Jahrgang 
1913
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kannt, daß Herr Weber von der Direktion des Cäcilienvereins aufgefordert wurde, als Dirigent des Knabenchors bei den Konzerten mitzuwirken, was auch wiederholt bei der Aufführung derMatthäuspassion von Bach, desPaulus von Mendelssohn, desJudas Maccabäus von Händel mit großem Erfolg geschah. Die Pflege der Musik in der Schule ließ er sich in jeder Beziehung angelegen sein. Unsere Feiern mit dem trefflich geschulten Chor und den von ihm eingeübten Orchesterstücken fanden stets ungeteilten Beifall. Ein feinsinniger Musiker, hat er sich schon früh mit Erfolg in eigenen Kompositionen versucht. Ich erinnere nur an die zum 100 jäh- rigen Todestage Schillers geschriebenen Chöre, die zu der Schillerfeier von unserem Schülerchor vorgetragen und später bei dem 50 jährigen Jubiläum der Anstalt wieder- holt wurden und solchen Beifall fanden, daß sie jetzt in vielen höheren, Mittel- und Volksschulen gesungen werden. Möge unserem lieben, hochverdienten Kollegen nach seiner so segensreichen Tätigkeit noch ein langer, heiterer Lebensabend beschieden sein!

Den Unterricht des Herrn Weber in der Vorschule hat in dankenswerter und erfolgreicher Weise Frau Panier-Eckhardt bis zum Schluß des Schuljahres über- nommen. Die Stelle des Herrn Weber ist Herrn Lehrer Weimar von der Comenius- schule übertragen worden. Herr Weimar ist als tüchtiger Musiker bekannt und wird unsern Chor auf den bewährten Bahnen weiterführen.*)

Herr Oberlehrer Schönfelder war im Anschluß an seine Erkrankung im letzten Winterhalbjahr ein vierwöchiger Erholungsurlaub bewilligt.

. Die im vorigen Schuljahre erfolgte Erkrankung des Herrn Professor Dr. Lincke

war leider nicht gehoben. Er mußte sich daher zu einer entscheidenden Operation entschließen und nahm vom 1. Juli an Urlaub. Zu unserer Freude hat die schwere Operation, dié wochenlang das Schlimmste befürchten ließ, endgültige Heilung ge- bracht, sodaß wir den bewährten Kollegen im neuen Schuljahr wieder in voller Tätig- keit sehen werden.

Die Vertretung des Herrn Professor Lincke übernahm der der Anstalt vom 1. Juli an zugewiesene cand. prob. Hechler, der auch schon vorher Herrn Schoen- felder teilweise vertreten hatte.

Herr Professor Reichard erkrankte im Herbst an einem Herzleiden und mußte nach einer längeren Kur in Bad Orb während des ganzen Wintersemesters erleichtert werden. Auch Herrn Professor Lesser war noch während dieses Schul- jahres eine Herabsetzung seiner Pflichtstunden zugebilligt.

*) Wilhelm Weimar, geboren am 25. November 1876 zu Usingen i. T., besuchte nach- einander die Volks- und Realschule, die Präparandenanstalt und von 1894 1897 das Kgl. Lehrer- seminar seiner Vaterstadt. Nach abgelegter erster Lehrerprüfung im März 1897 war er Mai bis Juni 1897 vertretungsweise in Camberg und vom 1. August 1897 bis 1. Oktober 1905 in Cronberg i. T. angestellt. Die zweite Lehrerprüfung bestand er im August 1899 in Usingen. Seine Anstellung in Frankfurt a. M. erfolgte am 1. Oktober 1905 und zwar an der Merian- und am 1. April 1906 an der Comeniusschule. Nachdem er von 1906 bis 1911 Musikstudien am Dr. Hoch'schen Konser- vatorium betrieben hatte, unterzog er sich in Berlin im Januar 1911 der Prüfung für Gesang- lehrer an höheren Lehranstalten Preußens.

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