Jahrgang 
1913
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Worte, die der Klassenlehrer Herr Prof. Dr. Spenz im Namen der Mitschüler und der Anstalt an seiner Bahre sprach. Wenige Wochen später verschied ein ebenso treuer Obertertianer Fritz Hessemer an einem Lungenleiden. Wir erinnern uns noch der Freude des Vaters, als es ihm gelungen war, seinen Jungen in dieselbe Schule zu bringen, der er seine Bildung verdankte. Der gut beanlagte, aber sehr zarte Knabe gehörte stets zu den Besten seiner Klasse. In seinem Betragen und Fleiße musterhaft, in seinem Wesen liebenswürdig und bescheiden, war er unsere Freude. Als er im Mai wegen seines Leidens dem Unterricht fernbleiben mußte, hofften wir auf baldigen Wiedereintritt. Es war in? Gottes unerforschlichem Ratschluß anders bestimmt. Er starb am 13. Januar. Am 21. Januar wurde Friedrich Göckeritz, Abiturient von Ostern 1912, von langem Leiden durch einen sanften Tod erlöst. Der junge Mann hatte trotz körperlicher Schwäche und des dadurch bedingten häufigen Fehlens sich stets als einer der besten Schüler bewährt, so daß er von der mündlichen Prüfung befreit werden konnte. Als Zeichen ihrer Hochschätzung gaben die früheren Lehrer und Mitschüler dem so früh Verstorbenen das letzte Ge- leit. Wieviel Hoffnungen sind mitldem Scheiden dieser drei trefflichen jungen Menschen dahingegangen! Möge Gott, der Allmächtige, den so hart betroffenen Eltern seinen Trost spenden! Wir werden den lieben jungen Freunden ein treues Gedenken bewahren.

Die Selbstverwaltung der Schüler hat im allgemeinen auch in diesem Jahre gute Früchte getragen. Vor allem machten sich die Vertrauensmänner in der Leitung der vom Ministerium angeordneten Freiübungen nützlich.

Die seit elf Jahren erhoffte Herstellung der hinteren Fassade unseres Schul- Schulgebände gebäudes ist wieder nicht erfolgt. Schon beim Einzug im Jahre 1901 hätte das Kubßere des Gebäudes einer Auffrischung bedurft. Vor drei Jahren ist endlich ein Anfang damit gemacht worden, aber vollendet ist die Arbeit nicht. Ob der jetzige Direktor es noch erleben wird, daß er die Schule auch äußerlich in Ordnung sieht, scheint ihm recht zweifelhaft.

Das Königliche Pädagogische Seminar.

Dem mit der Anstalt verbundenen Königlichen Seminar zur praktischen Aus- bildung der Kandidaten für das höhere Lehramt wurden von dem Provinzial-Schul- kollegium für das verflossene Schuljahr sieben Herren und eine Dame zugewiesen: Hans Barth, Erwin Ernst, Johannes Koltermann, Ernst Proeschholdt, Karl Ries, Dr. Isaak Sondheimer, Dr. Richard Taufkirch und Fräulein Ottilie Ante. Als Lehrer an dem Seminar waren außer dem Direktor die Herren Professor Dr. Großmann, Professor Dr. Jäde und Professor Dr. Boller tätig.

Die Revision des Seminars wurde am 29. Januar durch den Königlichen Provinzial-Schulrat, Herrn Geheimrat Dr. Kaiser, vorgenommen