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an der King's College School(K. C. S.) in Wimbledon bei London den neusprachlichen Unterricht leitet, mit 15 Schülern nach Frankfurt gekommen. Die jungen Engländer waren hier sehr herzlich aufgenommen worden und in der Mehrzahl in den Familien unserer Schüler untergebracht. Sie hatten unter Führung ihrer deutschen Freunde die Sehenswürdigkeiten Frankfurts und seiner Umgebung kennen gelernt, so daß beim Scheiden der lebhafteste Wunsch seitens des Herrn Koch geäußert wurde, im Sommer seiner Schule einen Gegenbesuch zu machen. Der Empfang in Eng- land war über Erwarten herzlich und großartig. Unser Freund, Herr Koch, hat keine Mühe gescheut, seinen deutschen Landsleuten den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Wir sind ihm zu größtem Dank verpflichtet. Gleichen Dank schulden wir auch Herrn Colonel Dunfee, der, ein alter K. C. S.-Schüler, mit einigen Kollegen im Londoner City Council für die englisch-deutsche Verständigung sehr tätig ist. Dank seiner Mitarbeit und dank seinen vielseitigen Beziehungen sind uns Tore geöffnet worden, die sonst dem Fremden verschlossen bleiben. Auch Mr. Rogers, dem Direktor der K. C. S., sind wir für sein freundliches Entgegenkommen sehr verbunden.
Am 4. Juli fuhren wir über Köln-Ostende-Dover nach London, wo wir Samstag morgens é½ 6 ankamen. Herr Koch nahm unsere Schüler in Empfang(ich selbst mußte mit einer Reisegesellschaft der Ferienheimgesellschaft zuerst 3 Tage nach Nordengland fahren) und brachte sie nach Wimbledon. Dort wurden sie auf dem Bahnhof der Untergrundbahn von etwa 80 K. C. S.-Schülern empfangen, und zwar um 6 Uhr morgens, was für englische Schüler eine außergewöhnliche Leistung ist, da die Schule in England meist erst um 9 oder 10 Uhr beginnt. Die Ansprache eines englischen Kameraden in gutem Deutsch erwiderte unser Oberprimaner Riechers. Nun wurden unsere Schüler von den K. C. S.-Jungen, in deren Familien sie wohnen sollten, nach Hause gebracht. Nach einer kurzen Rast ging es nachmittags unter Führung von Colonel Dunfee in den Hyde Park. Dort fand in Anwesenheit des Königs und der Königin eine große Parade der Territorials statt. Unseren Schülern waren gute Plätze eingeräumt, von denen aus sie die Parade und das englische Königspaar gut beobachten konnten. Für den Sonntag waren keine Besichtigungen vorgesehen. Um aber unseren Jungen etwas über die ungewohnte Stille des eng- lischen Sonntags hinwegzuhelfen, hatten einige Familien Einladungen an sie ergehen lassen, so besonders auch Mr. Headlam, ein englischer Schulrat, und seine Frau, eine geborene Deutsche.— Montag gabs dann umsomehr Abwechslung. Sir Edgar Speyer, Bart., der an der Spitze aller Londoner Omnibus-, Trambahn- und der meisten Eisenbahngesellschaften steht, ein alter Wöhlerschüler, hatte einen Omnibus zur Verfügung gestellt, auf dem eine Fahrt durch London gemacht und unter Führung des unermüdlichen Colonel Dunfee das Parlamentsgebäude und die Westminsterabtei besichtigt wurde. Bei der Führung im Parlamentsgebäude half außerdem ein Parla- mentsmitglied, Mr. Morton, und bei der Führung in der Westminsterabtei Bischof Boyd Carpenter. Am Nachmittag folgte man einer Einladung des Direktors der K. C. S. zu einer garden party mit Wettspielen. Im Tennisspielen sollen sich einige unserer Schüler den Engländern ziemlich ebenbürtig gezeigt haben. Am Dienstag


