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tag der vor 25 Jahren stattgehabten Thronbesteigung Seiner Majestät des Kaisers als Königs von Preussen in den höheren Schulen am ersten Schultage nach Beendigung der Weihnachts- terien in angemessener Weise nachträglich gefeiert werde.—
19. Januar 1886. Königl. Provinzial-Steuer-Direktor in Cassel übersendet im Auftrage des Herrn Finanzministers eine Zusammenstellung derjenigen Bestimmungen, welche für die Annahme, die Aus- bildung und die Anstellung der Supernumerare bei der Verwaltung der indirekten Steuern zur Zeit Geltung haben. Danach besitzen Schüler eines Gymnasiums, eines Realgymnasiums oder einer Ober-Realschule die erforderliche wissenschaftliche Vorbildung, wenn sie die Prima ein Jahr lang mit gutem Erfolge besucht haben. Die Meldungen zum Eintritt in das Super- numerariat sind mit den erforderlichen Attesten zunächst an denjenigen Provinzial-Steuerdirektor zu richten, in dessen Bezirk die Annahme gewünscht wird.
26. Januar 1886. Königl. Provinzial-Schul-Kollegium genehmigt, daſs für den physikalischen Unterricht von Ostern 1886 ab an Stelle des Lehrbuchs von Dorner der Grundriss der Experi- mental-Physik von Jochmann und Hermes(9. Aufl. Berlin 1885 bei Winckelmann und Söhne) successive eingeführt werde.
27. Januar 1886. Protokoll-Auszug des Kuratoriums teilt hinsichtlich des von ärztlichen und augenärztlichen Autoritaten empfohlenen Ersatzes der bisher in den untersten Klassen ge- bräuchlichen schwarzen Schiefertafeln durch die neu erfundenen weiſsen, email- lirten Blechtafeln ein Gutachten des Herrn Stadarzt Dr. Spiefs und gutachtliche Ausserungen der mit der Prüfung dieser Angelegenheit beauftragten Herren Rektoren vieler städtischer Schulen mit unter der Anheimgabe, die für die mittleren und niederen Schulen beabsichtigte fakultative Einführung dieser emaillirten Blechtafeln auch auf die entsprechenden Vorschulklassen der höheren Schulen auszudehnen.
III. Chronik der Anstalt.
Das Schuljahr 1885-86 nahm Montag, den 13. April 1885 seinen Anfang mit der Aufnahme- prüfung der neuangemeldeten Schüler.
Die Sommerferien dauerten vom 5. Juli bis 2. August, die Herbstferien vom 27. September bis 11. Oktober, die Weihnachtsferien vom 23. Dezember 1885 Mittags bis 6. Januar 1886 inclusive. Zu Pfingsten war nur der 26. und 27. Mai schulfrei.
Das„Maifest“ wurde am 5. Juni durch Spaziergänge in den Wald oder nach weiter entfernten Punkten der Umgegend gefeiert. Der Nachmittagsunterricht musste wegen zu grosser Hitze ausgesetzt werden am 8., 10., 15., 25., 26., 29., 30. Juni; am 29. Oktober fiel er aus wegen der Wahlen zum Hause der Abgeordneten. Wegen der Volkszählung, bei welcher eine ziemlich grofse Anzahl der Lehrer als Zähler mitwirkte, war der 1. Dezember schulfrei. Im Winter wurden zwei Nachmittage behufs Schlitt- schuhlaufens freigegeben.
Der Geburtstag Seiner Majestät des Kaisers wurde durch eine am 21. März 1885 abgehaltene Vorfeier in üblicher Weise durch Festrede, Gesänge und Deklamationen festlich begangen. Die Festrede hielt Herr Bott. Der fünfundzwanzigjährige Gedenktag der am 2. Januar 1861 stattgehabten Thronbe- steigung Seiner Majestät des Königs fiel in die Weihnachtsferien; eine Nachfeier desselben fand am 7. Januar 1886 durch Gesänge des Schüler-Chors und eine Festrede des Unterzeichneten statt.
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