie drei Sterne in das fröhliche Landheimleben hinein- leuchteten, auch im späteren Leben zu beherzigen und gute Menschen und gute Deutsche zu werden. Die Worte des Oberpräsidenten, der ein feiner Kenner der Kindesseele ist, machten auf Lehrer und Schüler tiefen Eindruck.

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