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Sein starker Schwertarm schlägt blutjunges Knabenvolk Zu Rittern einer opfermütigen Ritterschaft,
Daß es aufrauschend Spiel und Traum und Jugendwelt Und eines vollen Lebens ungenoßnes Gut
Hinwirft dem einen, größern Gut, dem eignen Volk, Den Feind bezwingend durch die Tat, die Heldentat-
Und wir? Am Abend eines neuen Schlachtentags, Unkundig seines Werkes, harren wir vereint
Auf einer festen Insel, die umbrandet liegt,
In Sicherheit. Und draußen, draußen wühlt das Meer, Und unser Blick, schicksalgeweitet, sucht umsonst Hinaus, daß er erforsche, was das Herz ersehnt.
Doch was wir alle fühlen, wird zum Klang. Der klingt Fern in der Söhne, Briüder, Freunde Herzen an,
Kunde der Heimat, rauschend über Not und Tod: Wißt, wir sind treu und danken für die Treue euch! Wißt, eure Heimat liebt euch heißer heut denn je,
Und eurer Mütter Leid, um Tod und Heimkehr bang, Erstarkt zum Stolz, zum Stolz, daß ihr die Unsern seid.
Braus' auf, Musik, Nachihall der Weltgeschicke du! Wir hören anders dich, gewaltiger als einst. Rauscht'’s nicht durch deine hochgestimmte Harmonie Wie junger Regimenter deutscher Sturmgesang? Ruft's nicht aus allen Schlußakkorden: Sieg, nur Sieg!? Braus' auf, Musik, du deutscher Geist, unsterblicher! Und du auch, leiseres, verschwiegeneres Lied, Sei uns willkommen, laß die feine Glocke uns, Die fernverschollne, wieder hören, laß geheim Durch deiner Töne ruhevolles Ebenmaß Des Friedenbogens fernes Farbenspiel erglühn! Fritz Gränts.
Rede
gehalten am 28. November 1914 im„Palmengarten“ von Prof. Lic. Hillmann bei der Veranstaltung zur Beschaffung einer Liebesgabe für das Reserve-Infanterie-Regiment 223.
Seit einem Monat steht das Reserve-Infanterie-Regiment 223 in Feindesland; und vier Wochen sind vergangen seit jenem Nachtgefecht, in dem eine oder mehrere Kompagnien im furcht- baren Kugelhagel schließlich zusammenbrachen. Damals und in den folgenden Tagen ist einzelnen von uns das Liebste gefallen, was wir haben, oder sie sind hilflos verwundet in die Hände der verhaßtesten Feinde gefallen; manchem von uns sind die Lieben verwundet heimgekommen— sie sehen zumeist völliger Heilung entgegen; aber den allermeisten stehen gottseidank die Väter, Gatten, Brüder, Söhne noch draußen und schlagen in tapferer Kraft sich mit Franzosen und Russen, mit Senegalnegern, Indiern und anderen Engländern.
Und was sollen wir tun?
Sollen wir jammern über unsere Gefallenen, Vermißten, Verwundeten? Sollen wir gefühlvoll bedenken, wie wir hier im strahlenden warmen, vornehmen Palmengarten sitzen, wührend die


