Jahrgang 
1879
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prima durch ein Abiturientenexamen das Zeugniß der Reife erlangt haben, ohne eine weitere Prüfung in die Gewerbe⸗Akademie und in die polytechniſchen Schulen eintreten können.

An Oſtern 1877 war die höhere Gewerbeſchule der Leitung des Directors der Klingerſchule unter⸗ ſtellt und mit letzterer Anſtalt noch enger dadurch verbunden worden, daß der Unterricht nur von Lehrern der Klingerſchule ertheilt wurde. Bei der Uebernahme der Schulanſtalten der polytechniſchen Geſellſchaft, zu welchen die höhere Gewerbeſchule gehörte, hatten jedoch die ſtädtiſchen Behörden beſchloſſen, die höhere Gewerbeſchule eingehen zu laſſen, da durch die neu gegründete Klingerſchule Erſatz für dieſelbe gegeben werden könne. Es wurden demnach ſeit Oſtern 1877 keine neuen Schüler in die höhere Gewerbeſchule aufgenommen, ſo daß an Oſtern 1878 nur noch eine Oberklaſſe von 15 Schülern vorhanden war. Von dieſen trat vor den Sommerferien ein Schüler aus und es nahmen im Herbſte 1878 noch 14 Schüler an dem Abgangsexamen Theil. Sämmtliche 14 Examinanden beſtanden die Prüfung und gingen theils auf polytechniſche Anſtalten, theils zu dem kaufmänniſchen oder einem techniſchen Berufe über. Mit dieſer günſtigen Abgangsprüfung hat die höhere Gewerbeſchule, welche eine lange Reihe von Jahren hindurch unter den Lehranſtalten Frankfurts eine ſehr wichtige Stelle einnahm, ihr Ende erreicht, und es iſt nun die Aufgabe der Klingerſchule, dem in ſie geſetzten Vertrauen, für die höhere Gewerbeſchule Erſatz zu bieten, zu entſprechen.

b. Das Schuljahr, Ferien, Schulfeſte etc.

Das Schuljahr 1878/79 nahm am 25. April ſeinen Anfang. Die Sommerferien dauerten vom 1 29. Juli, die Herbſtferien, welche wegen der auf den 26. und 27. September angeſetzten Abgangs⸗ prüfungen für die Klingerſchule um 8 Tage verſchoben wurden, dauerten vom 30. September bis 14. Oktober, die Weihnachtsferien vom 23. December 1878 bis 6. Januar 1879. An Stelle des in den meiſten hieſigen Schulen üblichen Maifeſtes unternahmen die einzelnen Klaſſen in Begleitung eines Lehrers kleinere oder größere Ausflüge. Wegen zu großer Hitze fiel am 25. und 28. Juni, desgleichen am 6. Auguſt der Nachmittagsunterricht aus.

Der Sedanstag wurde durch ein Schulfeſt gefeiert. Herr Dr. Schmeding hielt die Feſtrede, worauf Declamationen und Geſangsvorträge der Schüler folgten. Nach der Schulfeier betheiligte ſich der größte Theil der Realſchüler an der auf dem Sachſenhäuſer Friedhofe veranſtalteten öffentlichen Feier. An dem Geburtstage Sr. Majeſtät des Kaiſers wurde die Feſtrede von Herrn Heideprim gehalten.

c. Geſundheitszuſtand bei Schülern und Lehrern.

Der Geſundheitszuſtand der Schüler war bis zum Schluſſe des Jahres 1878 recht befriedigend, aber im Monat Januar l. J. änderte ſich dieſes günſtige Verhältniß und die Erkrankungen an Maſern, Huſten und drgl. nahmen mehr und mehr zu, ſo daß gegen Ende des Monats Januar in der Klaſſe 9 a einige Tage lang die Hälfte der Schüler wegen Krankheit fehlte. Schwerere Krankheitsfälle kamen nur vereinzelt vor. Einen braven Schüler der 8. Klaſſe, Franz Körbs, verloren wir durch den Tod; er ſtarb an der Diphtheritis am 21. Mai 1878.

Unter den Lehrern kamen nur ſehr wenige, meiſt ſchnell vorübergehende Krankheitsfälle vor; Herr Turninſpector Danneberg konnte jedoch den größten Theil des Winterſemeſters keinen Unterricht ertheilen und der Direktor mußte wegen eines ſtarken Lungenkatarrhs 6 Wochen lang ſeine amtliche Thätigkeit einſtellen. Herr Kollege Seibt beſorgte mit Genehmigung der höheren Behörden während dieſer Zeit die Direktorialgeſchäfte, die Herrn Kollegen Heideprim, Dr. Brittner, Dr. Weiffenbach und Dr. Rauſenberger übernahmen die Unterrichtsſtunden des Direktors. Für Herrn Danneberg ttraten die Herrn Hinkel und Kunze ein.