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Liede„Gott, Kaiser, Vaterland“. Die uns für diesen Tag übersandte Prämie erhielt, der Schüler der IIIeb Berthold Kemkes. 3
Vielfache und nicht vergebliche Anregungen wurden gegeben, um den Opfer- sinn der Schüler unter Versagung eigener Bequemlichkeiten und Genüsse anzuregen. Esseien unter anderem nur erwähnt die Spenden für die Kriegsfürsorge, für Sanitätshunde, für den Knabenhort, sowie die Sammlung von Staniol und altem Metall. Der Verkauf einer Broschüre des Herrn Professor Richter„Der Krieg und die deutsche Jugend“ brachte der Schule einen so erfreulichen Erfolg, daß aus dem Betrage weit über 100 im Felde stehenden früheren Schülern Weihnachtspakete mit einem von Herrn Prof. Dr. Gräntz gedichteten Weihnachtsgruß gesendet werden konnten. An der in einzelnen Schulen veranstalteten Goldsammlung beteiligte sich auch unsere Jugend und brachte 33 480 M. zusammen, wofür ihr ein freier Pag zur Belohnung gegeben wurde.
Seitens des Kollegiums wurde versucht, dem Elternhause die schwere Zeit nach Kräften zu erleichtern. Nach den Juliferien beschäftigte Herr Prof. Dr. Wislicenus an 21 freiwilligen Spieltagen 664 Schüler bei einer Durchschnittszahl von 32 im Ostpark, wobei ihn der Kandidat Herr Simon unterstützte.
Im Wintersemester richtete das Kollegium für die Schüler, deren Väter im Felde stehen, nachmittags von 4— 6 Uhr Arbeitsstunden ein, in denen ein Teil der Herren in dankenswerter Weise die Aufsicht übernahmen. Aus den Klassen VI bis IIIi, auf die die Arbeitsstunde beschränkt wurde, nahmen 38 Knaben teil. Den Übungen der Jungmannschaften stellten die Herren Professoren Dr. Heuser und Schönfelder sowie Herr Wamser ihre Kräfte zur Verfügung.
Einer festlichen Veranstaltung, bei der unsere Schule hervorragend beteiligt war, sei hier noch gedacht. Für das fast ausschließlich aus jungen Frankfurtern ge- bildete neue Regiment Nr. 223, das zuerst im Westen bei Lille, später in Polen und schließlich in den Karpathen gekämpft und gelitten hat, wurde ein Fest im Palmengarten veranstaltet, um diesem Regiment, das keine Garnisonstadt hat, Liebesgaben ins Feld schicken zu können. Außer namhaften Frankfurter Künstlern wirkten der Chor der Elisabethenschule und der Liebig-Oberrealschule i. E. mit, Schüler und Schülerinnen trugen passende Gedichte vor. Der Prolog war von unserem Herrn Professor Dr. Gräntz verfaßt, die Festrede hielt vor den atemlos lauschenden Zuhörern Herr Professor Lic. Hillmann. Prolog und Festrede mögen zum ewigen Gedenken an diesen in jeder Beziehung harmonisch verlaufenen Abend hier Platz finden.
Prolog.
Wild ist der Tag. Geharnischt schreitet er daher, Ein Riese, dessen Tritt die Erde schüttern macht. Und unerhörte Völkerwirbel stürzen jäh
Ihm nach und brausen auf und röten sich von Blut. Gewaltig ist der Tag. Die Seelen reißt er auf
In allen Tiefen, und es strömt das Ubermaß
Des Schlimmen wie des Edelsten nun hemmungslos.
3 Progr. Nr. 587.*


