Schüler.
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Abgesehen von einem dem Direktor vom 1. März an bewilligten Urlaub, der infolge eines Herzleidens notwendig geworden ist, traten nur selten kurze Unter- brechungen der Lehrtätigkeit der Herren Kollegen infolge von Erkrankung ein.
Ilerr Oberlehrer Schmidt war im August und September zu einer acht- wöchigen, Herr Oberlehrer Köhne im November ⸗und Dezember zu einer sechs- wöchigen militärischen UÜbung eingezogen. Herrn Oberlehrer Dr. Lischner war zum Besuche der Naturforscher-Versammlung in Münster Urlaub gewährt, ebenso dem Direktor und Herrn Professor Dr. Boller zur Leitung des vom hiesigen Physikalischen Verein veranstalteten 10. naturwissenschaftlichen Ferienkursus. Die für diese Fälle notwendigen Vertretungen geschahen durch das Kollegium und die Herren Seminar- kandidaten.
Die durch die Pensionierung des Herrn Prof. Dr. Knieß erledigte Ober- lehrerstelle wurde während des Sommersemesters von dem wissenschaftlichen Hilfs- lehrer Herrn Schlimm versehen, der auch noch während des Wintersemesters als unbeschäftigter Hilfslehrer an der Anstalt verblieb, nachdem Herr Dr. Auffenberg*) gum 1. Oktober für Herrn Dr. Knieß in das Lehrerkollegium eingetreten war.
Da Herr Kaplan Eufinger versetzt wurde, übernahmen die Herren Kapläne Hippacher und Hübinger den katholischen Religionsunterricht in den Klassen L— IIe bezw. III— III. Wir möchten wünschen, daß es den Herren vergönnt ist, längere Jahre an unserer Anstalt zu wirken, um sich in die Schüler und das Kollegium einleben zu können. Der außerordentlich starke Wechsel in den letzten Jahren war sehr zu bedauern.
Den von der Stadt auf ihre Kosten übernommenen jüdischen Religionsunter- richt erteilte in 6 Stunden Herr Dr. May.
Im Herbst wurde Mr Mérat der Anstalt als französischer Lehramtsassistent zugewiesen. Wir bedauern, daß Mr Mérat nicht noch seine Tätigkeit auf das Sommer- semester ausdehnen kann. Er ist seinen Verpflichtungen in jeder Weise mit Erfolg gerecht geworden. Unsere besten Wünsche begleiten ihn in seine Heimat zurück.
Der Gesundheitszustand der Schüler war im allgemeinen sehr zufriedenstellend. Leider wurden wir durch den Tod einiger Schüler in aufrichtige Betrübnis versetzt. Am 10. Dezember starb der Obertertianer Simon Schiele an den Folgen einer Blinddarmentzündung. Der liebe Knabe gehörte erst 1 ½ Jahre unserer Schule an, hatte sich aber in der kurzen Zeit durch die reichen Gaben seines Gemüts, durch sein bescheidenes Wesen, seine Offenheit und seine Lauterkeit die Liebe seiner Lehrer und Mitschüler in reichstem Masse erworben. Mit freundlichem Ernst und redlichem Wollen versuchte er, alle Schwierigkeiten zu überwinden und hatte darin einen er- freulichen Erfolg. Unserer innigen Teilnahme an dem schweren Verluste, der die Eltern und Angehörigen getroffen hat, suchten wir Ausdruck zu verleihen durch die
*) Hermann Auffenberg, evangelisch, geboren am 31. Mai 1887 zu Weener, erhielt Ostern 1905 das Zeugnis der Reife am Realgymnasium zu Goslar, studierte an den Universitäten Göttingen und Halle Mathematik und Physik. Im Januar 1910 promovierte er und bestand im Juli das Staatsexamen; darauf leistete er Seminar- und Probejahr in Danzig ab und wurde am 1. Oktober 1912 als Oberlehrer in Frankfurt angestellt.


